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Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

presseartikel → 2021
nachgeführt , 2021-01-12
ortografie.ch ersetzt sprache.org ortografie.ch ersetzt in zukunft sprache.org

Aus presse und internet

21. 1. 2021

neu : Sprachlupe 287; Mieterversammlung: laut Duden ohne Frauen. , , Sprachlupe aus «Der Bund»
Der Duden hat seit der Rechtschreibe­reform keiner­lei amtliche Funktion mehr; er «darf» also alles. Er erhebt aber den Anspruch, den all­gemeinen Sprach­gebrauch wieder­zugeben.

15. 1. 2021

neu : „Wir betrachten diese Entwicklung mit Skepsis.“ Sabine Krome, Geschäftsführerin des Rats für deutsche Rechtschreibung, über Gender-Sternchen, großes I oder Doppelpunkt. Berliner Zeitung, , s. 14, Feuilleton (1675 wörter)
In der ver­gangenen Woche wurde bekannt, dass die Duden-Redaktion die Definition männlicher Begriffe neu fest­geschrieben hat. […] Darf der Duden das einfach? Sabine Krome, Geschäfts­führerin des Rats für deutsche Recht­schreibung, klärt auf. [… Krome:] Man sieht daran, dass das „Duden-Monopol“ – also „ver­bindlich in Zweifels­fällen zu sein“ – nachwirkt, und zwar über den ortho­grafischen Bereich hinaus. Die im Rahmen der Gender-Thematik häufig vor­genommene Bewertung des generischen Maskulinums ist eigentlich keine Rechtschreib­frage, sondern eine grammatische und sprachpolitische. Hier vermischen sich unter­schiedliche Ebenen. In den deutsch­sprachigen Ländern ist nur die Orthografie amtlich und damit für einige Bereiche – Schulen und Behörden – rechtlich ver­bindlich, die Grammatik etwa folgt ebenfalls ver­schiedenen Regeln und Konventionen, sie ist aber nicht amtlich fest­gelegt. Für den Rat für deutsche Recht­schreibung wird die Frage erst dann zum Problem, wenn ortho­grafische Regeln durch­brochen werden […]. Das aktuelle Papier zur geschlechter­gerechten Schreibung ist gerade fertig geworden. Es muss jetzt noch von Mitgliedern des Gesamtrats, der am 26. März erneut tagt, gebilligt werden. […] Es handelt sich dabei um Empfehlungen des Rats, nicht aber um ortho­grafische Änderungen des Regel­werks. Diese müssen jeweils erst von den staatlichen Stellen aller im Rat ver­tretenen Länder be­schlossen werden.

12. 1. 2021

neu : Der Duden schafft sich ab. Berliner Zeitung, , s. 6, Meinung, Kolumne (459 wörter)
Vor genau 150 Jahren wurde das Deutsche Reich gegründet. […] Weil die staatlich geeinigten Deutschen in vielerlei Mund­arten redeten, herrschte auch in der Recht­schreibung blankes Durch­einander. Deshalb begann Konrad Duden […] 1871 damit, ein Wörter­buch zu schaffen. […] Weil sich der Duden nun – nach 140 Jahren – identitären Ob­sessionen relativ kleiner Gruppen unterwirft, büßt er jede Ver­bindlichkeit ein – er schafft sich selber ab. Ich gehe jeden­falls weiterhin zum Bäcker – nicht zum Backshop, zur Backenden oder zur Bäcker*in.
neu : Wenn Länder Schule machen. Das Image der Konferenz der Kultusminister war schon vor der Pandemie schlecht – ihre Mitglieder tun wenig dafür, es zu verbessern. Der Tagesspiegel, , s. 6, Agenda
Einen schlechten Ruf hatte die Kultus­minister­konferenz schon immer. […] Die Liste der Themen, bei denen der Einrichtung wahlweise Untätigkeit, Inkompetenz oder Eigen­brödlerei der Länder vorgehalten wird, ist lang. Seien es Lehrkräfte­mangel, vergleich­bare Noten, Schul­abschlüsse und Schulformen, Digitalisie­rung, aufeinan­der abge­stimmte Ferien­termine oder, wenn man weiter zurück­gehen will, die lange erbittert umkämpfte Rechtschreib­reform, die ebenfalls von den Kultus­ministern ausging und umgesetzt wurde.

6. 1. 2021

: Die Zerstörung der deutschen Sprache. (Stefan Hartmann), , blog (4418 wörter)
[…] ein gewisser Sprachelitismus, dem wiederum eine Fehl­konzeption von Sprache zugrunde­liegt, die eng mit der Vorstellung zusammen­hängt, dass Sprache statisch sei: nämlich die Idee, dass es ganz klar richtige und falsche Formen gibt. Auch hier sind wir teilweise durch den Schul­unterricht vor­geprägt: Wir denken über Sprache im Sinne von Normen nach. Wir fragen uns, was das standard­sprachlich Richtige ist. Und tat­sächlich gibt es ja auch Normen, die teil­weise verbindlich sind – sowohl in der Schule als auch in Behörden müssen wir uns weit­gehend an ver­bindliche Regel­werke halten. Das gilt vor allem für die Schrift­sprache, wo es amtliche Rechtschreib­regeln gibt. Auch diese gelten aber natürlich nur in offiziellen Kontexten – wenn eine Privat­person beschließt, von nun an nur noch klein zu schreiben, dann kann sie das tun, und wenn ein privat­wirtschaftliches Unter­nehmen beschließt, ab sofort sein eigenes Regelwerk ein­zuführen, weil es die amtlichen Rechtschreib­regeln für doof hält, hindert es auch niemand daran.

«… sowohl in der Schule als auch in Behörden müssen wir …» Wir? Für eine grosse mehrheit der bevölkerung gilt bezüglich der schule «mussten», und nur eine kleine minderheit arbeitet bei einer behörde. Für letztere ist auch nicht die behörde entscheidend, sondern der (ebenso freiwillige wie weit verbreitete) status als angestellter. Dass sich die behörden hin­wiederum an die schul­recht­schreibung halten, ist verständlich, aber nicht zwingend, wie Bismarck und mehrere schweizer gemeinden gezeigt haben.