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Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

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2020-4-13
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Bommarius, Christian

: Frieden ist möglich. Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung stellt ihren Kompromissvorschlag im Streit um die Rechtschreibreform vor. Berliner Zeitung, , Feuilleton (861 wörter)
An diesem Morgen keimt im fünften Stock des ersten Gebäudes der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, in einem winzigen Büro des Romanischen Seminars, die Hoffnung auf baldigen Frieden — dauerhaft und ehrenvoll für beide Lager. Denn Hans-Martin Gauger, emeritierter Professor für Romanistik und Sprach­wissenschaft, stellt einen Kompromiss­vorschlag vor, den er mit einigen Kollegen im Auftrag der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt erarbeitet hat. "Das ist", sagt Professor Gauger, "ein Angebot, das beide Seiten akzeptieren können müssten. Denn es ist vernünftig." […] Das Angebot, das Gauger im Namen der Akademie unterbreitet, ist jedenfalls sehr übersichtlich (es steht auf 141 Seiten) und — sollte es am Ende angenommen werden — ein Meilen­stein in der Geschichte des Kompromiss­wesens.

Wenn die gegner nicht, wie sie selbst zugeben, geschlafen hätten, hätten sie schon manchen meilenstein in der geschichte des kompromisswesens miterlebt. Das ist nicht vernunft, sondern eine asymptote.

: Einladung zum Geburtstag. 1990 verschwand die deutsche Frage von der Tagesordnung. Sie ist nicht erledigt, aber nicht mehr von Belang. Berliner Zeitung, , Sonderbeilagen
Wenn wenigstens die Rente sicher wäre und der nächtliche Gang durch die Fußgänger­unterführung, wenn zumindest der Euro stabiler wäre und der Ausweg aus der Globalisierungsfalle erkennbar, wenn die Klimakatastrophe nicht wäre und die Hypothek auf dem Eigenheim, der hohe Ölpreis und die Wachstums­rate, das Desaster der Rechtschreib­reform und der persönliche Haar­ausfall, wenn — mit anderen Worten — die Dinge anders lägen in Deutschland, dann wäre der 3. Oktober 2000 ein Tag der Freude.
: Bleibt alles anders. Konrad Adam will mit der alten Mitte noch einmal "Staat machen". Berliner Zeitung, BerlinOnline, , Sonderbeilage
Adams Zorn auf eine Politik, "die sich der Emanzipation, verstanden als möglichst weitgefaßte Bindungslosigkeit, verpflichtet fühlt", ist zwar sympathisch, doch auch der sehnsuchtsvolle Blick zurück erspart nicht die tautologische Erkenntnis, dass das Vergangene vergangen ist. Das gilt selbst für die alte Rechtschreibung, der Adam [in seinem neuen buch] noch einmal tapfer seine Reverenz erweist.

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