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Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

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Der große Sprachumbau.

autor
titel
Der große Sprachumbau
untertitel
Eine gesellschaftspolitische Katastrophe
verlag
Langen Müller
ort
München
datum
auflage
1
isbn
978-3-7844-3730-9
ausstattung, umfang
broschiert, 240 s.
ortografie
schulortografie von 1996/2006
umschlag
titel

Inhalts­verzeichnis

Der Angriff der Gegenwart auf die übrige Zeit 7
Wer ist schuld am Sprachkampf? 14

ERSTER TEIL: SPRACHUMBAU FRÜHER - DER LANGE WEG ZUR EINHEITSSPRACHE

Der Grundstein: Martin Luther 31
Opitz und Gottsched als Vollender Luthers 39
Die ersten Rechtschreibreformer 43
Die ersten amtlichen Rechtschreibreformen 48
Fraktur oder Antiqua. Der Kampf um die Schrift 54
Das Dritte Reich und die DDR gegen die Dialekte. 63
Der Mann, der den König zum „Könich“ machte. 71
Der ewige Streit um die Fremdwörter. 75
Haben Sie etwas vielleicht etwas kleiner? Der Kampf gegen die Majuskel 84

ZWEITER TEIL: SPRACHUMBAU HEUTE

Baustelle 1: Die Rechtschreibreform als Mutter aller gegenwärtigen Sprachumbauten 93
Baustelle 2: Von der autogerechten Stadt zur geschlechtergerechten Sprache 125
Baustelle 3: Pronomen. Ein kurzes Kapitel über kleine Wörter 150
Baustelle 4: „Diskriminierende“ Begriffe. Noch jemand ohne Diskriminierung? 157
Exkurs: Die Rolle von Experten beim großen Sprachumbau 172
Baustelle 5: Unwörter 181
Baustelle 6: Tiefergelegtes Deutsch. 190
Baustelle 7: Vom Denglisch übers Englisch zum Globish 206
Resümee: „Gerechte“ Sprache als Neusprech? 219
Literaturverzeichnis 234

Verlagstext

Original­schreib­weise

Die deutsche Sprache ist in nie gekanntem Maße zum politischen Kampfplatz geworden. Es geht längst nicht mehr um einzelne Wörter, es geht um die gesamte Struktur des Deutschen, die Aktivisten umbauen wollen, um so die Gesellschaft in ihrem Sinne zu verändern. Die Angreifer treten wie gewohnt im Namen des Fortschritts auf – speziell eine Linke, deren Unbehagen an der deutschen Sprache, an allem Deutschen, bis zum Hass reicht. Der Journalist und Linguist Matthias Heine benennt die Akteure und beschreibt die Methoden und Motive der Sprach- und Weltveränderer. Und er legt die Verbindungen zu einer »deutschen« Linken offen, die sich als »Internationale der Diskriminierten« neu zu erfinden sucht. „Und als ich die deutsche Sprache vernahm, Da ward mir seltsam zu Muthe; Ich meinte nicht anders, als ob das Herz Recht angenehm verblute.“ Heinrich Heine (1797–1856)

Bis 1995 gültige recht­schreibung

Die deutsche Sprache ist in nie gekanntem Maße zum politischen Kampfplatz geworden. Es geht längst nicht mehr um einzelne Wörter, es geht um die gesamte Struktur des Deutschen, die Aktivisten umbauen wollen, um so die Gesellschaft in ihrem Sinne zu verändern. Die Angreifer treten wie gewohnt im Namen des Fortschritts auf – speziell eine Linke, deren Unbehagen an der deutschen Sprache, an allem Deutschen, bis zum Haß reicht. Der Journalist und Linguist Matthias Heine benennt die Akteure und beschreibt die Methoden und Motive der Sprach- und Weltveränderer. Und er legt die Verbindungen zu einer »deutschen« Linken offen, die sich als »Internationale der Diskriminierten« neu zu erfinden sucht. „Und als ich die deutsche Sprache vernahm, Da ward mir seltsam zu Muthe; Ich meinte nicht anders, als ob das Herz Recht angenehm verblute.“ Heinrich Heine (1797–1856)

BVR-schreibweise

Die deutsche sprache ist in nie gekanntem masse zum politischen kampfplatz geworden. Es geht längst nicht mehr um einzelne wörter, es geht um die gesamte struktur des deutschen, die aktivisten umbauen wollen, um so die gesellschaft in ihrem sinne zu verändern. Die angreifer treten wie gewohnt im namen des fortschritts auf – speziell eine linke, deren unbehagen an der deutschen sprache, an allem deutschen, bis zum hass reicht. Der journalist und linguist Matthias Heine benennt die akteure und beschreibt die metoden und motive der sprach- und weltveränderer. Und er legt die verbindungen zu einer »deutschen« linken offen, die sich als »internationale der diskriminierten« neu zu erfinden sucht. „Und als ich die deutsche Sprache vernahm, Da ward mir seltsam zu Muthe; Ich meinte nicht anders, als ob das Herz Recht angenehm verblute.“ Heinrich Heine (1797–1856)


Auszug

S. 10f., Der Angriff der Gegenwart auf die übrige Zeit

Die Sprachumbauer und -modernisierer sind auch nicht unbedingt immer links gewesen: Adolf Hitler betrieb, wie wir in diesem Buch sehen werden, eine fortschrittliche Sprachpolitik. Auch die Rechtschreibreform, die eine weitgehend unbekannte Vorgeschichte in der NS-Zeit hatte und nach jahrzehntelanger Vorbereitung 1996 verabschiedet wurde, ging auf die Idee zurück, unsere Muttersprache – in diesem Falle ihre Verschriftlichung sei unzulänglich, fortschrittsfeindlich und verbesserungs­bedürftig.

Zwar ist das jahrzehntelange Ringen um die Rechtschreibreform beendet, und man versucht nun, mit einem Kompromiss zu leben, der weder Radikalreformer noch Bewahrer zufriedenstellt.

  • «Weitgehend unbekannte Vorgeschichte»: Die deutschen nerven wieder mit ihrer vergangenheit. Es ist nicht eine vorgeschichte, sondern eine räumlich begrenzte episo­de. Und wenn sie wirklich weitgehend unbekannt ist, kann das zwei ursachen haben: 1. Es interessiert niemanden. 2. Die journalisten und publizisten haben versagt.
  • Reformbestrebungen (in aller welt) gehen auf die idee (die tatsache) zurück, dass schrift und schreibung – im unterschied zur sprache – menschliche werke sind.
  • Wann das «ringen» beendet ist, entscheiden (hoffent­lich) nicht die reformgegner. Grundsätzlich gilt Winston Churchills feststellung: «Erfolg ist nicht endgültig, scheitern ist nicht tödlich: Es ist der mut, weiterzumachen, der zählt.»

Zitat

, Frankfurter Allgemeine Zeitung,

[…] nichts Geringeres als „eine gesellschaftliche Katastrophe“ zu sehen, wie der Untertitel seines Buches lautet, das drückt, angesichts der weltpolitischen Katastrophen unserer Gegenwart, neben ausgeprägtem Verkaufswillen auch mangelndes Sprachgefühl aus. […] Mit der gebotenen Ausführlichkeit schildert er auch, wie es zu der alles in allem verkorksten Rechtschreibreform von 1996 kam, die mehrere Rollen rück- und vorwärts zur Fol­ge hatte und selbst vielen professionell Schreibenden schließlich die Sicherheit raubte. Für Heine ist diese Reform „die Urszene einer Politik- und Expertenverdrossenheit“, deren Muster sich vielfach wiederholt habe: „die Politik beschließt etwas, das so eigentlich kaum jemand will, das aber ihre Berater für sinnvoll halten.“

Gewiss war die rechtschreibreform verkorkst – gemessen an unseren erwartungen. Durchgesetzt hat sie sich so gut oder schlecht wie jede rechtschreibung. Der beste beweis sind gegner wie Heine, die freiwillig in neuer rechtschrei­bung publizieren.