Mit der 20. Auflage des Dudens findet das fast 40jährige Nebeneinander einer Leipziger und Mannheimer Dudenausgabe ein Ende. […]
Die Zusammenführung der Leipziger und Mannheimer Ausgabe wurde genutzt, den Regelteil und das Wörterverzeichnis des Dudens gründlich zu überarbeiten. Die Darstellung der Richtlinien zur Rechtschreibung und Zeichensetzung wurde verbessert, vor allem zugunsten einer leichteren Benutzbarkeit an einigen Stellen gestrafft. Die amtlichen Regeln selbst, die seit der staatlichen Rechtschreibkonferenz von 1901 gelten, und die danach festgelegten Schreibweisen wurden nicht geändert — dies kann nur im Rahmen einer offiziellen Rechtschreibreform in allen deutschsprachigen Ländern geschehen. […]
Wir hoffen, daß der neue Duden seiner Aufgabe, die Schreibung der Wörter nach den amtlichen Regeln verbindlich festzulegen und die Einheitlichkeit der Rechtschreibung im deutschsprachigen Raum zu sichern, jetzt noch besser gerecht wird.
Mannheim, den 1. September 1991
Die Dudenredaktion
Hier findet jeder, der nach x-maliger Reformation der Reform der Reformen nicht mehr weiß, welche Rechtschreibung eigentlich noch die "Richtige" ist, eine zuverlässige Antwort.
Z. b. die antwort auf die frage, wie man hier die richtige schreibt. Die antwort (klein) findet man allerdings auch im neuesten duden.
Hans Krieger, Bayerische Staatszeitung und Bayerischer Staatsanzeiger, , s. 1
Eleganter wäre ein anderer Weg: die zuletzt im Duden von 1991 kodifizierte alte Schreibung wird wieder zur Norm, die Reformschreibung von 1996 bleibt aber für eine großzügig bemessene übergangszeit ebenfalls zulässig und wird nicht als fehlerhaft gewertet. […] Als maßgebliches Nachschlagewerk könnte zunächst einfach der Duden von 1991 reaktiviert werden. Seine „Unstimmgikeiten“ sind quantitaiv so geringfügig und qualitativ so harmlos, daß ihre behutsame Behebung ohne Schaden bis zur nächsten Auflage vertagt werden kann. Es handelt sich im übrigen so gut wie ausnahmslos um Unstimmigkeiten nicht des Regelwerks, sondern der Darstellung im Wörterbuch; die strikte Unterscheidung von „radfahren“ gegen „Auto fahren“ zum Beispiel (um das bekannteste Beispiel zu zitieren) war durch die Regel nie gedeckt.
Erwachsene können sich bis an ihr lebensende an den duden von 1991 halten. Das kann man im prinzip auch schülern zugestehen, aber die müssten die alte rechtschreibung überhaupt erst kennen (stellungnahmen zum geforderten «wettbewerb»).