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Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

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2020-4-13
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Bahners, Patrick

: Literarischen Anspruch schreibt Amazon klein. Seine Stellung im Konzern wurde unhaltbar: Der mit großem Aplomb eingekaufte Lektor Ed Park geht. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 265, s. 10, Feuilleton, Literatur und Sachbuch
Das Internetversandhaus Amazon möchte auch Verlagshaus sein; zur Konzern­abteilung Amazon Publishing gehören dreizehn Eigen­verlage, darunter einer für "literary fiction" […]. Der Name des Imprints: Little a. Die Namenswahl ist ein literarischer Akt, eine Demonstration des Willens zum Stil. Klein­schreibung fungiert als Chiffre für die elegante Sparsamkeit der klassischen Moderne. Im Logo des Amazon-Imprints für den gehobenen Bedarf steht das Wort "Little" über einem großen kleinen a.
: Teutonikum. Heilige Landessprache: Ein Projekt aus deutscher Urzeit. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 284, s. 35, Feuilleton
Die einhellige Ablehnung, die dem CDU-Projekt in der Öffentlichkeit entgegenschlägt, hat einen Grund im Zweifel an der Sprachbeherrschung der politischen Klasse. Sie hat die Rechtschreibreform oktroyiert, die durch die vorgeschlagene Grundgesetzergänzung nicht hätte verhindert werden können; die Volkssprache muss ihre amtliche Regulierung aushalten.
: Abgeschaltet. Das Ende von "Christiansen" ist der Anfang der Politik. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 144, s. 45, Feuilleton
Jede Ausgabe von "Sabine Christiansen" hatte dasselbe Thema: Ist Deutschland noch zu retten? […] Man kann nicht ausschließen, daß die nächste Ausgabe von "Sabine Christiansen" die Frage behandeln wird: "Was wird aus Deutschland ohne ,Sabine Christiansen'?" […] Aber der Bann ist gebrochen. Es wird Schluß sein. Wir hätten gedacht, vor diesem Tag müßten wir erst die Verabschiedung der Föderalismusreform, die Einigung über die Gesundheitsreform und die Rücknahme der Rechtschreibreform erleben.
: Goldgänseliesel. Angela Merkel. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 222, s. 42, Feuilleton
Daß dem Taubenfangen das Spatzenrupfen vorzuziehen ist, besagt nun einmal das notabene geflügelte Wort, nach dem sich in Deutschland alle erfolgreichen Reformer von Luther bis Brandt gerichtet haben. (Ausnahme: die von blinden Hühnern ausgeheckte Rechtschreib­reform.)
: Übernimm dich nur nicht, Onkel Staat. Michael Oakeshotts ungläubige Politik . Frankfurter Allgemeine Zeitung, , s. L39, Literaturbeilage
Der Skeptiker hat laut Michael Oakeshott eine Begabung, […] sich eine Katastrophe vorzustellen, ein Gespür für fernes Donnergrollen. Dieses Talent, durch Erfahrung geschult, findet im Horizont seiner Erfahrungswelt auch seine Grenze, und so hat man Oakeshott, den Bürger der glücklichen Insel, nicht des naiven Optimismus überführt, wenn man feststellt, daß er sich ein Fiasko wie die deutsche Rechtschreib­reform nicht hat vorstellen können. In dem nachgelassenen Manuskript über zwei Grund­tendenzen neuzeitlicher Politik, das Timothy Fuller herausgegeben hat, dient die Verein­fachung der englischen Schreibregeln als Beispiel einer skeptischen, die Textur der Überlieferung respektierenden Reform und wird mit der Reform des englischen Rechts verglichen, die sich auf die Harmonisierung von Verfahrens­regeln beschränkte. Der Versuch, die Verfahren der Politik zu vereinfachen, entspräche nach Oakeshott dagegen dem Unternehmen, die Sprache selbst simpel zu machen durch Beschneidung des Wort­schatzes und Verstümmelung der Syntax. […] Wie das deutsche Experiment gezeigt hat, genügt eine Änderung der Schreibregeln, um den Wortschatz zu berauben und die Syntax zu malträtieren. Der Skeptiker darf sich auch bestätigt sehen, wenn seine schlimmsten Befürchtungen überboten werden. Man kann die deutsche Rechtschreib­katastrophe als klassisches Beispiel für die Verheerungen des von Oakeshott in einem Essay von 1962 geschilderten "Rationalismus in der Politik" betrachten.
neu : Die Urschrift der Chaostheorie. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 176, s. 45, Neue Sachbücher (813 wörter)
Man mag der reformierten Recht­schreibung Schlechtes nachsagen, soviel man will, ein Vorzug ist unbestreitbar: Sie vermehrt die Zahl der Möglich­keiten und insofern die Freiheit. […] Der alte Duden war der Kodex einer hobbesianischen Welt: Die Autorität der Mann­heimer Redaktion, nicht die Wahrheit ihrer sprach­wissenschaftlichen Prämissen machte ihre Ver­lautbarungen zum Gesetz. Künftig muss die Sprach­gemeinschaft die Zweifels­fragen selbst entscheiden, in denen nun niemand mehr maßgeblich ist, in einem alltäglichen Plebiszit.

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