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Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

presseartikel → 2021
nachgeführt , 2021-03-26
ortografie.ch ersetzt sprache.org ortografie.ch ersetzt in zukunft sprache.org

Aus presse und internet

2021-04-06

neu : Deutschstunde: Was hat das Eszett in der Dreißig zu suchen? Hamburger Abendblatt, , s. 2, Meinung (627 wörter)
Nun stellt sich die Frage, warum wir nicht „dreissig“ schreiben. Nach der ss/ß-Regel der Rechtschreib­reform steht „ss“ nach kurzem Vokal (Fluss), „ß“ aber nach langem Vokal (Fuß) […]. Vor 1996 wurde uns zugemutet, vom „Fluß“ in die „Flüsse“ zu springen. […] Auf einen Diphthong (Doppel­vokal) folgt nie ein „ss“, sondern dann stets ein Eszett (heiß, außer, fließen).

2021-04-01

neu : Nachtfalter: Heisse Esel im Stüssihof. Neue Zürcher Zeitung, , 242. jg., nr. 76, s. 11, Zürich und Region
Abend für Abend fänden sich Altstadt­bewohnerinnen und -bewohner draussen auf der Stüssi­hofstatt ein, als Theke diene der Brunnen­rand und als Treib­stoff das Take-away-Angebot des be­nachbarten Kinos Stüssihof. «Dort treffen wir uns jeden tag bei jedem wetter um 17 uhr (natürlich mit abstand)», schrieb der Mann, ein vehementer Verfechter der Klein­schreibung […].

2021-03-28

neu : Rat für deutsche Rechtschreibung: Genderstern wird nicht ins amtliche Regelwerk übernommen. (Tichys Einblick), , Kolumnen
Aus einer empirischen Erhebung des „Rates“ geht hervor, dass die „Gender“-Schreib­varianten weniger als 0,01 Prozent (ent­sprechend 15.000 Treffern) aus­machen und nach wie vor das „generische Maskulinum“ mit mehr als 2 Mio. Treffern dominiert.
neu : Rechtschreibrat: Gendern ja, aber weiter ohne Regeln. , , Kultur
Christine Pabst, Herausgeberin des Öster­reichischen Wörter­buchs, sitzt in dem Gremium. Am aktuellen Statement zu gender­gerechten Schreibungen betont sie besonders das zu den Punkten sachliche Korrektheit, Les­barkeit, Vor­lesbarkeit, Ver­ständlichkeit, Rechts­sicherheit und Ein­deutigkeit neu hinzu­gekommene Kriterium Erlern­barkeit. Kol­leginnen aus mehr­sprachigen Ländern hätten dies in die Diskussion ein­gebracht.

2021-03-13

neu : Nach mir die Sinnflut. Der Spiegel, , nr. 11, s. 110 bis 114, Kultur (3232 wörter)
Stimmt die Behauptung, dass junge Menschen immer mehr Rechtschreib­fehler machen? Eine Auswertung von Abitur­klausuren zeigt: leider ja. […] Die früher gern verwendete Ausrede, man habe erst die alte und dann die neue Rechtschreibung erlernen müssen und wisse nun gar nicht mehr, was richtig oder falsch sei, können die Abijahrgänge 18 und 19 nicht mehr für sich in Anspruch nehmen. […] Dennoch hat die Rechtschreib­reform die Schreib­kompetenz be­einflusst. Bei den s-Lauten nach kurzen und langen Vokalen (s, ss oder ß) gibt es zwar nur geringe Veränderungen zwischen den Achtziger­jahren und heute. Der Wegfall des »ß« bei »daß« hat jedoch offenbar Verwirrung gestiftet. Heute werden bei der Unter­scheidung von »dass« und »dass« etwa doppelt so viele Fehler gemacht wie früher bei »das« und »daß«. Die Fehler­zahl bei der Getrennt- und Zusammen­schreibung – einem Kern­bereich der Reform – hat sich sogar ver­dreifacht. Die von den Reformern ver­sprochenen Ver­besserungen sind also in Gaien­hofen nicht ein­getreten.
neu : Familienalbum: Spuren, 1954. Der Spiegel (), , nr. 11, Reporter (322 wörter)
An der Tafel steht unser Lehrer Peter Merks, der uns im Jahre 1954 die Kurz­schrift »Sprech­spur« beibringt. […] Ich kann die Schrift bis heute lesen. Sie ist eine Laut­schrift, die um 1930 der preußische General­major Felix von Kunowski erfunden hatte, der Stenografie ähnlich. Sie wurde Anfang der Fünfziger­jahre von einigen Pädagogen wieder­entdeckt, die annahmen, diese Schrift wäre für Kinder leichter zu lernen als die lateinischen Buch­staben.

2021-03-11

neu : “Sprachkampf” – Interview mit Autor Henning Lobin. , , Sprachpolitik
Könnte denn der Rat für deutsche Recht­schreibung nicht endlich mal das Gender­sternchen akzeptieren? [Lobin:] Meine persönliche Meinung: Er sollte es nicht tun. Die Frage des Gender­sterns ist eine Frage des Sprach­gebrauchs. Der Stern gehört nicht zum Bereich der Standardisie­rung von sprachlichen Formen und nicht zum Kernbestand der deutschen Orthographie […]. Wir müssen uns im Rechtschreib­rat darüber verständigen, dass es auch Formen schrift­sprachlicher Konventio­nen gibt, die außerhalb der Orthografie eher im Bereich der Typo­graphie liegen.

2021-03-08

: Mach’s leichter, wenn es zu schwierig wird. Neue Zürcher Zeitung, , 242. jg., nr. 55, s. 32, Feuilleton
Pessimistische Hirn­forscher gehen davon aus, dass die anspruchs­volle Arbeit von Chirurgen um die Mitte des Jahr­hunderts nur noch von Asiaten ausgeübt werden kann, die durch das Erlernen der komplizierten Schrift­zeichen eine bessere Hand-Auge-Koordination ausbilden. Auch die Ein­führung des Lern­prinzips «Schreiben, wie man hört» führt an deutschen Schulen zu bleibenden ortho­graphischen Kalami­täten.

2021-03-06

: „Ich nutze den Genderstern.“ Mannheimer Morgen, , s. 23, Kultur
Duden-Preis­trägerin Christa Dürscheid spricht über ihre Forschung sowie Besonder­heiten der Schweiz […]. Die Rechtschreib­reform wurde öffentlich breit diskutiert, ähnlich ist es jetzt mit der „Genderisierung“, der gleich­berechtigten Be­rücksichtigung aller Geschlechter. Welchen Standpunkt vertreten Sie hierbei? Dürscheid: Die geschlechter­gerechte Sprache ist nun mal ein wichtiges Thema. Was in Stellen­anzeigen und anderen Texten schon länger gefordert und umgesetzt wird, das dokumentiert nun auch das Wörterbuch. […] Was die Schreibung angeht: Der Rat für deutsche Recht­schreibung hat ja seine Entscheidung noch zurück­gestellt. Offiziell zugelassen ist die Ver­wendung des Gender­sterns also noch nicht. In Texten setzt er sich aber immer mehr durch.
: Die Bösewichtin. Süddeutsche Zeitung, , s. 49, Gesellschaft (1895 wörter)
Der Duden steht massiv in der Kritik – weil er „Arzt“ neuerdings männlich definiert. […] Als Chefin des Duden ist man immer auch ein bisschen Blitz­ableiter. Aber so stark wie jetzt, sagt Kathrin Kunkel-Razum, war das Gewitter bisher dann doch eher selten. […] Vor 24 Jahren erlebte sie eine ähnliche Empörung. Es war 1997, damals ging es um die Rechtschreib­reform. […] Die Entrüstung war groß, dass man nun „Stängel“ schreiben sollte und „Fantasie“. Lange her. Aber nun ist die nächste Gewitter­front aufgezogen. Sie richtet sich gegen den Siegeszug der geschlechter­gerechten Sprache […].

2021-03-04

: Mundart als neue Schriftsprache – gaht’s no?. (blue News), , Lifestyle
Für die Digital Natives, die Generation, die von Kindes­beinen an täglich stunden­lang auf Smart­phone-Displays starrt, ist die Mundart die neue Hoch­sprache. Das Schreiben gehe leichter von der Hand, es sei authentischer. Man habe keine Scheu und tippe munter drauflos, denn Regeln gebe es ja keine. Und so zeigt sich nur schon innerhalb eines Dialekts eine riesige Band­breite von «innovativen» Schreib­varianten.
: Die zersetzende Kraft von Debatten. Berliner Zeitung, , s. 16, Feuilleton
Die Redaktion der Berliner Zeitung erhält regelmäßig Manuskripte, die voll und ganz und überaus akkurat nach den alten Rechtschreib­regeln abgefasst sind. Oft stammen sie von älteren Autoren. Die Unter­stellung, dass diese sich noch immer in einem längst vergeblichen Kampf gegen die 1996 vollzogene Rechtschreib­reform befinden, geht jedoch fehl. Die entsprechenden Korrekturen in ihren Texten nehmen sie in der Regel unkommentiert hin, sie scheinen lediglich für sich und ihr Schreiben befunden zu haben, sich nicht mehr an das neue Regelwerk anzupassen. Die Wirklich­keit der geschriebenen Sprache gibt ihnen recht. Was seit der sogenannten Rechtschreib­reform im all­täglichen Schrift­verkehr umgesetzt wird, ist wenig kohärent und folgt vielmehr dem Wildwuchs beliebiger An­wendungen. Das gilt nicht zuletzt auch für Versuche, der Geschlechter­diskriminierung in der Sprache Einhalt zu gebieten und sie durch Doppel­punkt, Stern oder andere schrift­symbolischen Setzungen nicht nur kenntlich zu machen, sondern gleich zu beheben.

2021-03-03

: „So geht es nicht weiter.“ Süddeutsche Zeitung, , s. 9, Feuilleton (2403 wörter)
Christian Kracht erzählt in seinem Roman „Eurotrash“ von einem Schrift­steller namens Christian Kracht. […] Aber warum beharren Sie dann auf der alten Rechtschreibung? [Kracht:] Achso, ja, ich habe vor fünfzehn Jahren einmal ein Manifest unter­schrieben gegen die Rechtschreib­reform, unter anderem übrigens mit Daniel Kehlmann zusammen. Und ich weiß nicht, ob ich da jetzt so einfach wieder heraus­komme aus dieser Ver­pflichtung.

Wir wissen es: so wie die wort­führer der gegner, z. b. der lehrerverbands­präsident, die nun einfach in neuer rechtschreibung publizieren.

2021-03-02

: Deutschstunde: Als sie aus dem Fenster sah, graute dem Morgen. Hamburger Abendblatt, , s. 2, Meinung (624 wörter)
Die Tages­zeiten nach Adverbien werden seit der Rechtschreib­reform als Substan­tive angesehen und groß­geschrieben: vor­gestern Nacht, gestern Abend, morgen Mittag, heute Nachmittag. Hängt an den Tages­zeiten jedoch ein -s, wandelt sich die Wortart zurück zum Adverb – und Adverbien werden klein­geschrieben: morgens, mittags, abends, nachts.

2021-02-24

: Swedish City Wants to Scrap Nordic Letters to Make Life Easier for Foreigners. (Sputnik International), , Europe
The Gothenburg City Culture Committee has proposed to remove the Nordic letters from certain street names to make it easier for foreign-born tenants who struggle with Scandinavian lettering, the news outlet Samhällsnytt reported. The Moderates, the Christian Democrats and the Liberals in the Gothen­burg City Culture Committee consider names such as Långfils­gatan and Kärnmjölks­gatan in the district of Kallebäck problematic for tenants with a foreign background. To accommodate them, it has been proposed to change the names that include the trademark Å, Ä and Ö letters. The initiative was vehemently opposed by the national-conservative Sweden Democrats.

2021-02-19

: Genderwahn. , , Leserbriefe
Die Sprache ist ein lebendiger Organismus, der sich nach seinen immanenten Struktur­gesetzen entwickelt. Jedweder künstliche Eingriff in diese sprachlichen Gesetz­mäßigkeiten ist von Übel, wie die sogenannte Rechtschreib­reform bewiesen hat, deren Auswüchse ja bis heute die Sprache schädigen.

Dazu: aktuelles zitat.

2021-02-13

: Elitäres Sprachgehabe. Süddeutsche Zeitung, , s. 16, Leserbriefe
Sprache entwickelt sich von unten, und das ist auch gut so. Jeder künstliche Eingriff hat ihr immer nur geschadet, wie die erste Rechtschreib­reform gezeigt hat.

2021-02-05

: Als Stadt und Kreis zusammen das Marienhospital retteten. (Iserlohner Kreisanzeiger), , Letmathe
Man muss dafür jedoch im Archiv 25 Jahre zurück­blättern, bis Anfang Februar 1996. Es ist das Jahr, in dem US-Präsident Bill Clinton wieder­gewählt wird und die deutsche Telekom an die Börse geht. Seit zwei Jahren wird über die Rechtschreib­reform gestritten, EU-Bürger protestieren gegen Sparpläne aus Brüssel.

2021-01-28

: Warten auf Kinder und Kinderinnen. Berliner Zeitung, , s. 12, Leserbriefe
Schon die un­sägliche Rechtschreib­reform hat der deutschen Sprache nicht gut­getan.
: Was ein Deutschlehrer sich fragt. Frankfurter Allgemeine Zeitung (), , Briefe an die Herausgeber (441 wörter)
Es steckt einem ja nicht nur die bis heute als unausgereift ein­zustufende Rechtschreib­reform in den Knochen; seit einigen Jahren leidet die Recht­schreib(un)si­cherheit zusätzlich unter den ver­heerenden Aus­wirkungen der Methode „Schreiben nach Gehör“, von der man inzwischen zwar abrückt, die aber wie ein Mühlstein um die Hälse ganzer Schüler­generationen hängt, was einem kaum wieder­gutzumachen­den Eingriff in das ortho­graphische Bewusst­sein gleicht. Wenn vor diesem Hintergrund fortan auch noch alles „durch­gegendert“ werden soll, dann empfehle ich vor­sorglich einen Verzicht auf die Bewertung der Rechtschreib- und Grammatik­leistung aller Schüler […].

2021-01-27

: Das Recht auf Unsichtbarkeit. Süddeutsche Zeitung, , s. 9, Feuilleton (1446 wörter)
Wenn also der Duden das generische Maskulinum abschafft, wie es gerade in deutschen Medien heißt, ist das weder so gut, wie die Befürworter dieser Ent­scheidung glauben, noch so schlimm, wie die Gegner fürchten. Vor allem aber ist es nicht wahr. Der Duden kann das generische Maskulinum sowenig abschaffen, wie ein Hersteller von Landkarten Berlin abschaffen kann oder ein Taschen­rechner Nachkomma­stellen. Der Duden hat keine Macht über die Sprache, seit der Rechtschreib­reform hat er nicht mal mehr das Rechtschreib­monopol, das liegt beim Rat für Deutsche Recht­schreibung.

2021-01-26

: Typograf zum Genderstern: „Das grenzt an eine Verschwörungstheorie.“ , , Lesart
Der Genderstern in Texten ruft schnell heftige Reaktionen hervor. Der Typograf und Buchgestalter Friedrich Forssman lehnt dieses Zeichen ab. […] Der große Unterschied zu anderen Zeichen wie beispiels­weise Semikolon, Ausrufe­zeichen oder Binde­strich sei, dass der Gender­stern eine moralische Funktion haben solle […]. Dagegen wehrt er sich […]. Der Gender­stern sei auch anders zu beurteilen als die Rechtschreib­reform 1996. Diese Reform rief ebenfalls sehr viel Empörung hervor, ist aber inzwischen weit­gehend akzeptiert. Doch mit dem Gender­stern würden wir uns "von unserer Sprach­geschichte dramatisch abschneiden", meint Forssman.

2021-01-21

: Sprachlupe 287; Mieterversammlung: laut Duden ohne Frauen. , , Sprachlupe aus «Der Bund»
Der Duden hat seit der Rechtschreibe­reform keiner­lei amtliche Funktion mehr; er «darf» also alles. Er erhebt aber den Anspruch, den all­gemeinen Sprach­gebrauch wieder­zugeben.

2021-01-15

: „Wir betrachten diese Entwicklung mit Skepsis.“ Sabine Krome, Geschäftsführerin des Rats für deutsche Rechtschreibung, über Gender-Sternchen, großes I oder Doppelpunkt. Berliner Zeitung, , s. 14, Feuilleton (1675 wörter)
In der ver­gangenen Woche wurde bekannt, dass die Duden-Redaktion die Definition männlicher Begriffe neu fest­geschrieben hat. […] Darf der Duden das einfach? Sabine Krome, Geschäfts­führerin des Rats für deutsche Recht­schreibung, klärt auf. [… Krome:] Man sieht daran, dass das „Duden-Monopol“ – also „ver­bindlich in Zweifels­fällen zu sein“ – nachwirkt, und zwar über den ortho­grafischen Bereich hinaus. Die im Rahmen der Gender-Thematik häufig vor­genommene Bewertung des generischen Maskulinums ist eigentlich keine Rechtschreib­frage, sondern eine grammatische und sprachpolitische. Hier vermischen sich unter­schiedliche Ebenen. In den deutsch­sprachigen Ländern ist nur die Orthografie amtlich und damit für einige Bereiche – Schulen und Behörden – rechtlich ver­bindlich, die Grammatik etwa folgt ebenfalls ver­schiedenen Regeln und Konventionen, sie ist aber nicht amtlich fest­gelegt. Für den Rat für deutsche Recht­schreibung wird die Frage erst dann zum Problem, wenn ortho­grafische Regeln durch­brochen werden […]. Das aktuelle Papier zur geschlechter­gerechten Schreibung ist gerade fertig geworden. Es muss jetzt noch von Mitgliedern des Gesamtrats, der am 26. März erneut tagt, gebilligt werden. […] Es handelt sich dabei um Empfehlungen des Rats, nicht aber um ortho­grafische Änderungen des Regel­werks. Diese müssen jeweils erst von den staatlichen Stellen aller im Rat ver­tretenen Länder be­schlossen werden.

2021-01-12

: Der Duden schafft sich ab. Berliner Zeitung, , s. 6, Meinung, Kolumne (459 wörter)
Vor genau 150 Jahren wurde das Deutsche Reich gegründet. […] Weil die staatlich geeinigten Deutschen in vielerlei Mund­arten redeten, herrschte auch in der Recht­schreibung blankes Durch­einander. Deshalb begann Konrad Duden […] 1871 damit, ein Wörter­buch zu schaffen. […] Weil sich der Duden nun – nach 140 Jahren – identitären Ob­sessionen relativ kleiner Gruppen unterwirft, büßt er jede Ver­bindlichkeit ein – er schafft sich selber ab. Ich gehe jeden­falls weiterhin zum Bäcker – nicht zum Backshop, zur Backenden oder zur Bäcker*in.
: Wenn Länder Schule machen. Das Image der Konferenz der Kultusminister war schon vor der Pandemie schlecht – ihre Mitglieder tun wenig dafür, es zu verbessern. Der Tagesspiegel, , s. 6, Agenda
Einen schlechten Ruf hatte die Kultus­minister­konferenz schon immer. […] Die Liste der Themen, bei denen der Einrichtung wahlweise Untätigkeit, Inkompetenz oder Eigen­brödlerei der Länder vorgehalten wird, ist lang. Seien es Lehrkräfte­mangel, vergleich­bare Noten, Schul­abschlüsse und Schulformen, Digitalisie­rung, aufeinan­der abge­stimmte Ferien­termine oder, wenn man weiter zurück­gehen will, die lange erbittert umkämpfte Rechtschreib­reform, die ebenfalls von den Kultus­ministern ausging und umgesetzt wurde.

2021-01-06

: Die Zerstörung der deutschen Sprache. (Stefan Hartmann), , blog (4418 wörter)
[…] ein gewisser Sprachelitismus, dem wiederum eine Fehl­konzeption von Sprache zugrunde­liegt, die eng mit der Vorstellung zusammen­hängt, dass Sprache statisch sei: nämlich die Idee, dass es ganz klar richtige und falsche Formen gibt. Auch hier sind wir teilweise durch den Schul­unterricht vor­geprägt: Wir denken über Sprache im Sinne von Normen nach. Wir fragen uns, was das standard­sprachlich Richtige ist. Und tat­sächlich gibt es ja auch Normen, die teil­weise verbindlich sind – sowohl in der Schule als auch in Behörden müssen wir uns weit­gehend an ver­bindliche Regel­werke halten. Das gilt vor allem für die Schrift­sprache, wo es amtliche Rechtschreib­regeln gibt. Auch diese gelten aber natürlich nur in offiziellen Kontexten – wenn eine Privat­person beschließt, von nun an nur noch klein zu schreiben, dann kann sie das tun, und wenn ein privat­wirtschaftliches Unter­nehmen beschließt, ab sofort sein eigenes Regelwerk ein­zuführen, weil es die amtlichen Rechtschreib­regeln für doof hält, hindert es auch niemand daran.

«… sowohl in der Schule als auch in Behörden müssen wir …» Wir? Für eine grosse mehrheit der bevölkerung gilt bezüglich der schule «mussten», und nur eine kleine minderheit arbeitet bei einer behörde. Für letztere ist auch nicht die behörde entscheidend, sondern der (ebenso freiwillige wie weit verbreitete) status als angestellter. Dass sich die behörden hin­wiederum an die schul­recht­schreibung halten, ist verständlich, aber nicht zwingend, wie Bismarck und mehrere schweizer gemeinden gezeigt haben.

2021-01-03

neu : Konrad Duden: Aus „Vieh“ wollte er „fi“ machen, aus „du wäschst“ „du wäscht“. , , Kopf des Tages
1871 legte Duden […] seinen ersten Vorschlag für eine Rechtschreib­reform vor. 1876 war er einer der führenden Köpfe auf der Berliner Konferenz zur „Her­stellung größerer Einigung in der deutschen Recht­schreibung“. Duden gehört zur Partei der Wissen­schaftler, die die Buch­staben f, v und ph durch einheitliches f ersetzen wollten. Das Dehnungs-h wollten sie auch weitgehend ab­schaffen. Dann hätte man nicht mehr Vieh, sondern fi geschrieben.