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Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

presseartikel → 2020
nachgeführt 2020-7-14 , 2020-7-5
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Aus presse und internet

14. 7. 2020

neu : Sprachliche Normen in einer Kultur der Digitalität – eine Auslegeordnung. ,
[…] möchte ich zeigen, dass kodifizierte Normen für sprachliche Korrektheit von einem Aus­handlungs­prozess und algo­rithmischen Verfahren überlagert werden. […] Recht­schreibung ergibt sich über die Sprach­verwendung, auf die sich (einfluss­reiche) Menschen einigen können. Das war vor Duden der Standard und ist nach gut 100 Jahren kodifizierter Recht­schreibung wieder der Trend. […] Wenn nun […] Verständnis eines der zentralen Argumente für Rechtschreibung ist, dann lösen Schreib­formen in inter­aktiven, digitalen Settings ein Problem anders: Schreibende müssen nicht Verstehens­probleme präventiv ausräumen, sondern können sie in der Inter­aktion pass­genau bearbeiten, wenn sie auftreten. Sie müssen Rechtschreibung dort normieren, wo es für das Verständnis wirklich wichtig ist – in allen anderen Bereichen entfällt diese Notwendigkeit.

11. 7. 2020

neu : Die Sprachstilistin: Der Deppenbindestrich geht um. Südostschweiz, Schweiz am Wochenende, , s. 42, Kolumnen
Sie verteilen Binde­striche mit dem Salzstreuer? Über nahezu alles, was Sie schreiben? Sie würden am liebsten Bundes-Rat, Tomaten-Spaghetti und Wohn­zimmer-Tür schreiben? Keine Sorge: Sobald Sie diesen Text ge­lesen haben, werden Sie zusammen­gesetzte Wörter wieder zusammen­schreiben wollen.

7. 7. 2020

neu : Warum Rechtschreibung in der Kultur der Digitalität an Bedeutung verliert. ,
Ist Rechtschreibung eine Kompetenz, die in der Kultur der Digitalität eine Rolle spielt? Wohl nur teilweise. Bereits seit einigen Jahren kann beobachtet werden, dass Orthographie weniger intensiv unterrichtet wird. Das vermag Menschen immer wieder zu empören […], aber letztlich ist es eine Konsequenz aus der Entscheidung, auf welche Kompetenzen sich Schule fokussieren sollte.

2. 7. 2020

neu : Could simplifying English spelling improve literacy? ,
The English Spelling Society is inviting parent to help choose a modified spelling system to improve access to literacy. The Society would like parents to examine and to choose between six proposed new spelling scheme arrange­ments.

1. 7. 2020

: Wer so viel weiß, muss wahrlich tief tauchen können. Frankfurter Allgemeine Zeitung (), , nr. 150, s. 11, Feuilleton (504 wörter)
Zum Tod des um­werfend viel­seitigen Publizisten und Über­setzers Dieter E. Zimmer. […] Ganz sicher irrte er sich, als er sagte, an der Rechtschreib­reform hätten viele ihren „all­gemeinen politischen Unmut“ aus­gelassen, wo das Wesentli­che etwas anderes ge­wesen wäre: zu erkennen, dass viele die aller­besten Gründe hatten, gegen ein in­konsistentes Reform­monstrum die Stimme zu erheben. Aber noch Zimmers Irrtümer verdienten Auf­merksamkeit.
neu : Pandämonium linguistischen Grauens. Neues Deutschland (), , s. 8, Feuilleton (1047 wörter)
Diesem deutsch-deutschen Dilemma abzuhelfen, existiert kaum Besseres als Jürgen Großes pünktlich zum Jubeljahr auf den Buchmarkt ge­worfenes Werk »Die Sprache der Einheit«, dessen Untertitel »Ein Fremdwörter­buch« die Größe des vom Verfasser Geleisteten mit Bescheiden­heit umhüllt. […] Ost­deutsche sind ideologischen Verkündigungen, Verheißungen, Ver­ordnungen gegenüber vor­sichtiger, miss­trauischer, ablehnender als in ökonomischer Prosperität sozialisierte Westdeutsche […]. Modernes West­deutsch umfaßt weniger Wörter und somit geistige Artikulations­möglichkeiten als das Hoch­deutsche. Dafür weist es mehr Schrumpf- und Fehlformen auf sowie – durch die im Westen strenger gegen­einander ab­geschlossenen Milieus – mehr Sozial­dialekte.« (Da Große die Rechtschreib­reform als Versuch sieht, diese Defizite zu verschleiern, folgt er selbst der vor dieser Reform gültigen Schreibung.)

7. 2020

neu : Wie schreibt man «korrektes» Schweizerdeutsch? (), , nr. 41, s. 15, Kolumne: Mundart (364 wörter)
Wer auf Schweizer­deutsch schreibt, muss sich seine eigenen Regeln zurecht­legen, es gibt ja keine Ortho­grafie.

Doch: stichwort dialekt.

13. 6. 2020

: Latent. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 135, s. 2, Politik, Fraktur
Einer kürzlich von Esken aus­gesprochenen Literatur­empfehlung folgend, haben wir im Duden nach­geschaut, was „latent“ bedeutet. In der ge­schätzten 19. Auflage – der letzten vor dem latenten Irrsinn der Rechtschreib­reform – wird dem Wort aus dem Lateinischen die Bedeutung zu­geschrieben: verborgen, ruhend, gebunden, auf­gespeichert.

9. 6. 2020

: Deutschstunde: Manchmal kommt es auf die Reihenfolge an. Hamburger Abendblatt (), , s. 2, Meinung (620 wörter)
Satzzeichen müssen nicht nur richtig aus­gewählt und gesetzt werden, sie haben auch einen festen Platz in der Riege. […] Das Komma zur Ab­trennung des Begleit­satzes muss trotz des Frage­zeichens (oder eines Ausrufe­zeichens) am Ende der Rede gesetzt werden. Das war früher anders. Diese neue Vorschrift ist die einzige zwingende Regel­änderung der Inter­punktion durch die Rechtschreib­reform 1996.

6. 6. 2020

: Sprachlabor. Süddeutsche Zeitung, , s. 16, Forum
Die Enthüllung, dass Hubert Aiwanger 90 000 „Wischmobs” bestellen ließ, zauberte unserem Leser B. dies Bild vor Augen: Aiwanger vor Millio­nen Randalie­rern, die synchron über ihre Smart­phones wischen. Um seine Vision zu ent­schärfen, sei ihm versichert, dass die Redaktion normaler­weise sehr wohl zwischen Mob (aufgewiegelte Menge), Mop (Wisch­gerät vor der Rechtschreib­reform) und Mopp (Wisch­gerät danach) zu unter­scheiden weiß.

1. 6. 2020

: Deutsche Rechtschreibung oder: Wer hat sich das bloß ausgedacht? , , Eltern
In 1996 erfolgte eine Über­arbeitung der Rechtschreib­regeln. […] Aus meiner Sicht ein riesen­großes Durch­einander, welches zur Folge hatte, dass ich selbst seitdem ständig den Duden zur Hand nehme, um sicher zu sein, dass es richtig ist, was ich schreibe.

29. 5. 2020

26. 5. 2020

: Schreibweise Spagetti/Spaghetti. , , gruppe Wortsophisten und Grammatikpuristen
Man sagte mir, dass das Wort Spaghetti "ein­gedeutscht" sei und niemand auf die Idee käme, Spagetti wie Spadschetti aus­zusprechen. Darum geht es aber nicht. In Deutsch­land leben fast 700.000 Italiener, mit Deutschen italienischer Abstammung sicher noch Hundert­tausende mehr. Viele sind bereits über diese neue Schreib­weise gestolpert. Auch Google kennt nur Spaghetti, gebe ich Spagetti ein, werde ich gefragt: meinten Sie Spaghetti?
: Deutschstunde: Ist eine SMS eigentlich auch ein Brief? Hamburger Abendblatt, , s. 2, Meinung ( wörter)
Die Krux des großen Du ist nämlich, dass alle Welt diese Ausnahme nicht auf den Brief be­schränken, sondern auf alle möglichen und un­möglichen Stellen der deutschen Sprache über­tragen will. […] Einige Leser fragten, ob die Möglichkeit des großen Du nicht nur im Brief, sondern auch in einer SMS, E-Mail oder WhatsApp-Nachricht gelte. […] Liebe Leute, ein Brief ist seiner Definition nach auch dann ein Brief, wenn er nicht auf Papier geschrieben worden ist! Als Konrad Duden 1880 sein erstes Wörter­buch herausgab, hatte er keine Vor­stellung von den Möglichkei­ten des Internets in unseren Tagen, sonst hätte er bestimmt die Du-Regel digital erweitert.
: Deutschstunde: Am Ende bleibt stets der Kampf mit den Kommas. Berliner Morgenpost, , s. 8, Meinung
Leider sind die meisten Komma­regeln fakultativ, das heißt, an der besagten Stelle kann ein Komma stehen, aber Sie können es auch weg­lassen. Wenn die Konjunktion „und“ zwei Haupt­sätze verbindet, steht vor „und“ ein Komma. So klar, so deutlich? Leider nein! Da Fritzchen dieses Komma ohnehin nie beachtet hat, erlauben die Rechtschreib­reformer jetzt, das Komma zwischen zwei Haupt­sätzen mit „und“ zu setzen, das Komma aber auch nicht zu setzen.

19. 5. 2020

: Deutschstunde: Geisterfahrt des großen Du im Deutschen. Hamburger Abendblatt (), , s. 2, Meinung (647 wörter)
Selbst Leute, deren ortho­grafische Leistungen eher an eine Geister­fahrt wi­der Schule und Duden erinnern, werden eines mit Sicherheit nie aus­lassen: das „große Du“, von dem sie irgend­wann einmal gehört haben.

18. 5. 2020

: Sprache ist, wie sie ist. Dem Sprachwissenschaftler Peter Eisenberg zum achtzigsten Geburtstag. Frankfurter Allgemeine Zeitung (), , s. 11, Feuilleton (640 wörter)
Gleich in seinem ersten, vor zwanzig Jahren unter der Rubrik „Fremde Federn“ im Politik­teil er­schienenen Artikel für diese Zeitung hat Peter Eisenberg als Stimme der Vernunft und der Mäßigung Laut gegeben. Das war damals schwer genug; denn es ging um die Recht­schreib­reform, einen der absurdesten kultur­politischen Fehl­griffe, die sich die­ses Land, an­geleitet von ihre Kompetenz über­schreitenden und partiell auch noch ahnungs­losen Kultus­ministern, in den ver­gangenen Jahren geleistet hat.

5. 2020

: Wie man eine Rechtschreibreform durchsetzt. Schweizer Monat, , 100. jg., nr. 1076, s. 72 bis 73, Dossier (1363 wörter)
Pläne für eine Reform der deutschen Recht­schreibung gingen seit je von Volks­schullehrern aus.

Nein. Beispiele in unserer chronik: 1930, 1931, 1961.

: Rechtschreibfrieden? Leider nein! Schweizer Monat, , 100. jg., nr. 1076, s. 70 bis 71, Dossier (1384 wörter)
Aktuell herrscht ein unüber­sichtliches und will­kürliches Regelchaos, das dringend nach Bereinigung schreit. Mehr Sprach­demokratie würde helfen.

Stellung­nahme.

28. 4. 2020

: Unbeweglichkeit im Alter: Keinen neuen Kram mehr, bitte. (tageszeitung), , Gesellschaft, Kolumnen
Starrsinn schmückt den reifen Mann. Denn gelernt hat er schon alles wichtige. Neue Ideen stören da nur die innere und äußere Ruhe. […] Gemüse, Feminismus, neue Recht­schreibung, Intim­hygiene: Bitte keinen neuen Kram mehr!

22. 4. 2020

: Muss man lesen können, um an die Uni zu kommen? Neue Zürcher Zeitung, , 241. jg., nr. 93, s. 28, Feuilleton (666 wörter)
Aber wer sagt überhaupt, dass man auf einer Hochschule lesen und schreiben können muss? Heisst nicht die Art der Wissens­vermittlung immer noch: Vorlesung? Für Menschen mit einem un­verdorbenen Gedächtnis könnte dies ja reichen, da auch die literalisier­ten Kommilito­ninnen und Kommilito­nen einen grossen Teil des Auf­geschriebenen rasch wieder vergessen haben werden. Und hatte nicht schon Plato in seinem Dialog «Phaidros» die Wissens­vermittlung durch die Schrift kritisiert, weil sie dem Gedächtnis, dem Wissen schädlich sei?

4. 4. 2020

: W124. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , s. 18, Literarisches Leben
Von 1985 bis 2002 trug uns ein un­verwüst­licher Mercedes W124 […] durch die sich wandelnden Lande […]. Mir fiel eine Fahrt nach Prag ein, die wir mit ihm gemacht hatten, im Mai 1992 […]. […] was nahm man nicht alles auf sich, um pünktlich in die Versammlung der Aka­demie­mitglieder zu gelangen und dort die kunstvollen Vorträge und aus­gesucht formulierten Diskussions­beiträge zu hören, es war die Zeit des Ringens um die lebenslang gewohnte Recht­schreibung. Bis niemand mehr wußte, sagte Genazino, was an Schreib­weisen richtig und was falsch war, jetzt gerate ich andauernd beim Schreiben ins Schleudern, wo ich früher mit dem mäßig dicken Duden gut unterwegs war. Es ist eine Linie, ergänzte ich, Orthographie­reform, Akademie­tagung, Prag […].

21. 3. 2020

: Experte: Andere Sprachen haben schon immer Einfluss auf das Deutsche genommen. Braunschweiger Zeitung, , s. 32, Zukunft jetzt!
Linguist Martin Neef von der TU Braunschweig gibt Antworten. […] Haben Sie bereits einen Qualitäts­verlust bei den wissenschaft­lichen Arbeiten der Stu­denten fest­stellen müssen? [Neef:] Wir bemerken seit Beginn des Jahrtausends einen deutlichen Qualitäts­verlust. Einmal sind insbesondere die Kenntnisse im Bereich der Komma­setzung oft er­schreckend gering […]. Wir denken, das liegt an den Lehrern, die durch die beiden Rechtschreib­reformen verunsichert wurden und deshalb das Thema zurück­gestellt haben.

20. 3. 2020

: Mongolia abandons Soviet past by restoring alphabet. (The Australian), , World, The Times
Mongolia has announced plans to restore the use of its tra­ditional alphabet by 2025, replacing the Cyrillic script adopted under the Soviets […]. Media are required to publish in both scripts until 2024, and schools must increase learning time to study the writing.

17. 3. 2020

: Karantäne oder Kwarantäne: Wie spricht man "Quarantäne" richtig aus? , , Fazit
Beim Wort "Quaran­täne" scheiden sich die Geister […]. Spricht man es "Kwaran­täne" aus oder "Karan­täne"? […] Dazu haben wir Bastian Sick befragt.

13. 3. 2020

: «Schweizer sind sprachlich unsicher.» Tages-Anzeiger, , s. 31, Kultur & Gesellschaft, scan (1193 wörter)
Kultur-Redaktor Martin Ebel führte die erfolg­reichste hiesige Sprach­kolumne. […] Unser Experte über Gender­sternchen, Floskeln und Forsythien. […] Oder sollen wir der Höflich­keit halber schreiben: Wir duzen Dich? [Ebel:] Das ist nicht nötig, danke. Korrekt ist die Klein­schreibung, mit der Rechtschreib­reform 1996 wurde die gross geschriebene Höflichkeits­form ab­geschafft.

28. 2. 2020

: Randnotiz: Man gewöhnt sich an (fast) alles. Anzeiger von Saanen (), , s. 3
Setzt sich die gendergerechte Schreib­weise jedoch durch, werde ich mich daran gewöhnen, wie ich mich an die neue Recht­schreibung gewöhnt habe. Mit wenigen Ausnahmen. Bei der Gämse (Gemse) setzt sich in der Regel mein linker Mittel­finger gegen den kleinen Finger meiner rechten Hand durch.

25. 2. 2020

: Rechtschreibreformen sorgen für Chaos. (Kreiszeitung Böblinger Bote), , Leserbrief (499 wörter)
Soll Deutsch­land künftig ein Agrarland werden oder seine Einnahmen aus dem Tourismus be­ziehen? Die auf­fällig vielen Rechtschreib­reformen in der späteren BRD waren einzig alle zum Nutzen und Frommen des Duden-Verlages. In den Schulen und in den Schreib­büros sorgten sie dagegen stets für Chaos! Dass sich daraus eine gewisse Rechtschreib-Legasthenie ent­wickelt hat, scheint das gewollte Resultat zu sein, und zwar von denen, die daran ein Interesse haben, dass das Bewusst­sein der Menschen aufs Animalische reduziert wird!

24. 2. 2020

: Have we murdered the apostrophe? , , Culture (2440 wörter)
Last year, the Apostrophe Protection Society was disbanded, having supposedly failed in its mission. But what is the correct use of the grammati­cal mark anyway […]? Apostrophes can be tricky – especially if you’ve never been properly taught how to use them. Faced with a trouble­some conundrum, many will err on the side of caution and leave them out alto­gether. But of course this is tech­nically wrong too, even if a slew of companies arguably set a bad example by doing the same.

16. 2. 2020

: Rechtschreibreformen. Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, , nr. 7, s. 10, Leben, Leserbriefe (35 wörter)
Hat sich mal jemand Gedanken darüber gemacht, wie viel Wissen und Können durch die un­säglichen „Rechtschreib­reformen“ ent­wertet und ver­nichtet wurden?

Ja! Siehe stellung­nahme.

12. 2. 2020

: Stichwort: «Quentchen.» Neue Zürcher Zeitung, , 241. jg., nr. 35, s. 36, Feuilleton
Quentchen oder Quäntchen – das ist hier die Frage. Die deutsche Recht­schreib­reform der jüngsten Jahrtausend­wende hat aus dem über­schwenglichen Über­schwang einen über­schwänglichen […] und so denn auch aus dem alt­vertrauten Quentchen ein Quäntchen werden lassen. […] Die NZZ ist im Wortsinn unbeirrt seit nunmehr 240 Jahren beim guten alten «Quentchen» ge­blieben […].

11. 2. 2020

: So weit die Regeln des Deutschen uns tragen. Hamburger Abendblatt, , s. 4, Meinung (626 wörter)
Mit der Präposition „am“ ein Substantiv und groß, ohne „am“ ein Adverb und klein? Ich erlaubte mir die An­merkung, dass die Rechtschreib­reform auch für diese Regel eine Ver­einheitlichung und damit eine Ver­besserung gebracht habe. Wir brauchen uns jetzt nur zu merken: Tages­zeiten immer groß – gestern [am] Abend.

9. 2. 2020

: Deutschstunde bei Herr Maier. Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, , nr. 6, s. 4, Politik (1117 wörter)
Viele Lehrer sind schlecht in Grammatik und Recht­schreibung. […] Die Ursachen für den Nieder­gang sind nicht leicht aus­zumachen. Viele machen die mehrfach geänderte Rechtschreib­reform verant­wortlich, die zu Ver­unsicherung geführt habe. Auch Rechtschreib­programme stehen unter Verdacht: Einerseits helfen sie, anderer­seits fördern sie das Sprach­verständnis nicht und korrigieren weder Zeichen­setzung noch grammatische Fehler verlässlich.

7. 2. 2020

: So gendert die Berliner Polizei. Berliner Morgenpost, , s. 10, Berlin (370 wörter)
Im dienstlichen Sprach­gebrauch sei man angehalten, eine gender­gerechte Spra­che anzuwenden. Konkrete Vor­gaben mache die Polizei […] aber nicht. […] Der Geschlechter­forscherin Claudia Mahs geht der Ansatz der Berliner Polizei jedoch nicht weit genug. […] „Meiner Meinung nach kann Sprache unfassbar viel aushalten und ist sehr formbar.“ Insbesondere die Schrift­sprache habe sich immer wieder verändert, sagt Mahs mit Verweis auf die Rechtschreib­reform von 1996. Sprachliche und kulturelle Ver­änderungen gebe es häufig. Man müsse sich nur dran ge­wöhnen.

5. 2. 2020

: "Schultigu fü die faschpetuk." , , Bildung
Entschuldigung für die Verspätung? Auch die besten Korrektur­programme können aus einem Buch­staben­salat keine Wörter machen. Recht­schreibung zu lernen bleibt daher wichtig, sagt Didaktik-Professorin Julia Knopf. […] Dass die Recht­schreibung an Bedeutung verliert, weil wir weniger mit der Hand schreiben, ist Unsinn. Orthografie spielt für das Schreiben in den digitalen Medien genauso eine Rolle. […] Wenn ich ins Handy tippe "Das spielen mit dem Ball ist verboten", akzeptiert es das kleine "s", weil es keinen Unter­schied fest­stellt zu "Es ist verboten, mit dem Ball zu spielen". Der Fehler bleibt stehen, weil der Kontext nicht erkannt wird.

Das ist dann aber nicht der kontext, sondern die unnötige grammatik und damit ein unnötiger fehler.

3. 2. 2020

: Pizzicato: Es lebe der Sport. Die Presse, , s. 22, Debatte (208 wörter)
Im Osten Österreichs starteten schließ­lich die Energieferien. Ausgerufen wur­den sie von Energie­ministerin Leonore Gewessler und Bildungs­minister Heinz Faßmann. Für Faßmann selbst fiel das Semester­zeugnis leider nicht so erfreulich aus. […] und dann weigert er sich auch noch beharrlich, seinen Namen in die neue Recht­schreibung zu über­tragen.

2. 2020

: Wirkungen und Nebenwirkungen der Reform. Deutsche Sprache, , 48. jg., nr. 1, s. 93 bis 96, Aufsätze (1697 wörter)
Weitere Eingriffe in die Ortho­graphie würden das Zutrauen in ein funk­tionieren­des System weiter be­schädigen.

31. 1. 2020

: Rechtschreibung unwichtig? Personalchefs strafen Kretschmann ab. , , Deutschland
Im Rahmen seiner Tätigkeit liest Manuel Oehmke oft Bachelor- und Master­arbeiten. „Auch hier ist die Qualität runter gegangen, nicht nur in den Anschreiben. […]“ Selbst Akademiker täten sich häufig schwer, Texte fehlerfrei zu formulieren. Bei Würth wird inzwischen auf das klassische Anschreiben in Be­werbungen sogar weitgehend verzichtet. Dessen Aussage­kraft hat zu sehr nachgelassen. „Die Leute holen sich die Vorlagen aus dem Internet und kopieren sie einfach. […]“, sagt Oehmke. Eine Bewerbung voller Fehler ist für ihn immer noch ein wichtiger Grund, jemand anderen vor­zuziehen. Die Falsch-Schreiber schaden mit ihrer schlechten Orthografie also ihrer beruflichen Zukunft. „Trotz­dem wird diese Qualifika­tion nicht mehr so wichtig genommen. Und eine Äußerung wie die des Minister­präsidenten leistet dieser Entwicklung noch Vorschub. Das ist fatal.“

30. 1. 2020

: Meisterin im Märchenerzählen. , , Denzlingen
Alexandra Kuttruff, auch unter ihrem Pseudonym Alex Zane bekannt, lebt in Denzlingen, ist Autorin und eine von vielen Märchenerzählerinnen. […] Zu Beginn ihrer Auszeit begann sie, ihr erstes Buch […] zu schreiben. Allerdings verschwand das Manu­skript zunächst in der Schublade, in der es bis zur Rechtschreib­reform lag. […] "Nach der Rechtschreib­reform setzte ich mich zum Um­schreiben ein zweites Mal an mein erstes Buch und 2001 begann ich mit der Verlags­suche", schildert Kuttruff.

28. 1. 2020

: Seitenblick: Verwaiste Weisheit. Neue Zürcher Zeitung (), , 241. jg., nr. 22, s. 11, Meinung & Debatte (512 wörter)
Voller Stolz berichtete die Österreich-Ausgabe der Wochenschrift «Die Zeit», dass der […] Erfolgs­schriftsteller Marc Elsberg mit Lars Feld, einem der deutschen «Wirtschafts­waisen», über Egoismus und Kapitalismus diskutieren durfte. Der Leser stutzt. Ein sinn­störender Fehler in einem re­nommierten Organ? Die fatalen Aus­wirkungen der unseligen Rechtschreib­reform in den oberen Etagen des deutsch­sprachigen Feuilletons? Ein schlichtes Versehen?
: Deutschstunde: Wenn die Tageszeiten in den Duden geraten. Hamburger Abendblatt, , s. 2, Meinung (632 wörter)
Gestern „abend“ waren wir im Kino. So schrieb man jahrzehnte­lang, doch so ist es seit der Rechtschreib­reform nicht mehr. Viele Ältere können sich daran nicht gewöhnen. […] Die laute Kritik an dieser Neuerung war unüberlegt, denn genau genommen handelte es sich bereits damals bei den Tages­zeiten um keine Adverbien, sondern um Substantive.
: Debatte um Rechtschreibung: Wozu richtig schreiben können? (Westdeutsche Zeitung), , Politik, Inland
NRW-Bildungs­ministerin Gebauer sieht eine gute Recht­schreibung als Grundlage für den weiteren Lebens­weg. […] „Wer richtig schreiben kann, hat es sowohl in der Schule als auch später im Berufs­leben leichter“, meint Gebauer.

Es wäre ja auch ungerecht, wenn es die leichter hätten, die irgendetwas weniger gut können.

27. 1. 2020

: Korrekte Rechtschreibung wird zur Machtfrage. (Westdeutsche Zeitung), , Meinung
Der Spruch: „Man muss nicht alles wissen, man muss nur wissen, wo es steht“ trifft auf vieles in unserer Wissens­gesellschaft zu. Wenn aller­dings die Grundlagen fehlen, um mit dem irgendwo Stehenden zu arbeiten, bringt das Wissen nichts. Wer im Wörter­buch bei F oder V blättert, um nach­zuschauen ob Pferd mit ä geschrieben wird, wird dann nicht mehr ver­zweifeln, sondern eine Egal-Haltung annehmen.

Oder die haltung annehmen, dass v und ä abgeschafft werden sollten. Siehe auch stellung­nahme.

25. 1. 2020

: Mus das sain? Süddeutsche Zeitung am Wochenende, , s. 6 (276 wörter)
Kretschmann aber kann sich nicht nur auf den Zeitgeist berufen, sondern auch auf einen zeitlosen Geist, dem gerade Deutsch­lehrer kaum wider­sprechen dürften: auf Goethe. Der bekannte einst, die „kon­sequente Recht­schreibung“ sei ihm „immer ziemlich gleich­gültig“ gewesen.
: Kretschmanns Trottel. , , Kommentare
Der grüne Minister­präsident erklärt die Be­herrschung der deutschen Recht­schreibung zur Nebensache – es gebe ja „kluge Geräte“. […] Abgesehen davon, dass so manche elektroni­sche Nachricht offenbar von Kretins gesendet wird, deren […] viereckige Geräte offenbar genauso dürftig in der Recht­schreibung sind wie ihre Besitzer, ist Kretsch­manns Argumen­tation abenteuer­lich. Nähme man sie ernst, bräuchte kein Schüler mehr rechnen zu lernen. […] Am Ende verließen nicht Schüler die Schule, sondern Trottel.

Kleine verwechslung: rechnen entspricht der sprache, nicht der rechtschreibung. (schichtenmodell.)

24. 1. 2020

: Wo bleibt die Allgemeinbildung der Professoren? Zuger Zeitung, , s. 28, Forum (385 wörter)
Vor Jahren posaunte der Rat für deutsche Recht­schreibung laut heraus, dass man nun nicht mehr «Alb­traum», sondern «Alptraum» zu schreiben habe. Hätten sie Allgemein­bildung gehabt, statt nur Schul­meisterei betrieben, hätten sie gewusst, dass ein Albtraum nichts mit einer Alp zu tun hat, sondern von Alben ver­ursacht wird, also von Elfen, einem Fabelwesen. Alp­traum war also schon vor der Rechtschreib­reform falsch.

Der rat schulmeistert eben nicht, indem er beides zulässt. Die schreibweisen der alp und der alb (naturgeist) existieren seit urzeiten. Der duden führte vor der reform nur Alptraum auf; jetzt zieht er Albtraum vor.

: Grünen-Politiker Kretschmann: „Rechtschreibung gehört nicht zu den gravierenden Problemen der Bildungspolitik.“ , , Deutschland (739 wörter)
„Jeder Mensch braucht ein Grund­gerüst an Recht­schreib­kenntnissen, das ist gar keine Frage. Aber die Be­deutung, Recht­schreibung zu pauken, nimmt ab, weil wir heute ja nur noch selten hand­schriftlich schreiben“, sagte der Grünen-Politiker. Den Grundschul­verband hat er auf seiner Seite. Doch CDU und der Rat für deutsche Recht­schreibung wider­spre­chen entschieden. […] Der Grundschul­verband Baden-Württem­berg ist dagegen ganz beim Minister­präsidenten.

wichtigkeit der rechtschreibung.

21. 1. 2020

: Polizei senkt Rechtschreib-Anforderungen für Bewerber. , , Panorama
Die Bundes­polizei hat ihre An­forderungen für Bewerber ab­gewandelt. […] Beim Diktat wurde die maximal erlaubte Fehler­quote von 20 auf 24 Fehler erhöht – bezogen auf einen Text mit 180 Wörtern, also etwa eine halbe DIN-A4-Seite, wie auf Nach­frage erläutert wurde.
: The alphabets at risk of extinction. , , Future
It isn’t just languages that are en­dangered: dozens of alphabets around the world are at risk. And they could have even more to tell us.

20. 1. 2020

: Unsterblich. Frankfurter Allgemeine Zeitung (), , nr. 16, s. 9, Feuilleton (429 wörter)
In grünen Uniformen, die sie bei den Aufnahme­zeremonien tragen, und mit dem Schwert […] ver­teidigen die „Un­sterbli­chen“ die französische Kultur und Sprache. Jeden Donnerstag­nachmittag arbeiten sie an ihrem maß­geblichen Regelwerk, dem Wörter­buch. Als „tödliche Gefahr für die französische Sprache“ bekämpften sie die noch von der sozialistischen Regierung François Hollandes eingeführte Rechtschreibung für mehr soziale und geschlechtliche Gerechtig­keit. „Wie jene von 1905 und 1994“, hoffte voller Zuversicht Hélène Carrère d’Encausse, „ewige General­sekretärin“ der Akademie, werde die Reform „dem Vergessen anheim­fallen“.

14. 1. 2020

: Wie hältst du’s mit der Präposition? Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 11, s. 11, Feuilleton (1378 wörter)
Es ergeben sich an der Spitze eines riesigen Eisbergs zwei terminologi­sche Konsequenzen: Erstens, was wir einen sprachlichen Zweifels­fall nennen, beruht in aller Regel auf syste­matischen Ziel­konflikten. Zweifels­fälle sind eine Quelle für Sprach­wandel und grammatisch fun­diert. Zweitens, Normkonflikte be­ruhen in der Regel auf Zweifels­fällen, die im öffentlichen Sprach­diskurs thematisiert werden. Was nicht im Diskurs aufscheint, hat auch nicht den Status eines Norm­konflikts. Den Grammatikern sind in großer Zahl Zweifels­fälle bekannt, die bisher nicht zu Norm­konflikten geführt haben. Sie sind gnädig mit Nacht und Grauen bedeckt. Natürlich muss es nicht dabei bleiben. Unruhe­stifter gibt es immer wieder. Ab­schreckende Bei­spiele sind die Getrennt- und Zusammen­schreibung, deren Neu­regelung von 1996 zahlreiche schlafende Hunde geweckt hat[,] oder all jene Norm­bücher, die Normprobleme aufwerfen, die ohne sie kaum jemand hätte.

13. 1. 2020

: Die Sprachpolitik der AfD. , , Die Engelbart-Galaxis
Ein Blick weiter an den rechten Rand des politischen Spektrums ist in dieser Hin­sicht aufschluss­reich. Obwohl das Partei­programm der NPD aus dem Jahr 2010 mit gerade einmal 20 Seiten nur ein Zehntel des Umfangs des Grundsatz­programms der AfD aufweist, sind sogar hier sechs sprach­politische Positionen zu finden, von denen sich fast alle mit denen der AfD mehr oder weniger decken oder noch darüber hinaus gehen […]: […] Ablehnung der Rechtschreib­reform: „Die NPD hält die sogenannte Rechtschreib­reform für gescheitert und befürwortet eine Rückkehr zur be­währten Recht­schreibung.“
: Von Wörtern zu Taten? (blog: Von Wörtern und Bäumen), , Semantik
Wenn man Linguisten nerven möchte, dann gibt es drei […] Möglichkeiten: […], man fragt sie nach ihrer linguisti­schen Meinung zur Rechtschreib­reform […]. Was die drei Fragen […] mit­einander zu tun haben, ist, dass sie den Finger in drei große Wunden der Sprach­forschung legen […]. Die Frage nach der Recht­schreib­reform […] steht für mich persönlich für den Zeitpunkt, an dem die Linguistik zum letzten Mal so richtig grandios versagt hat. Indem sie sich aus einer Diskussion über die Reform weitest­gehend heraus hielt, überließ sie das Feld den Literatur Schaffenden, die dann ihr persönliches ästhetisches Empfinden an erste Stelle stellten […]. Zum gleichen Zeitpunkt begann man auch, immer mehr Institute der vergleichenden Sprach­wissenschaft zu schließen […]. Dass der historische Sprach­vergleich jedoch sehr wohl etwas zu sagen hat, wenn es um die Reform von Schrift­systemen, die ja historisch gewachsene Systeme dar­stellen, geht, das wurde dabei wieder einmal […] voll­ständig ignoriert.

5. 1. 2020

: Deutsche Sprache, egale Sprache. Kümmert uns in der Schweiz die Rechtschreibung nicht mehr? Es sieht ganz danach aus. SonntagsZeitung, , 34. jg., nr. 1, s. 45, Gesellschaft (855 wörter)
In der Uni haben viele Pro­fessoren aufgegeben, auf fehler­freie Texte zu pochen. Hauptsache, die inneren Werte stimmen, die eigenen Gedanken, die Fähigkeit, Inhalte zu verstehen. Das alles macht in Zeiten von Fake News sicher Sinn, verstärkt aber die Unsicher­heit bei der Rechtschreibung und Grammatik. Viele Erwachsene fühlen sich darin nicht mehr sattel­fest, auch weil sie kaum mehr längere Texte schreiben und lesen und spätestens seit der letzten Duden­revision den Überblick verloren haben.