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Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

presseartikel → 2020
nachgeführt , 2020-12-26, 2021-01-06
ortografie.ch ersetzt sprache.org ortografie.ch ersetzt in zukunft sprache.org

Aus presse und internet

29. 12. 2020

neu : Auf Glühwein und E-Roller können wir verzichten. Neue Zürcher Zeitung, , 241. jg., nr. 302, s. 28, Feuilleton (1086 wörter)
Das neue Jahr wird wieder aller­hand Unbill und Unfug bringen. […] Auch die Handhabung der Recht­schreibung trägt derzeit zu meiner Verstimmung bei. Nein, ich rede nicht vom Gender­sternchen, das es offiziell gar nicht gibt, sondern von der Schreibung zusammen­gesetzter Substantive. […] Wo allent­halben von einer «Service Station» oder einem «Coffee Shop» zu lesen ist, wundert es nicht, dass die Zusammen­schreibung und der Binde­strich generell verloren gehen. Werfen Sie beim nächsten Restaurant­besuch einmal einen genauen Blick auf die Speise­karte, und Sie werden landauf, landab auf «Spargel Salat», «Linsen Suppe» oder «Erdbeer Törtchen» stossen. Wollen wir das? Ist das schön? Nein, deshalb möge dem 2021 Einhalt geboten werden.

19. 12. 2020

neu : Musizistin an der Harfe. (Schwäbisches Tagblatt), , Leserbrief
Dicke Überschrift: Advents­andacht mit Harfistin. Erst war ich irritiert, dann ver­unsichert. […] War ich mit „Harfe­nistin“ bislang auf dem Holzweg gewesen und hatte übersehen, dass durch die Rechtschreib­reform zwei Buch­staben ver­loren gegangen waren?

14. 12. 2020

neu : Alleingang. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 291, s. 36, Leserforum (250 wörter)
Die Stadt­verwaltung ist nicht berufen – und noch weniger der Staat als Ganzes –, die deutsche Sprache zu ändern […]. Die Sprache gehört den Menschen und nicht den Behörden oder einer Partei – hier den Grünen –, die sie lenken wollen. Zur Rechtschreib­reform hat das Bundesverfassungs­gericht vor etwa 20 Jahren […] fest­gestellt, dass der Staat die Reform nur für sein Schul­system verordnen durfte, in dem die Rechtschreibung der Schüler ständig nach einem geregelten System bewertet werden muss – nicht etwa wegen einer ihm allgemein für die Sprache seiner Bürger gegebenen Zu­ständigkeit.

1. 12. 2020

: Deutschstunde: Wer pleite ist, hat vorher Pleite gemacht. Berliner Morgenpost, , s. 2, Meinung (578 wörter)
Die Rechtschreibreform war keineswegs eine Schlechtschreibreform, nur geben sich einige Leute alle Mühe, sie zu einer solchen zu machen.

15. 10. 2020

: Amtliche Virus-Mutation. Der Schweizerische Hauseigentümer (), , nr. 18, s. 3, Eigentum & Politik (325 wörter)
Bis zur Rechtschreib-Reform von 1996 war der Duden während gut 40 Jahren mass­gebend für die amtliche Recht­schreibung in unserem nördlichen Nachbar­land.

14. 10. 2020

neu : Corona ist an allem schuld. (Jan Deichmohle), , Politik, Migration
Machthaber der BRD geben niemals einen Fehler zu, sondern sie sitzen ihn aus, bis alle sich daran gewöhnt haben und es kein Zurück mehr gibt, wie damals bei der Rechtschreib­reform.

2. 10. 2020

: Von Viren und von Sprachregeln verunsichert. Der Bund (), , 171. jg., nr. 230, Meinungen, Sprachlupe (554 wörter)
Dabei hätte es längst ein Übungsfeld für den Umgang mit Ungewiss­heiten gegeben: die Sprache. Da entscheiden wir laufend Fragen wie die, ob das Gegenüber mit «Wecken» jetzt ein Brötchen oder das Abbrechen des Schlafs gemeint habe. Meistens ist das im Zusammen­hang so klar, dass sich keine Gelegenheit zur Besser­wisserei ergibt. Aber wehe, man kann einer Mehrdeutigkeit eine – gültige oder vermeintliche – Regel entgegen­halten: Dann finden sich immer Leute, die das genüsslich tun. […] Besonders dann, wenn sie wieder einmal einen Beleg dafür gefunden haben wollen, wie unsinnig die Orthografie­reform doch gewesen sei. Sie jammern dann zum Beispiel am Gross­buchstaben darüber, dass sie nicht mehr erkennen können, ob sich eine Mutter «im Stillen» oder «im stillen» Sorgen um die Zukunft ihres Kindes macht.
: Sprachlabor. Süddeutsche Zeitung, , 76. jg., nr. 228, s. 22, Forum
In gewisser Weise ist „der Palatschin­ken“ ein ent­fernter Vetter des „Tol(l)patschs“, von dem die meisten erst bei der Rechtschreib­reform erfuhren, dass er sich von ungarisch talpas (breitfüßig) her­leitet.
: Hallo, hier spricht der Duden. Süddeutsche Zeitung (), , 76. jg., nr. 228, s. 53, Gesellschaft
„Duden-Sprach­beratung, Gabriele Kopf. Guten Morgen!“ […] Aber Gabriele Kopf hat Routine. Seit 2000 ist sie bei der Sprach­beratung und damit eine der Dienst­ältesten hier. Als sie anfing, war die Rechtschreib­reform noch recht frisch. Da mussten sie erst mal Aufräum­arbeit leisten. Die Sache mit dem daß und dass war noch für Jahre ein Dauer­brenner. Damals waren sie auch ein bisschen Sorgen­telefon, und manchmal auch Boxsack für die Rechtschreib-Traditiona­listen.

30. 9. 2020

: Ein Wörterbuch für Untertanen. Die Weltwoche, , 88. jg., nr. 40, s. 59, Literatur und Kunst, Bücher (809 wörter)
Vor 25 Jahren begannen die Reformer der Recht­schreibung ihr Zerstörungs­werk, und der Duden setzt es bis heute fort; unter dem Titel der geschlechter­gerechten Sprache weitet er es aus.

Zum «Zerstörungs­werk»: Das aktuelle zitat.

6. 9. 2020

: Wie gendern? (Frankfurter Rundschau), , Politik, Editorial
Als 1996 die deutsche Rechtschreibung reformiert wurde, zweifelte ich. […] Überzeugt hat mich dann die Analyse des Pisa-Schocks dieser Zeit. Forschungen zeigten, die deutschen Schülerinnen und Schüler schnitten unter anderem deswegen so schlecht im inter­nationalen Bildungs­vergleich ab, weil sie erhebliche Schwierig­keiten im Umgang mit der deutschen Sprache hatten. Das war nicht nur den Lehr­plänen geschuldet, es war höchste Zeit, die komplizierte Rechtschreibung zu reformieren, wenn alle Kinder aus allen Schichten gleich­berechtigten Zugang zur Sprach­verwendung bekommen sollten. […] Gelernt habe ich daraus: Wenn ich von Un­gerechtigkeiten oder Zynismen in meiner Sprache höre, kann ich mich einer Lösung nicht verschließen.
: Drückt die Regierung den Genderstern durch? (Kritischer Journalismus), , Gesellschaft
Somit dürfte klar sein, daß die nächste Rechtschreib­reform 2022 eine Gender-Schreib­reform sein wird, sofern sich keine massive Gegen­wehr erhebt. Wörterbuch­machern und Sprach­ratgebern winkt ein neues Geschäft – auf Kosten der Sprache und der Sprach­gemeinschaft.

2. 9. 2020

: Schweifend schwiff ich schwarbelnd ab. Frankfurter Allgemeine Zeitung (), , nr. 204, s. 10, Feuilleton
Thomas Kapielskis Roman „Kotmörtel“ ist trotzig sinn­verweigernd und erzählerisch völlig enthemmt. […] Dann aber gewinnen zunehmend die Erregungs­themen „alter weißer Männer“ die Oberhand, die dadurch nicht fesselnder werden, dass Hiffen­markt sie als solche reflektiert: Rechtschreib­reform, schlechtes Fernseh­programm, nach­lassende Jugend und Politik.

1. 9. 2020

Rechtschreibung ist und bleibt wichtig! (Die Mittelländische Zeitung), , Bildung
Es wird immer absurder mit unserer Recht­schreibung. […] Wenn jeder schreiben würde, wie er möchte, könnte er sich selbst und andere nicht mehr ver­stehen.

Ja, es wird immer absurder: Da es keine amtliche aussprache­norm gibt, also jeder redet, wie er möchte, können sich die menschen demnach nur noch schriftlich ver­ständigen.

9. 2020

: Rechtschreibfrieden? Nein, bewegung! Schweizer Monat, , 100. jg., nr. 1079, s. 27, Politik & Wirtschaft (646 wörter)
Im «Schweizer Monat» vom mai beklagt Rudolf Wachter den aus­bleibenden rechtschreib­frieden, und Theodor Ickler entlarvt die finsteren mächte hinter der «handstreich­artigen Ein­führung der Reform». Letzteres kann man als deutsches innen­politik­gezänk ad acta legen; es beschreibt immerhin schön die «deutsche Erregungs­gesellschaft», wie die NZZ schreibt, und die unheil­volle rolle der deutschen obrigkeits­hörigkeit.

Ausführlichere fassung.

24. 8. 2020

: Der Duden im Kreuzfeuer identitärer Sprachpolitik. Eine Randbemerkung. , , Die Engelbart-Galaxis
Zwar hat der Duden bereits seit der Rechtschreib­reform von 1996 nicht mehr die Kompetenz, die Ortho­grafie zu regeln, doch wird die Auswahl der Wörter in diesem Recht­schreib­wörterbuch oftmals als eine Festlegung miss­verstanden, was überhaupt zum Wort­schatz der deutschen Sprache gehört und was nicht.

23. 8. 2020

: Eine scharfe Type: ß. Der Tagesspiegel, , s. S3, Sonntag, Phänomen (1368 wörter)
Auch wenn gerade im Zuge der Ver­einheitlichung angesichts der Globalisie­rung immer mal wieder nach einer Ab­schaffung des Buch­stabens gerufen wird – sinnvoll bleibt er auf jeden Fall. Die Rechtschreib­reform von 1996 hat dessen Verwendung sogar noch klarer definiert […].

20. 8. 2020

: Ei der Daus, was serviert die Kaltmamsell? Neue Zürcher Zeitung, , 241. jg., nr. 192, s. 27, Feuilleton (1118 wörter)
1996 freilich büsste der Duden im Zuge der heftig um­strittenen Rechtschreib­reform sein Monopol ein. Grundlage der Ortho­graphie ist seitdem das vom Rat für deutsche Recht­schreibung heraus­gegebene Regelwerk, das die Norm amtlich fixiert.
Wie gut ist Ihre Rechtschreibung? (Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache), , Wort-Spiele
Fremdwörter, Fach­sprachen oder Rechtschreib­reform? Doppelte Buchstaben, Dehnungs-h oder Auslaut? Das Deutsche birgt die ein oder andere ort(h)ografische (?) Heraus­forderung. Haben Sie alle Regeln im Blick? Klicken Sie auf das richtig ge­schriebene Wort.

Quiz mit 10 fragen und jeweils 4 schreibungen zur auswahl. Es geht vor allem um fremdwörter; in 2 fällen sind seit 1996 2 antworten korrekt.

13. 8. 2020

: Dass das Gendergebot des Gemeinderates … , , leserkommentar
… vor den Rechtsmittel­instanzen nicht halten würde, war für alle Juristen ziemlich klar. […] Auf der anderen Seite ist es den GenderInnen natürlich nicht verboten, die Sprache zu erneuern zu versuchen […]. Was mich skeptisch macht ist dieses etwas un­bedarfte Binnen­asterisklein. Sprache (das Wort kommt von "sprechen") über die Ortho­graphie zu wandeln, ist schon etwas speziell.
Das schöne Schild. (Oberbayerisches Volksblatt), , Mühldorf
Manche Wörter haben überraschender­weise überlebt, auch wenn sie kaum jemand benutzt, wie ehr­pusslig oder behände. Die mussten sich aller­dings vor knapp 25 Jahren der Rechtschreib­reform beugen.

12. 8. 2020

: Kasupke sagt … wie es ist. Berliner Morgenpost, , s. 1 (91 wörter)
[…] der Duden war mal die Bibel der deutschen Recht­schreibung. Aba nach zich Rechtschreib­reformen is uff den Duden ooch nich mehr Valass.
: Schreck-Nachricht für Solaranlagen-Pioniere: Wer jetzt um die Photovoltaik-Förderung bangen muss. , , Ebersberg
1996 hat sich das Ehepaar aus Weiding bei Ebers­berg eine Photo­voltaik­anlage aufs Dach geschraubt, mit 20 kW. Noch im selben Jahr machte die Rechtschreib­reform eine Foto­voltaik­anlage daraus.

11. 8. 2020

: Gendersternchen und Chiasamen. Der Tagesspiegel, , s. 24, Weltspiegel (746 wörter)
Der neue Duden erscheint – mit neuen Begriffen und strittigen Themen. Er ist seit der Rechtschreib­reform zwar nicht mehr ver­bindlich – bleibt aber ein Standard­werk.

1. 8. 2020

: 01-08-2020 – Rechtschreibreform. , , Sonntagsgedanken
Ich habe sie nie gemocht, die Rechtschreib­reform. Am 1. August 2006 trat sie nach jahre­langer Diskussionen in Kraft […]. Eine vom Staat ver­ordnete Recht­schreibung gibt es seitdem, vorher galt das, was die Duden-Redaktion sagt.

Eine vom staat (für die schule) ver­ordnete recht­schreibung gibt es seit dem 19. jahrhundert.

21. 7. 2020

: Deutschstunde: Sprache ist, was gesprochen wird. Hamburger Abendblatt, , s. 2, Meinung (636 wörter)
Der Duden, der bis 1996 so stur an den Wider­sprüchen der Orthografie fest­gehalten hat (toll, Tolpatsch; in bezug, mit Bezug etc.), bis die Rechtschreib­reform nicht mehr zu vermeiden war, knickt heute immer mehr ein oder schäkert sogar mit dem Gender­stern („Ich kenne meine Pappen­heimer*innen“).

14. 7. 2020

: Sprachliche Normen in einer Kultur der Digitalität – eine Auslegeordnung. ,
[…] möchte ich zeigen, dass kodifizierte Normen für sprachliche Korrektheit von einem Aus­handlungs­prozess und algo­rithmischen Verfahren überlagert werden. […] Recht­schreibung ergibt sich über die Sprach­verwendung, auf die sich (einfluss­reiche) Menschen einigen können. Das war vor Duden der Standard und ist nach gut 100 Jahren kodifizierter Recht­schreibung wieder der Trend. […] Wenn nun […] Verständnis eines der zentralen Argumente für Rechtschreibung ist, dann lösen Schreib­formen in inter­aktiven, digitalen Settings ein Problem anders: Schreibende müssen nicht Verstehens­probleme präventiv ausräumen, sondern können sie in der Inter­aktion pass­genau bearbeiten, wenn sie auftreten. Sie müssen Rechtschreibung dort normieren, wo es für das Verständnis wirklich wichtig ist – in allen anderen Bereichen entfällt diese Notwendigkeit.

11. 7. 2020

: Die Sprachstilistin: Der Deppenbindestrich geht um. Südostschweiz, Schweiz am Wochenende, , s. 42, Kolumnen
Sie verteilen Binde­striche mit dem Salzstreuer? Über nahezu alles, was Sie schreiben? Sie würden am liebsten Bundes-Rat, Tomaten-Spaghetti und Wohn­zimmer-Tür schreiben? Keine Sorge: Sobald Sie diesen Text ge­lesen haben, werden Sie zusammen­gesetzte Wörter wieder zusammen­schreiben wollen.

7. 7. 2020

: Warum Rechtschreibung in der Kultur der Digitalität an Bedeutung verliert. ,
Ist Rechtschreibung eine Kompetenz, die in der Kultur der Digitalität eine Rolle spielt? Wohl nur teilweise. Bereits seit einigen Jahren kann beobachtet werden, dass Orthographie weniger intensiv unterrichtet wird. Das vermag Menschen immer wieder zu empören […], aber letztlich ist es eine Konsequenz aus der Entscheidung, auf welche Kompetenzen sich Schule fokussieren sollte.

2. 7. 2020

: Could simplifying English spelling improve literacy? ,
The English Spelling Society is inviting parent to help choose a modified spelling system to improve access to literacy. The Society would like parents to examine and to choose between six proposed new spelling scheme arrange­ments.

1. 7. 2020

: Wer so viel weiß, muss wahrlich tief tauchen können. Frankfurter Allgemeine Zeitung (), , nr. 150, s. 11, Feuilleton (504 wörter)
Zum Tod des um­werfend viel­seitigen Publizisten und Über­setzers Dieter E. Zimmer. […] Ganz sicher irrte er sich, als er sagte, an der Rechtschreib­reform hätten viele ihren „all­gemeinen politischen Unmut“ aus­gelassen, wo das Wesentli­che etwas anderes ge­wesen wäre: zu erkennen, dass viele die aller­besten Gründe hatten, gegen ein in­konsistentes Reform­monstrum die Stimme zu erheben. Aber noch Zimmers Irrtümer verdienten Auf­merksamkeit.
: Pandämonium linguistischen Grauens. Neues Deutschland (), , s. 8, Feuilleton (1047 wörter)
Diesem deutsch-deutschen Dilemma abzuhelfen, existiert kaum Besseres als Jürgen Großes pünktlich zum Jubeljahr auf den Buchmarkt ge­worfenes Werk »Die Sprache der Einheit«, dessen Untertitel »Ein Fremdwörter­buch« die Größe des vom Verfasser Geleisteten mit Bescheiden­heit umhüllt. […] Ost­deutsche sind ideologischen Verkündigungen, Verheißungen, Ver­ordnungen gegenüber vor­sichtiger, miss­trauischer, ablehnender als in ökonomischer Prosperität sozialisierte Westdeutsche […]. Modernes West­deutsch umfaßt weniger Wörter und somit geistige Artikulations­möglichkeiten als das Hoch­deutsche. Dafür weist es mehr Schrumpf- und Fehlformen auf sowie – durch die im Westen strenger gegen­einander ab­geschlossenen Milieus – mehr Sozial­dialekte.« (Da Große die Rechtschreib­reform als Versuch sieht, diese Defizite zu verschleiern, folgt er selbst der vor dieser Reform gültigen Schreibung.)

7. 2020

: Wie schreibt man «korrektes» Schweizerdeutsch? (), , nr. 41, s. 15, Kolumne: Mundart (364 wörter)
Wer auf Schweizer­deutsch schreibt, muss sich seine eigenen Regeln zurecht­legen, es gibt ja keine Ortho­grafie.

Doch: stichwort dialekt.

13. 6. 2020

: Latent. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 135, s. 2, Politik, Fraktur
Einer kürzlich von Esken aus­gesprochenen Literatur­empfehlung folgend, haben wir im Duden nach­geschaut, was „latent“ bedeutet. In der ge­schätzten 19. Auflage – der letzten vor dem latenten Irrsinn der Rechtschreib­reform – wird dem Wort aus dem Lateinischen die Bedeutung zu­geschrieben: verborgen, ruhend, gebunden, auf­gespeichert.

9. 6. 2020

: Deutschstunde: Manchmal kommt es auf die Reihenfolge an. Hamburger Abendblatt (), , s. 2, Meinung (620 wörter)
Satzzeichen müssen nicht nur richtig aus­gewählt und gesetzt werden, sie haben auch einen festen Platz in der Riege. […] Das Komma zur Ab­trennung des Begleit­satzes muss trotz des Frage­zeichens (oder eines Ausrufe­zeichens) am Ende der Rede gesetzt werden. Das war früher anders. Diese neue Vorschrift ist die einzige zwingende Regel­änderung der Inter­punktion durch die Rechtschreib­reform 1996.

6. 6. 2020

: Sprachlabor. Süddeutsche Zeitung, , s. 16, Forum
Die Enthüllung, dass Hubert Aiwanger 90 000 „Wischmobs” bestellen ließ, zauberte unserem Leser B. dies Bild vor Augen: Aiwanger vor Millio­nen Randalie­rern, die synchron über ihre Smart­phones wischen. Um seine Vision zu ent­schärfen, sei ihm versichert, dass die Redaktion normaler­weise sehr wohl zwischen Mob (aufgewiegelte Menge), Mop (Wisch­gerät vor der Rechtschreib­reform) und Mopp (Wisch­gerät danach) zu unter­scheiden weiß.

1. 6. 2020

: Deutsche Rechtschreibung oder: Wer hat sich das bloß ausgedacht? , , Eltern
In 1996 erfolgte eine Über­arbeitung der Rechtschreib­regeln. […] Aus meiner Sicht ein riesen­großes Durch­einander, welches zur Folge hatte, dass ich selbst seitdem ständig den Duden zur Hand nehme, um sicher zu sein, dass es richtig ist, was ich schreibe.

29. 5. 2020

26. 5. 2020

: Schreibweise Spagetti/Spaghetti. , , gruppe Wortsophisten und Grammatikpuristen
Man sagte mir, dass das Wort Spaghetti "ein­gedeutscht" sei und niemand auf die Idee käme, Spagetti wie Spadschetti aus­zusprechen. Darum geht es aber nicht. In Deutsch­land leben fast 700.000 Italiener, mit Deutschen italienischer Abstammung sicher noch Hundert­tausende mehr. Viele sind bereits über diese neue Schreib­weise gestolpert. Auch Google kennt nur Spaghetti, gebe ich Spagetti ein, werde ich gefragt: meinten Sie Spaghetti?
: Deutschstunde: Ist eine SMS eigentlich auch ein Brief? Hamburger Abendblatt, , s. 2, Meinung ( wörter)
Die Krux des großen Du ist nämlich, dass alle Welt diese Ausnahme nicht auf den Brief be­schränken, sondern auf alle möglichen und un­möglichen Stellen der deutschen Sprache über­tragen will. […] Einige Leser fragten, ob die Möglichkeit des großen Du nicht nur im Brief, sondern auch in einer SMS, E-Mail oder WhatsApp-Nachricht gelte. […] Liebe Leute, ein Brief ist seiner Definition nach auch dann ein Brief, wenn er nicht auf Papier geschrieben worden ist! Als Konrad Duden 1880 sein erstes Wörter­buch herausgab, hatte er keine Vor­stellung von den Möglichkei­ten des Internets in unseren Tagen, sonst hätte er bestimmt die Du-Regel digital erweitert.
: Deutschstunde: Am Ende bleibt stets der Kampf mit den Kommas. Berliner Morgenpost, , s. 8, Meinung
Leider sind die meisten Komma­regeln fakultativ, das heißt, an der besagten Stelle kann ein Komma stehen, aber Sie können es auch weg­lassen. Wenn die Konjunktion „und“ zwei Haupt­sätze verbindet, steht vor „und“ ein Komma. So klar, so deutlich? Leider nein! Da Fritzchen dieses Komma ohnehin nie beachtet hat, erlauben die Rechtschreib­reformer jetzt, das Komma zwischen zwei Haupt­sätzen mit „und“ zu setzen, das Komma aber auch nicht zu setzen.

19. 5. 2020

: Deutschstunde: Geisterfahrt des großen Du im Deutschen. Hamburger Abendblatt (), , s. 2, Meinung (647 wörter)
Selbst Leute, deren ortho­grafische Leistungen eher an eine Geister­fahrt wi­der Schule und Duden erinnern, werden eines mit Sicherheit nie aus­lassen: das „große Du“, von dem sie irgend­wann einmal gehört haben.

18. 5. 2020

: Sprache ist, wie sie ist. Dem Sprachwissenschaftler Peter Eisenberg zum achtzigsten Geburtstag. Frankfurter Allgemeine Zeitung (), , s. 11, Feuilleton (640 wörter)
Gleich in seinem ersten, vor zwanzig Jahren unter der Rubrik „Fremde Federn“ im Politik­teil er­schienenen Artikel für diese Zeitung hat Peter Eisenberg als Stimme der Vernunft und der Mäßigung Laut gegeben. Das war damals schwer genug; denn es ging um die Recht­schreib­reform, einen der absurdesten kultur­politischen Fehl­griffe, die sich die­ses Land, an­geleitet von ihre Kompetenz über­schreitenden und partiell auch noch ahnungs­losen Kultus­ministern, in den ver­gangenen Jahren geleistet hat.

15. 5. 2020

neu : Schlechte Politik ist tödlich. (Jan Deichmohle), , Politik, Migration
Das schlimmste an der Rechtschreib­reform sie nicht einmal der Unsinn, den Politiker in dieser Frage verzapft hatten, und dessen schädliche Aus­wirkung auf unsere Schrift­sprache, sondern der Verdacht, daß wir in anderen Fragen mit gleicher Dummheit regiert werden.

5. 2020

: Wie man eine Rechtschreibreform durchsetzt. Schweizer Monat, , 100. jg., nr. 1076, s. 72 bis 73, Dossier (1363 wörter)
Pläne für eine Reform der deutschen Recht­schreibung gingen seit je von Volks­schullehrern aus.

Nein. Beispiele in unserer chronik: 1930, 1931, 1961.

: Rechtschreibfrieden? Leider nein! Schweizer Monat, , 100. jg., nr. 1076, s. 70 bis 71, Dossier (1384 wörter)
Aktuell herrscht ein unüber­sichtliches und will­kürliches Regelchaos, das dringend nach Bereinigung schreit. Mehr Sprach­demokratie würde helfen.

Stellung­nahme.

28. 4. 2020

: Unbeweglichkeit im Alter: Keinen neuen Kram mehr, bitte. (tageszeitung), , Gesellschaft, Kolumnen
Starrsinn schmückt den reifen Mann. Denn gelernt hat er schon alles wichtige. Neue Ideen stören da nur die innere und äußere Ruhe. […] Gemüse, Feminismus, neue Recht­schreibung, Intim­hygiene: Bitte keinen neuen Kram mehr!

22. 4. 2020

: Muss man lesen können, um an die Uni zu kommen? Neue Zürcher Zeitung, , 241. jg., nr. 93, s. 28, Feuilleton (666 wörter)
Aber wer sagt überhaupt, dass man auf einer Hochschule lesen und schreiben können muss? Heisst nicht die Art der Wissens­vermittlung immer noch: Vorlesung? Für Menschen mit einem un­verdorbenen Gedächtnis könnte dies ja reichen, da auch die literalisier­ten Kommilito­ninnen und Kommilito­nen einen grossen Teil des Auf­geschriebenen rasch wieder vergessen haben werden. Und hatte nicht schon Plato in seinem Dialog «Phaidros» die Wissens­vermittlung durch die Schrift kritisiert, weil sie dem Gedächtnis, dem Wissen schädlich sei?

4. 4. 2020

: W124. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , s. 18, Literarisches Leben
Von 1985 bis 2002 trug uns ein un­verwüst­licher Mercedes W124 […] durch die sich wandelnden Lande […]. Mir fiel eine Fahrt nach Prag ein, die wir mit ihm gemacht hatten, im Mai 1992 […]. […] was nahm man nicht alles auf sich, um pünktlich in die Versammlung der Aka­demie­mitglieder zu gelangen und dort die kunstvollen Vorträge und aus­gesucht formulierten Diskussions­beiträge zu hören, es war die Zeit des Ringens um die lebenslang gewohnte Recht­schreibung. Bis niemand mehr wußte, sagte Genazino, was an Schreib­weisen richtig und was falsch war, jetzt gerate ich andauernd beim Schreiben ins Schleudern, wo ich früher mit dem mäßig dicken Duden gut unterwegs war. Es ist eine Linie, ergänzte ich, Orthographie­reform, Akademie­tagung, Prag […].

21. 3. 2020

: Experte: Andere Sprachen haben schon immer Einfluss auf das Deutsche genommen. Braunschweiger Zeitung, , s. 32, Zukunft jetzt!
Linguist Neef, MartinMartin Neef von der TU Braunschweig gibt Antworten. […] Haben Sie bereits einen Qualitäts­verlust bei den wissenschaft­lichen Arbeiten der Stu­denten fest­stellen müssen? [Neef:] Wir bemerken seit Beginn des Jahrtausends einen deutlichen Qualitäts­verlust. Einmal sind insbesondere die Kenntnisse im Bereich der Komma­setzung oft er­schreckend gering […]. Wir denken, das liegt an den Lehrern, die durch die beiden Rechtschreib­reformen verunsichert wurden und deshalb das Thema zurück­gestellt haben.

20. 3. 2020

: Mongolia abandons Soviet past by restoring alphabet. (The Australian), , World, The Times
Mongolia has announced plans to restore the use of its tra­ditional alphabet by 2025, replacing the Cyrillic script adopted under the Soviets […]. Media are required to publish in both scripts until 2024, and schools must increase learning time to study the writing.

17. 3. 2020

: Karantäne oder Kwarantäne: Wie spricht man "Quarantäne" richtig aus? , , Fazit
Beim Wort "Quaran­täne" scheiden sich die Geister […]. Spricht man es "Kwaran­täne" aus oder "Karan­täne"? […] Dazu haben wir Bastian Sick befragt.

13. 3. 2020

: «Schweizer sind sprachlich unsicher.» Tages-Anzeiger, , s. 31, Kultur & Gesellschaft, scan (1193 wörter)
Kultur-Redaktor Martin Ebel führte die erfolg­reichste hiesige Sprach­kolumne. […] Unser Experte über Gender­sternchen, Floskeln und Forsythien. […] Oder sollen wir der Höflich­keit halber schreiben: Wir duzen Dich? [Ebel:] Das ist nicht nötig, danke. Korrekt ist die Klein­schreibung, mit der Rechtschreib­reform 1996 wurde die gross geschriebene Höflichkeits­form ab­geschafft.

9. 3. 2020

neu : Die Gesinnungsdiktatur weltfremder Utopisten. (Jan Deichmohle), , Meinungsfreiheit
Das Ergebnis solcher radikaler Verirrung der einst kon­servativen CDU und FDP, der einst jedenfalls halbwegs ver­nünftigen SPD, sieht man bei allen Themen. Auch bei der ‚Rechtschreib­reform’ war den Politikern am Ende klar, daß sie einen Fehler begangen hatten, ein heilloses Chaos auslösten. Doch, wie sinngemäß ein CDU-Politiker damals sagte, „wär es blamabel, die Reform jetzt noch zurück­zunehmen”. Also saß man sie aus. Es war den Politikern egal, ob die deutsche Sprache Schaden leidet, ihre Eindeutigkeit verliert, was sie als Wissenschafts­sprache untauglich macht. Wichtiger war, das Gesicht zu wahren, einen Fehler nicht zuzugeben, indem sie eine falsche Entscheidung zurück­nehmen. Statt­dessen wurde aus­gesessen, bis sich keiner mehr an die Sache erinnert, sinn­bildlich Gras darüber gewachsen ist. Diese Methode des Aussitzens von Fehl­entscheidungen ist wohl so alt wie die BRD. Bei der CDU/CSU mag der Grund einfach Macht­erhaltung gewesen sein. Andere Parteien wie SPD, noch stärker extremisti­scheren Grünen und Linken, sind obendrein welt­anschaulich erbittert festgelegt auf ihre ideologische Utopie.

5. 3. 2020

neu Mutter gewinnt Rechtschreib-Wettbewerb von Schulen in Frankfurt. (Frankfurter Rundschau), , Frankfurt
Auch Frankfurts Bildungs­dezernentin Sylvia Weber (SPD) stellte sich dem Diktat­text. […] Dezernen­tin Weber ist seit der Rechtschreib­reform bei manchen Schreib­weisen unsicher.

28. 2. 2020

: Randnotiz: Man gewöhnt sich an (fast) alles. Anzeiger von Saanen (), , s. 3
Setzt sich die gendergerechte Schreib­weise jedoch durch, werde ich mich daran gewöhnen, wie ich mich an die neue Recht­schreibung gewöhnt habe. Mit wenigen Ausnahmen. Bei der Gämse (Gemse) setzt sich in der Regel mein linker Mittel­finger gegen den kleinen Finger meiner rechten Hand durch.

25. 2. 2020

: Rechtschreibreformen sorgen für Chaos. (Kreiszeitung Böblinger Bote), , Leserbrief (499 wörter)
Soll Deutsch­land künftig ein Agrarland werden oder seine Einnahmen aus dem Tourismus be­ziehen? Die auf­fällig vielen Rechtschreib­reformen in der späteren BRD waren einzig alle zum Nutzen und Frommen des Duden-Verlages. In den Schulen und in den Schreib­büros sorgten sie dagegen stets für Chaos! Dass sich daraus eine gewisse Rechtschreib-Legasthenie ent­wickelt hat, scheint das gewollte Resultat zu sein, und zwar von denen, die daran ein Interesse haben, dass das Bewusst­sein der Menschen aufs Animalische reduziert wird!

24. 2. 2020

: Have we murdered the apostrophe? , , Culture (2440 wörter)
Last year, the Apostrophe Protection Society was disbanded, having supposedly failed in its mission. But what is the correct use of the grammati­cal mark anyway […]? Apostrophes can be tricky – especially if you’ve never been properly taught how to use them. Faced with a trouble­some conundrum, many will err on the side of caution and leave them out alto­gether. But of course this is tech­nically wrong too, even if a slew of companies arguably set a bad example by doing the same.

16. 2. 2020

: Rechtschreibreformen. Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, , nr. 7, s. 10, Leben, Leserbriefe (35 wörter)
Hat sich mal jemand Gedanken darüber gemacht, wie viel Wissen und Können durch die un­säglichen „Rechtschreib­reformen“ ent­wertet und ver­nichtet wurden?

Ja! Siehe stellung­nahme.

12. 2. 2020

: Stichwort: «Quentchen.» Neue Zürcher Zeitung, , 241. jg., nr. 35, s. 36, Feuilleton
Quentchen oder Quäntchen – das ist hier die Frage. Die deutsche Recht­schreib­reform der jüngsten Jahrtausend­wende hat aus dem über­schwenglichen Über­schwang einen über­schwänglichen […] und so denn auch aus dem alt­vertrauten Quentchen ein Quäntchen werden lassen. […] Die NZZ ist im Wortsinn unbeirrt seit nunmehr 240 Jahren beim guten alten «Quentchen» ge­blieben […].

11. 2. 2020

: So weit die Regeln des Deutschen uns tragen. Hamburger Abendblatt, , s. 4, Meinung (626 wörter)
Mit der Präposition „am“ ein Substantiv und groß, ohne „am“ ein Adverb und klein? Ich erlaubte mir die An­merkung, dass die Rechtschreib­reform auch für diese Regel eine Ver­einheitlichung und damit eine Ver­besserung gebracht habe. Wir brauchen uns jetzt nur zu merken: Tages­zeiten immer groß – gestern [am] Abend.

9. 2. 2020

: Deutschstunde bei Herr Maier. Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, , nr. 6, s. 4, Politik (1117 wörter)
Viele Lehrer sind schlecht in Grammatik und Recht­schreibung. […] Die Ursachen für den Nieder­gang sind nicht leicht aus­zumachen. Viele machen die mehrfach geänderte Rechtschreib­reform verant­wortlich, die zu Ver­unsicherung geführt habe. Auch Rechtschreib­programme stehen unter Verdacht: Einerseits helfen sie, anderer­seits fördern sie das Sprach­verständnis nicht und korrigieren weder Zeichen­setzung noch grammatische Fehler verlässlich.

7. 2. 2020

: So gendert die Berliner Polizei. Berliner Morgenpost, , s. 10, Berlin (370 wörter)
Im dienstlichen Sprach­gebrauch sei man angehalten, eine gender­gerechte Spra­che anzuwenden. Konkrete Vor­gaben mache die Polizei […] aber nicht. […] Der Geschlechter­forscherin Claudia Mahs geht der Ansatz der Berliner Polizei jedoch nicht weit genug. […] „Meiner Meinung nach kann Sprache unfassbar viel aushalten und ist sehr formbar.“ Insbesondere die Schrift­sprache habe sich immer wieder verändert, sagt Mahs mit Verweis auf die Rechtschreib­reform von 1996. Sprachliche und kulturelle Ver­änderungen gebe es häufig. Man müsse sich nur dran ge­wöhnen.

5. 2. 2020

: "Schultigu fü die faschpetuk." , , Bildung
Entschuldigung für die Verspätung? Auch die besten Korrektur­programme können aus einem Buch­staben­salat keine Wörter machen. Recht­schreibung zu lernen bleibt daher wichtig, sagt Didaktik-Professorin Julia Knopf. […] Dass die Recht­schreibung an Bedeutung verliert, weil wir weniger mit der Hand schreiben, ist Unsinn. Orthografie spielt für das Schreiben in den digitalen Medien genauso eine Rolle. […] Wenn ich ins Handy tippe "Das spielen mit dem Ball ist verboten", akzeptiert es das kleine "s", weil es keinen Unter­schied fest­stellt zu "Es ist verboten, mit dem Ball zu spielen". Der Fehler bleibt stehen, weil der Kontext nicht erkannt wird.

Das ist dann aber nicht der kontext, sondern die unnötige grammatik und damit ein unnötiger fehler.

3. 2. 2020

: Pizzicato: Es lebe der Sport. Die Presse, , s. 22, Debatte (208 wörter)
Im Osten Österreichs starteten schließ­lich die Energieferien. Ausgerufen wur­den sie von Energie­ministerin Leonore Gewessler und Bildungs­minister Heinz Faßmann. Für Faßmann selbst fiel das Semester­zeugnis leider nicht so erfreulich aus. […] und dann weigert er sich auch noch beharrlich, seinen Namen in die neue Recht­schreibung zu über­tragen.

2. 2020

: Wirkungen und Nebenwirkungen der Reform. Deutsche Sprache, , 48. jg., nr. 1, s. 93 bis 96, Aufsätze (1697 wörter)
Weitere Eingriffe in die Ortho­graphie würden das Zutrauen in ein funk­tionieren­des System weiter be­schädigen.

31. 1. 2020

: Rechtschreibung unwichtig? Personalchefs strafen Kretschmann ab. , , Deutschland
Im Rahmen seiner Tätigkeit liest Manuel Oehmke oft Bachelor- und Master­arbeiten. „Auch hier ist die Qualität runter gegangen, nicht nur in den Anschreiben. […]“ Selbst Akademiker täten sich häufig schwer, Texte fehlerfrei zu formulieren. Bei Würth wird inzwischen auf das klassische Anschreiben in Be­werbungen sogar weitgehend verzichtet. Dessen Aussage­kraft hat zu sehr nachgelassen. „Die Leute holen sich die Vorlagen aus dem Internet und kopieren sie einfach. […]“, sagt Oehmke. Eine Bewerbung voller Fehler ist für ihn immer noch ein wichtiger Grund, jemand anderen vor­zuziehen. Die Falsch-Schreiber schaden mit ihrer schlechten Orthografie also ihrer beruflichen Zukunft. „Trotz­dem wird diese Qualifika­tion nicht mehr so wichtig genommen. Und eine Äußerung wie die des Minister­präsidenten leistet dieser Entwicklung noch Vorschub. Das ist fatal.“

30. 1. 2020

: Meisterin im Märchenerzählen. , , Denzlingen
Alexandra Kuttruff, auch unter ihrem Pseudonym Alex Zane bekannt, lebt in Denzlingen, ist Autorin und eine von vielen Märchenerzählerinnen. […] Zu Beginn ihrer Auszeit begann sie, ihr erstes Buch […] zu schreiben. Allerdings verschwand das Manu­skript zunächst in der Schublade, in der es bis zur Rechtschreib­reform lag. […] "Nach der Rechtschreib­reform setzte ich mich zum Um­schreiben ein zweites Mal an mein erstes Buch und 2001 begann ich mit der Verlags­suche", schildert Kuttruff.

28. 1. 2020

: Seitenblick: Verwaiste Weisheit. Neue Zürcher Zeitung (), , 241. jg., nr. 22, s. 11, Meinung & Debatte (512 wörter)
Voller Stolz berichtete die Österreich-Ausgabe der Wochenschrift «Die Zeit», dass der […] Erfolgs­schriftsteller Marc Elsberg mit Lars Feld, einem der deutschen «Wirtschafts­waisen», über Egoismus und Kapitalismus diskutieren durfte. Der Leser stutzt. Ein sinn­störender Fehler in einem re­nommierten Organ? Die fatalen Aus­wirkungen der unseligen Rechtschreib­reform in den oberen Etagen des deutsch­sprachigen Feuilletons? Ein schlichtes Versehen?
: Deutschstunde: Wenn die Tageszeiten in den Duden geraten. Hamburger Abendblatt, , s. 2, Meinung (632 wörter)
Gestern „abend“ waren wir im Kino. So schrieb man jahrzehnte­lang, doch so ist es seit der Rechtschreib­reform nicht mehr. Viele Ältere können sich daran nicht gewöhnen. […] Die laute Kritik an dieser Neuerung war unüberlegt, denn genau genommen handelte es sich bereits damals bei den Tages­zeiten um keine Adverbien, sondern um Substantive.
: Debatte um Rechtschreibung: Wozu richtig schreiben können? (Westdeutsche Zeitung), , Politik, Inland
NRW-Bildungs­ministerin Gebauer sieht eine gute Recht­schreibung als Grundlage für den weiteren Lebens­weg. […] „Wer richtig schreiben kann, hat es sowohl in der Schule als auch später im Berufs­leben leichter“, meint Gebauer.

Es wäre ja auch ungerecht, wenn es die leichter hätten, die irgendetwas weniger gut können.

27. 1. 2020

: Korrekte Rechtschreibung wird zur Machtfrage. (Westdeutsche Zeitung), , Meinung
Der Spruch: „Man muss nicht alles wissen, man muss nur wissen, wo es steht“ trifft auf vieles in unserer Wissens­gesellschaft zu. Wenn aller­dings die Grundlagen fehlen, um mit dem irgendwo Stehenden zu arbeiten, bringt das Wissen nichts. Wer im Wörter­buch bei F oder V blättert, um nach­zuschauen ob Pferd mit ä geschrieben wird, wird dann nicht mehr ver­zweifeln, sondern eine Egal-Haltung annehmen.

Oder die haltung annehmen, dass v und ä abgeschafft werden sollten. Siehe auch stellung­nahme.

25. 1. 2020

: Mus das sain? Süddeutsche Zeitung am Wochenende, , s. 6 (276 wörter)
Kretschmann aber kann sich nicht nur auf den Zeitgeist berufen, sondern auch auf einen zeitlosen Geist, dem gerade Deutsch­lehrer kaum wider­sprechen dürften: auf Goethe. Der bekannte einst, die „kon­sequente Recht­schreibung“ sei ihm „immer ziemlich gleich­gültig“ gewesen.
: Kretschmanns Trottel. , , Kommentare
Der grüne Minister­präsident erklärt die Be­herrschung der deutschen Recht­schreibung zur Nebensache – es gebe ja „kluge Geräte“. […] Abgesehen davon, dass so manche elektroni­sche Nachricht offenbar von Kretins gesendet wird, deren […] viereckige Geräte offenbar genauso dürftig in der Recht­schreibung sind wie ihre Besitzer, ist Kretsch­manns Argumen­tation abenteuer­lich. Nähme man sie ernst, bräuchte kein Schüler mehr rechnen zu lernen. […] Am Ende verließen nicht Schüler die Schule, sondern Trottel.

Kleine verwechslung: rechnen entspricht der sprache, nicht der rechtschreibung. (schichtenmodell.)

24. 1. 2020

: Wo bleibt die Allgemeinbildung der Professoren? Zuger Zeitung, , s. 28, Forum (385 wörter)
Vor Jahren posaunte der Rat für deutsche Recht­schreibung laut heraus, dass man nun nicht mehr «Alb­traum», sondern «Alptraum» zu schreiben habe. Hätten sie Allgemein­bildung gehabt, statt nur Schul­meisterei betrieben, hätten sie gewusst, dass ein Albtraum nichts mit einer Alp zu tun hat, sondern von Alben ver­ursacht wird, also von Elfen, einem Fabelwesen. Alp­traum war also schon vor der Rechtschreib­reform falsch.

Der rat schulmeistert eben nicht, indem er beides zulässt. Die schreibweisen der alp und der alb (naturgeist) existieren seit urzeiten. Der duden führte vor der reform nur Alptraum auf; jetzt zieht er Albtraum vor.

neu : Feler sind erlaubd. (Frankfurter Rundschau), , Panorama
Auto­korrektur auf dem Smart­phone, Schreib­programme, die Tipp­fehler markieren: Sind Rechtschreib­kenntnisse nicht mehr wichtig? Baden-Württem­bergs Minister­präsident Winfried Kretsch­mann (Grüne) sieht das so – und provo­ziert damit heftigen Wider­spruch.
: Grünen-Politiker Kretschmann: „Rechtschreibung gehört nicht zu den gravierenden Problemen der Bildungspolitik.“ , , Deutschland (739 wörter)
„Jeder Mensch braucht ein Grund­gerüst an Recht­schreib­kenntnissen, das ist gar keine Frage. Aber die Be­deutung, Recht­schreibung zu pauken, nimmt ab, weil wir heute ja nur noch selten hand­schriftlich schreiben“, sagte der Grünen-Politiker. Den Grundschul­verband hat er auf seiner Seite. Doch CDU und der Rat für deutsche Recht­schreibung wider­spre­chen entschieden. […] Der Grundschul­verband Baden-Württem­berg ist dagegen ganz beim Minister­präsidenten.

wichtigkeit der rechtschreibung.

21. 1. 2020

: Polizei senkt Rechtschreib-Anforderungen für Bewerber. , , Panorama
Die Bundes­polizei hat ihre An­forderungen für Bewerber ab­gewandelt. […] Beim Diktat wurde die maximal erlaubte Fehler­quote von 20 auf 24 Fehler erhöht – bezogen auf einen Text mit 180 Wörtern, also etwa eine halbe DIN-A4-Seite, wie auf Nach­frage erläutert wurde.
: The alphabets at risk of extinction. , , Future
It isn’t just languages that are en­dangered: dozens of alphabets around the world are at risk. And they could have even more to tell us.

20. 1. 2020

: Unsterblich. Frankfurter Allgemeine Zeitung (), , nr. 16, s. 9, Feuilleton (429 wörter)
In grünen Uniformen, die sie bei den Aufnahme­zeremonien tragen, und mit dem Schwert […] ver­teidigen die „Un­sterbli­chen“ die französische Kultur und Sprache. Jeden Donnerstag­nachmittag arbeiten sie an ihrem maß­geblichen Regelwerk, dem Wörter­buch. Als „tödliche Gefahr für die französische Sprache“ bekämpften sie die noch von der sozialistischen Regierung François Hollandes eingeführte Rechtschreibung für mehr soziale und geschlechtliche Gerechtig­keit. „Wie jene von 1905 und 1994“, hoffte voller Zuversicht Hélène Carrère d’Encausse, „ewige General­sekretärin“ der Akademie, werde die Reform „dem Vergessen anheim­fallen“.

14. 1. 2020

: Wie hältst du’s mit der Präposition? Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 11, s. 11, Feuilleton (1378 wörter)
Es ergeben sich an der Spitze eines riesigen Eisbergs zwei terminologi­sche Konsequenzen: Erstens, was wir einen sprachlichen Zweifels­fall nennen, beruht in aller Regel auf syste­matischen Ziel­konflikten. Zweifels­fälle sind eine Quelle für Sprach­wandel und grammatisch fun­diert. Zweitens, Normkonflikte be­ruhen in der Regel auf Zweifels­fällen, die im öffentlichen Sprach­diskurs thematisiert werden. Was nicht im Diskurs aufscheint, hat auch nicht den Status eines Norm­konflikts. Den Grammatikern sind in großer Zahl Zweifels­fälle bekannt, die bisher nicht zu Norm­konflikten geführt haben. Sie sind gnädig mit Nacht und Grauen bedeckt. Natürlich muss es nicht dabei bleiben. Unruhe­stifter gibt es immer wieder. Ab­schreckende Bei­spiele sind die Getrennt- und Zusammen­schreibung, deren Neu­regelung von 1996 zahlreiche schlafende Hunde geweckt hat[,] oder all jene Norm­bücher, die Normprobleme aufwerfen, die ohne sie kaum jemand hätte.

13. 1. 2020

: Die Sprachpolitik der AfD. , , Die Engelbart-Galaxis
Ein Blick weiter an den rechten Rand des politischen Spektrums ist in dieser Hin­sicht aufschluss­reich. Obwohl das Partei­programm der NPD aus dem Jahr 2010 mit gerade einmal 20 Seiten nur ein Zehntel des Umfangs des Grundsatz­programms der AfD aufweist, sind sogar hier sechs sprach­politische Positionen zu finden, von denen sich fast alle mit denen der AfD mehr oder weniger decken oder noch darüber hinaus gehen […]: […] Ablehnung der Rechtschreib­reform: „Die NPD hält die sogenannte Rechtschreib­reform für gescheitert und befürwortet eine Rückkehr zur be­währten Recht­schreibung.“
: Von Wörtern zu Taten? (blog: Von Wörtern und Bäumen), , Semantik
Wenn man Linguisten nerven möchte, dann gibt es drei […] Möglichkeiten: […], man fragt sie nach ihrer linguisti­schen Meinung zur Rechtschreib­reform […]. Was die drei Fragen […] mit­einander zu tun haben, ist, dass sie den Finger in drei große Wunden der Sprach­forschung legen […]. Die Frage nach der Recht­schreib­reform […] steht für mich persönlich für den Zeitpunkt, an dem die Linguistik zum letzten Mal so richtig grandios versagt hat. Indem sie sich aus einer Diskussion über die Reform weitest­gehend heraus hielt, überließ sie das Feld den Literatur Schaffenden, die dann ihr persönliches ästhetisches Empfinden an erste Stelle stellten […]. Zum gleichen Zeitpunkt begann man auch, immer mehr Institute der vergleichenden Sprach­wissenschaft zu schließen […]. Dass der historische Sprach­vergleich jedoch sehr wohl etwas zu sagen hat, wenn es um die Reform von Schrift­systemen, die ja historisch gewachsene Systeme dar­stellen, geht, das wurde dabei wieder einmal […] voll­ständig ignoriert.

5. 1. 2020

: Deutsche Sprache, egale Sprache. Kümmert uns in der Schweiz die Rechtschreibung nicht mehr? Es sieht ganz danach aus. SonntagsZeitung, , 34. jg., nr. 1, s. 45, Gesellschaft (855 wörter)
In der Uni haben viele Pro­fessoren aufgegeben, auf fehler­freie Texte zu pochen. Hauptsache, die inneren Werte stimmen, die eigenen Gedanken, die Fähigkeit, Inhalte zu verstehen. Das alles macht in Zeiten von Fake News sicher Sinn, verstärkt aber die Unsicher­heit bei der Rechtschreibung und Grammatik. Viele Erwachsene fühlen sich darin nicht mehr sattel­fest, auch weil sie kaum mehr längere Texte schreiben und lesen und spätestens seit der letzten Duden­revision den Überblick verloren haben.

2020

: Was determiniert das Vorfeldkomma? Untersuchungen zur Verteilung einer nicht-standardisierten Kommatierung. Linguistische Berichte (), , nr. 261, s. 87
In this paper, we investigate nearly 1000 prefield commas from a non-standardized corpus.