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Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

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2020-4-13
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Adam, Konrad

: Ein Sieg der Pfennigfuchser. Reform der Rechtschreibreform. Die Welt, , nr. 55, s. 9, Forum, Kolumne (583 wörter)
Ob man "sitzen bleiben" oder "sitzenbleiben" schreibt, "bankrottgehen" oder "Bankrott gehen", "Recht haben" oder "rechthaben", ist einigermaßen belanglos; verständlich wird die Sache allemal. Weshalb die Kultusminister gut daran getan hätten, den Ball, der ihnen da zugespielt worden war, den Pfennig­fuchsern zurückzugeben. Sie hätten Freiheit geben und nicht nur Doppelt-, sondern auch Dreifach­schreibungen erlauben können, und das nicht nur für eine Übergangs­periode. Doch was wäre dann aus den Germanisten geworden, die mit Texten und Sätzen nichts anfangen können und sich deshalb aufs Silben­zählen und Kommasetzen verlegt haben? Sie würden arbeitslos: unvorstellbar für einen Lebenszeit­beamten, der nicht nur das Recht, sondern leider auch die Pflicht zum vollen Arbeits­einsatz hat. Vorschriften zu erlassen ist sein Beruf, den er mit derselben Leidenschaft erfüllt wie die Beamten im Finanz­ministerium den ihren. Was denen die Steuergesetzgebung, ist den Berufs­rechtschreibern ihr Duden. An dem wollen sie weiter­arbeiten, weshalb sie sich ihr Mandat zur Aufsicht über die deutsche Orthographie um fünf weitere Jahre verlängert haben.
neu : Abgeben nach unten. KMK abschaffen. Die Welt, , Kultur (317 wörter)
Wie glänzend stünde die KMK heute da, wenn sie der Versuchung wider­standen und die Recht­schreibung dorthin delegiert hätte, wo sie hin­gehört: ganz weit nach unten also, in die Hände der Bürger.
neu : Die Chronik einer verkrachten Übung. Die Welt, , nr. 183, s. 3, Deutschland (901 wörter)
Die Geschichte der Rechtschreib­reform gleicht der aller anderen Reformen, sie ist lang, beschwerlich, ruhmlos und chaotisch. […] Dies jüngste und traurigste Kapitel der deutschen Reform­agenda begann vor sechs Jahren. Damals beschlossen die Kultus­minister, sich der Rechtschreibung an­zunehmen […]. Von da an ging's bergab.

Die kultus­minister haben sich der sache nicht angenommen, sie sind dafür zuständig

neu : Recht haben und recht schreiben. Die Welt, , Forum, Leitartikel (600 wörter)
"Mir war die konsequente Recht­schreibung immer ziemlich gleichgültig. Wie dieses oder jenes Wort geschrieben wird, darauf kommt es doch eigentlich nicht an; sondern darauf, dass die Leser verstehen, was man damit sagen will", meinte Goethe. Doch was ist Goethe gegen ein deutsches Kommissions­mitglied! Sie haben die menschenfreundliche Idee Konrad Dudens, mit einem Regel­büchlein den Druckern und Setzern ihre Arbeit zu erleichtern, zu einem unförmigen, von Wider­sprüchen und Willkür keineswegs freien Wälzer auf­geschwemmt, ständig vermehrt von einer Rechtschreib­industrie, die den Leuten weismacht, die deutsche Kultur ginge unter, wenn einer wagte, "Keiser" statt "Kaiser" zu schreiben. Dass diese Schreib­weise von den ebenso sprach­kundigen wie sprach­bewussten Beiträgern zum Grimmschen Wörter­buch aus­drücklich verzeichnet wird, stört die Puristen wenig. Sie wollen die Vorschrift und die Regel, und zwar auch dort, wo sie zur Sache und zur Klarheit nichts beiträgt.
: Einigkeit und Macht und Stumpfsinn. Über die Schattenseiten des deutschen Föderalismus; Michael Naumann hat Recht: Zentralismus schadet nicht. Die Welt, , nr. 283, s. 29, Feuilleton
Warum ist nicht ein einziges Land auf die Idee gekommen, beim letzten und dümmsten Streich der Konsens­politik, der Rechtschreib­reform, rechtzeitig wieder aus­zuscheren?

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