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Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

presseartikel → 2020
nachgeführt 2020-4-4 , 2020-3-23
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Aus presse und internet

4. 4. 2020

neu : W124. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , s. 18, Literarisches Leben
Von 1985 bis 2002 trug uns ein unverwüst­licher Mercedes W124 […] durch die sich wandelnden Lande […]. Mir fiel eine Fahrt nach Prag ein, die wir mit ihm gemacht hatten, im Mai 1992 […]. […] was nahm man nicht alles auf sich, um pünktlich in die Versammlung der Akademie­mitglieder zu gelangen und dort die kunstvollen Vorträge und aus­gesucht formulierten Diskussions­beiträge zu hören, es war die Zeit des Ringens um die lebenslang gewohnte Recht­schreibung. Bis niemand mehr wußte, sagte Genazino, was an Schreib­weisen richtig und was falsch war, jetzt gerate ich andauernd beim Schreiben ins Schleudern, wo ich früher mit dem mäßig dicken Duden gut unterwegs war. Es ist eine Linie, ergänzte ich, Orthographie­reform, Akademie­tagung, Prag […].

21. 3. 2020

: Experte: Andere Sprachen haben schon immer Einfluss auf das Deutsche genommen. Braunschweiger Zeitung, , s. 32, Zukunft jetzt!
Linguist Martin Neef von der TU Braunschweig gibt Antworten. […] Haben Sie bereits einen Qualitäts­verlust bei den wissenschaft­lichen Arbeiten der Studenten fest­stellen müssen? [Neef:] Wir bemerken seit Beginn des Jahrtausends einen deutlichen Qualitäts­verlust. Einmal sind insbesondere die Kenntnisse im Bereich der Komma­setzung oft erschreckend gering […]. Wir denken, das liegt an den Lehrern, die durch die beiden Rechtschreib­reformen verunsichert wurden und deshalb das Thema zurück­gestellt haben.

20. 3. 2020

: Mongolia abandons Soviet past by restoring alphabet. (The Australian), , World, The Times
Mongolia has announced plans to restore the use of its tra­ditional alphabet by 2025, replacing the Cyrillic script adopted under the Soviets […]. Media are required to publish in both scripts until 2024, and schools must increase learning time to study the writing.

17. 3. 2020

neu : Karantäne oder Kwarantäne: Wie spricht man "Quarantäne" richtig aus? , , Fazit
Beim Wort "Quaran­täne" scheiden sich die Geister […]. Spricht man es "Kwaran­täne" aus oder "Karan­täne"? […] Dazu haben wir Bastian Sick befragt.

13. 3. 2020

: «Schweizer sind sprachlich unsicher.» Tages-Anzeiger, , s. 31, Kultur & Gesellschaft, scan (1193 wörter)
Kultur-Redaktor Martin Ebel führte die erfolg­reichste hiesige Sprach­kolumne. […] Unser Experte über Gender­sternchen, Floskeln und Forsythien. […] Oder sollen wir der Höflich­keit halber schreiben: Wir duzen Dich? [Ebel:] Das ist nicht nötig, danke. Korrekt ist die Klein­schreibung, mit der Rechtschreib­reform 1996 wurde die gross geschriebene Höflichkeits­form ab­geschafft.

28. 2. 2020

neu : Randnotiz: Man gewöhnt sich an (fast) alles. Anzeiger von Saanen (), , s. 3
Setzt sich die gendergerechte Schreib­weise jedoch durch, werde ich mich daran gewöhnen, wie ich mich an die neue Recht­schreibung gewöhnt habe. Mit wenigen Ausnahmen. Bei der Gämse (Gemse) setzt sich in der Regel mein linker Mittel­finger gegen den kleinen Finger meiner rechten Hand durch.

25. 2. 2020

: Rechtschreibreformen sorgen für Chaos. (Kreiszeitung Böblinger Bote), , Leserbrief (499 wörter)
Soll Deutsch­land künftig ein Agrarland werden oder seine Einnahmen aus dem Tourismus be­ziehen? Die auf­fällig vielen Rechtschreib­reformen in der späteren BRD waren einzig alle zum Nutzen und Frommen des Duden-Verlages. In den Schulen und in den Schreib­büros sorgten sie dagegen stets für Chaos! Dass sich daraus eine gewisse Rechtschreib-Legasthenie ent­wickelt hat, scheint das gewollte Resultat zu sein, und zwar von denen, die daran ein Interesse haben, dass das Bewusst­sein der Menschen aufs Animalische reduziert wird!

24. 2. 2020

: Have we murdered the apostrophe? , , Culture (2440 wörter)
Last year, the Apostrophe Protection Society was disbanded, having supposedly failed in its mission. But what is the correct use of the grammati­cal mark anyway […]? Apostrophes can be tricky – especially if you’ve never been properly taught how to use them. Faced with a trouble­some conundrum, many will err on the side of caution and leave them out alto­gether. But of course this is tech­nically wrong too, even if a slew of companies arguably set a bad example by doing the same.

16. 2. 2020

: Rechtschreibreformen. Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, , nr. 7, s. 10, Leben, Leserbriefe (35 wörter)
Hat sich mal jemand Gedanken darüber gemacht, wie viel Wissen und Können durch die un­säglichen „Rechtschreib­reformen“ ent­wertet und ver­nichtet wurden?

Ja! Siehe stellung­nahme.

12. 2. 2020

: Stichwort: «Quentchen.» Neue Zürcher Zeitung, , 241. jg., nr. 35, s. 36, Feuilleton
Quentchen oder Quäntchen – das ist hier die Frage. Die deutsche Rechtschreib­reform der jüngsten Jahrtausend­wende hat aus dem über­schwenglichen Über­schwang einen über­schwänglichen […] und so denn auch aus dem alt­vertrauten Quentchen ein Quäntchen werden lassen. […] Die NZZ ist im Wortsinn unbeirrt seit nunmehr 240 Jahren beim guten alten «Quentchen» ge­blieben […].

11. 2. 2020

: So weit die Regeln des Deutschen uns tragen. Hamburger Abendblatt, , s. 4, Meinung (626 wörter)
Mit der Präposition „am“ ein Substantiv und groß, ohne „am“ ein Adverb und klein? Ich erlaubte mir die An­merkung, dass die Rechtschreib­reform auch für diese Regel eine Ver­einheitlichung und damit eine Ver­besserung gebracht habe. Wir brauchen uns jetzt nur zu merken: Tages­zeiten immer groß – gestern [am] Abend.

9. 2. 2020

: Deutschstunde bei Herr Maier. Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, , nr. 6, s. 4, Politik (1117 wörter)
Viele Lehrer sind schlecht in Grammatik und Recht­schreibung. […] Die Ursachen für den Nieder­gang sind nicht leicht aus­zumachen. Viele machen die mehrfach geänderte Rechtschreib­reform verantwortlich, die zu Ver­unsicherung geführt habe. Auch Rechtschreib­programme stehen unter Verdacht: Einerseits helfen sie, anderer­seits fördern sie das Sprach­verständnis nicht und korrigieren weder Zeichen­setzung noch grammatische Fehler verlässlich.

7. 2. 2020

: So gendert die Berliner Polizei. Berliner Morgenpost, , s. 10, Berlin (370 wörter)
Im dienstlichen Sprach­gebrauch sei man angehalten, eine gender­gerechte Sprache anzuwenden. Konkrete Vorgaben mache die Polizei […] aber nicht. […] Der Geschlechter­forscherin Claudia Mahs geht der Ansatz der Berliner Polizei jedoch nicht weit genug. […] „Meiner Meinung nach kann Sprache unfassbar viel aushalten und ist sehr formbar.“ Insbesondere die Schrift­sprache habe sich immer wieder verändert, sagt Mahs mit Verweis auf die Rechtschreib­reform von 1996. Sprachliche und kulturelle Ver­änderungen gebe es häufig. Man müsse sich nur dran ge­wöhnen.

5. 2. 2020

: "Schultigu fü die faschpetuk." , , Bildung
Entschuldigung für die Verspätung? Auch die besten Korrektur­programme können aus einem Buch­staben­salat keine Wörter machen. Recht­schreibung zu lernen bleibt daher wichtig, sagt Didaktik-Professorin Julia Knopf. […] Dass die Recht­schreibung an Bedeutung verliert, weil wir weniger mit der Hand schreiben, ist Unsinn. Orthografie spielt für das Schreiben in den digitalen Medien genauso eine Rolle. […] Wenn ich ins Handy tippe "Das spielen mit dem Ball ist verboten", akzeptiert es das kleine "s", weil es keinen Unter­schied fest­stellt zu "Es ist verboten, mit dem Ball zu spielen". Der Fehler bleibt stehen, weil der Kontext nicht erkannt wird.

Das ist dann aber nicht der kontext, sondern die unnötige grammatik und damit ein unnötiger fehler.

3. 2. 2020

: Pizzicato: Es lebe der Sport. Die Presse, , s. 22, Debatte (208 wörter)
Im Osten Österreichs starteten schließlich die Energieferien. Ausgerufen wurden sie von Energie­ministerin Leonore Gewessler und Bildungs­minister Heinz Faßmann. Für Faßmann selbst fiel das Semester­zeugnis leider nicht so erfreulich aus. […] und dann weigert er sich auch noch beharrlich, seinen Namen in die neue Recht­schreibung zu über­tragen.

31. 1. 2020

: Rechtschreibung unwichtig? Personalchefs strafen Kretschmann ab. , , Deutschland
Im Rahmen seiner Tätigkeit liest Manuel Oehmke oft Bachelor- und Master­arbeiten. „Auch hier ist die Qualität runter gegangen, nicht nur in den Anschreiben. […]“ Selbst Akademiker täten sich häufig schwer, Texte fehlerfrei zu formulieren. Bei Würth wird inzwischen auf das klassische Anschreiben in Be­werbungen sogar weitgehend verzichtet. Dessen Aussage­kraft hat zu sehr nachgelassen. „Die Leute holen sich die Vorlagen aus dem Internet und kopieren sie einfach. […]“, sagt Oehmke. Eine Bewerbung voller Fehler ist für ihn immer noch ein wichtiger Grund, jemand anderen vor­zuziehen. Die Falsch-Schreiber schaden mit ihrer schlechten Orthografie also ihrer beruflichen Zukunft. „Trotz­dem wird diese Qualifika­tion nicht mehr so wichtig genommen. Und eine Äußerung wie die des Minister­präsidenten leistet dieser Entwicklung noch Vorschub. Das ist fatal.“

30. 1. 2020

: Meisterin im Märchenerzählen. , , Denzlingen
Alexandra Kuttruff, auch unter ihrem Pseudonym Alex Zane bekannt, lebt in Denzlingen, ist Autorin und eine von vielen Märchenerzählerinnen. […] Zu Beginn ihrer Auszeit begann sie, ihr erstes Buch […] zu schreiben. Allerdings verschwand das Manu­skript zunächst in der Schublade, in der es bis zur Rechtschreib­reform lag. […] "Nach der Rechtschreib­reform setzte ich mich zum Um­schreiben ein zweites Mal an mein erstes Buch und 2001 begann ich mit der Verlags­suche", schildert Kuttruff.

28. 1. 2020

: Seitenblick: Verwaiste Weisheit. Neue Zürcher Zeitung (), , 241. jg., nr. 22, s. 11, Meinung & Debatte (512 wörter)
Voller Stolz berichtete die Österreich-Ausgabe der Wochenschrift «Die Zeit», dass der […] Erfolgs­schriftsteller Marc Elsberg mit Lars Feld, einem der deutschen «Wirtschafts­waisen», über Egoismus und Kapitalismus diskutieren durfte. Der Leser stutzt. Ein sinn­störender Fehler in einem re­nommierten Organ? Die fatalen Aus­wirkungen der unseligen Rechtschreib­reform in den oberen Etagen des deutsch­sprachigen Feuilletons? Ein schlichtes Versehen?
: Deutschstunde: Wenn die Tageszeiten in den Duden geraten. Hamburger Abendblatt, , nr. s. 2, Meinung (632 wörter)
Gestern „abend“ waren wir im Kino. So schrieb man jahrzehnte­lang, doch so ist es seit der Rechtschreib­reform nicht mehr. Viele Ältere können sich daran nicht gewöhnen. […] Die laute Kritik an dieser Neuerung war unüberlegt, denn genau genommen handelte es sich bereits damals bei den Tages­zeiten um keine Adverbien, sondern um Substantive.
: Debatte um Rechtschreibung: Wozu richtig schreiben können? (Westdeutsche Zeitung), , Politik, Inland
NRW-Bildungs­ministerin Gebauer sieht eine gute Recht­schreibung als Grundlage für den weiteren Lebens­weg. […] „Wer richtig schreiben kann, hat es sowohl in der Schule als auch später im Berufs­leben leichter“, meint Gebauer.

Es wäre ja auch ungerecht, wenn es die leichter hätten, die irgendetwas weniger gut können.

27. 1. 2020

: Korrekte Rechtschreibung wird zur Machtfrage. (Westdeutsche Zeitung), , Meinung
Der Spruch: „Man muss nicht alles wissen, man muss nur wissen, wo es steht“ trifft auf vieles in unserer Wissens­gesellschaft zu. Wenn aller­dings die Grundlagen fehlen, um mit dem irgendwo Stehenden zu arbeiten, bringt das Wissen nichts. Wer im Wörter­buch bei F oder V blättert, um nach­zuschauen ob Pferd mit ä geschrieben wird, wird dann nicht mehr ver­zweifeln, sondern eine Egal-Haltung annehmen.

Oder die haltung annehmen, dass v und ä abgeschafft werden sollten. Siehe auch stellung­nahme.

25. 1. 2020

: Mus das sain? Süddeutsche Zeitung am Wochenende, , s. 6 (276 wörter)
Kretschmann aber kann sich nicht nur auf den Zeitgeist berufen, sondern auch auf einen zeitlosen Geist, dem gerade Deutsch­lehrer kaum wider­sprechen dürften: auf Goethe. Der bekannte einst, die „kon­sequente Recht­schreibung“ sei ihm „immer ziemlich gleich­gültig“ gewesen.
: Kretschmanns Trottel. , , Kommentare
Der grüne Minister­präsident erklärt die Be­herrschung der deutschen Recht­schreibung zur Nebensache – es gebe ja „kluge Geräte“. […] Abgesehen davon, dass so manche elektroni­sche Nachricht offenbar von Kretins gesendet wird, deren […] viereckige Geräte offenbar genauso dürftig in der Recht­schreibung sind wie ihre Besitzer, ist Kretsch­manns Argumen­tation abenteuer­lich. Nähme man sie ernst, bräuchte kein Schüler mehr rechnen zu lernen. […] Am Ende verließen nicht Schüler die Schule, sondern Trottel.

Kleine verwechslung: rechnen entspricht der sprache, nicht der rechtschreibung. (schichtenmodell.)

24. 1. 2020

: Wo bleibt die Allgemeinbildung der Professoren? Zuger Zeitung, , s. 28, Forum (385 wörter)
Vor Jahren posaunte der Rat für deutsche Recht­schreibung laut heraus, dass man nun nicht mehr «Alb­traum», sondern «Alptraum» zu schreiben habe. Hätten sie Allgemein­bildung gehabt, statt nur Schul­meisterei betrieben, hätten sie gewusst, dass ein Albtraum nichts mit einer Alp zu tun hat, sondern von Alben ver­ursacht wird, also von Elfen, einem Fabelwesen. Alp­traum war also schon vor der Rechtschreib­reform falsch.

Der rat schulmeistert eben nicht, indem er beides zulässt. Die schreibweisen der alp und der alb (naturgeist) existieren seit urzeiten. Der duden führte vor der reform nur Alptraum auf; jetzt zieht er Albtraum vor.

: Grünen-Politiker Kretschmann: „Rechtschreibung gehört nicht zu den gravierenden Problemen der Bildungspolitik.“ , , Deutschland (739 wörter)
„Jeder Mensch braucht ein Grund­gerüst an Recht­schreib­kenntnissen, das ist gar keine Frage. Aber die Be­deutung, Recht­schreibung zu pauken, nimmt ab, weil wir heute ja nur noch selten hand­schriftlich schreiben“, sagte der Grünen-Politiker. Den Grundschul­verband hat er auf seiner Seite. Doch CDU und der Rat für deutsche Recht­schreibung wider­sprechen entschieden. […] Der Grundschul­verband Baden-Württem­berg ist dagegen ganz beim Minister­präsidenten.

wichtigkeit der rechtschreibung.

21. 1. 2020

: Polizei senkt Rechtschreib-Anforderungen für Bewerber. , , Panorama
Die Bundes­polizei hat ihre An­forderungen für Bewerber ab­gewandelt. […] Beim Diktat wurde die maximal erlaubte Fehler­quote von 20 auf 24 Fehler erhöht – bezogen auf einen Text mit 180 Wörtern, also etwa eine halbe DIN-A4-Seite, wie auf Nach­frage erläutert wurde.
: The alphabets at risk of extinction. , , Future
It isn’t just languages that are en­dangered: dozens of alphabets around the world are at risk. And they could have even more to tell us.

20. 1. 2020

: Unsterblich. Frankfurter Allgemeine Zeitung (), , nr. 16, s. 9, Feuilleton (429 wörter)
In grünen Uniformen, die sie bei den Aufnahme­zeremonien tragen, und mit dem Schwert […] ver­teidigen die „Unsterbli­chen“ die französische Kultur und Sprache. Jeden Donnerstag­nachmittag arbeiten sie an ihrem maß­geblichen Regelwerk, dem Wörter­buch. Als „tödliche Gefahr für die französische Sprache“ bekämpften sie die noch von der sozialistischen Regierung François Hollandes eingeführte Rechtschreibung für mehr soziale und geschlechtliche Gerechtig­keit. „Wie jene von 1905 und 1994“, hoffte voller Zuversicht Hélène Carrère d’Encausse, „ewige General­sekretärin“ der Akademie, werde die Reform „dem Vergessen anheim­fallen“.

14. 1. 2020

: Wie hältst du’s mit der Präposition? Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 11, s. 11, Feuilleton (1378 wörter)
Es ergeben sich an der Spitze eines riesigen Eisbergs zwei terminologi­sche Konsequenzen: Erstens, was wir einen sprachlichen Zweifels­fall nennen, beruht in aller Regel auf syste­matischen Ziel­konflikten. Zweifels­fälle sind eine Quelle für Sprach­wandel und grammatisch fundiert. Zweitens, Normkonflikte beruhen in der Regel auf Zweifels­fällen, die im öffentlichen Sprach­diskurs thematisiert werden. Was nicht im Diskurs aufscheint, hat auch nicht den Status eines Norm­konflikts. Den Grammatikern sind in großer Zahl Zweifels­fälle bekannt, die bisher nicht zu Norm­konflikten geführt haben. Sie sind gnädig mit Nacht und Grauen bedeckt. Natürlich muss es nicht dabei bleiben. Unruhe­stifter gibt es immer wieder. Ab­schreckende Bei­spiele sind die Getrennt- und Zusammen­schreibung, deren Neu­regelung von 1996 zahlreiche schlafende Hunde geweckt hat[,] oder all jene Norm­bücher, die Normprobleme aufwerfen, die ohne sie kaum jemand hätte.

13. 1. 2020

: Die Sprachpolitik der AfD. , , Die Engelbart-Galaxis
Ein Blick weiter an den rechten Rand des politischen Spektrums ist in dieser Hinsicht aufschluss­reich. Obwohl das Partei­programm der NPD aus dem Jahr 2010 mit gerade einmal 20 Seiten nur ein Zehntel des Umfangs des Grundsatz­programms der AfD aufweist, sind sogar hier sechs sprach­politische Positionen zu finden, von denen sich fast alle mit denen der AfD mehr oder weniger decken oder noch darüber hinaus gehen […]: […] Ablehnung der Rechtschreib­reform: „Die NPD hält die sogenannte Rechtschreib­reform für gescheitert und befürwortet eine Rückkehr zur bewährten Recht­schreibung.“
: Von Wörtern zu Taten? (blog: Von Wörtern und Bäumen), , Semantik
Wenn man Linguisten nerven möchte, dann gibt es drei […] Möglichkeiten: […], man fragt sie nach ihrer linguisti­schen Meinung zur Rechtschreib­reform […]. Was die drei Fragen […] mit­einander zu tun haben, ist, dass sie den Finger in drei große Wunden der Sprach­forschung legen […]. Die Frage nach der Rechtschreib­reform […] steht für mich persönlich für den Zeitpunkt, an dem die Linguistik zum letzten Mal so richtig grandios versagt hat. Indem sie sich aus einer Diskussion über die Reform weitest­gehend heraus hielt, überließ sie das Feld den Literatur Schaffenden, die dann ihr persönliches ästhetisches Empfinden an erste Stelle stellten […]. Zum gleichen Zeitpunkt begann man auch, immer mehr Institute der vergleichenden Sprach­wissenschaft zu schließen […]. Dass der historische Sprach­vergleich jedoch sehr wohl etwas zu sagen hat, wenn es um die Reform von Schrift­systemen, die ja historisch gewachsene Systeme dar­stellen, geht, das wurde dabei wieder einmal […] voll­ständig ignoriert.

5. 1. 2020

: Deutsche Sprache, egale Sprache. Kümmert uns in der Schweiz die Rechtschreibung nicht mehr? Es sieht ganz danach aus. SonntagsZeitung, , 34. jg., nr. 1, s. 45, Gesellschaft (855 wörter)
In der Uni haben viele Pro­fessoren aufgegeben, auf fehler­freie Texte zu pochen. Hauptsache, die inneren Werte stimmen, die eigenen Gedanken, die Fähigkeit, Inhalte zu verstehen. Das alles macht in Zeiten von Fake News sicher Sinn, verstärkt aber die Unsicher­heit bei der Rechtschreibung und Grammatik. Viele Erwachsene fühlen sich darin nicht mehr sattel­fest, auch weil sie kaum mehr längere Texte schreiben und lesen und spätestens seit der letzten Duden­revision den Überblick verloren haben.