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Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

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2020-4-13
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Coulmas, Florian

: Der Westen auf dem Siegeszug? Das Internet wirft die Frage nach einer Universalschrift auf. Neue Zürcher Zeitung, , s. 27, Feuilleton
Die Schrift ist ein Artefakt, und das bedeutet, eine Schrift kann gut oder schlecht sein, was man von einer Sprache nicht so ohne weiteres würde sagen wollen. […] Bei einer Schrift fällt das leichter, ähnlich wie etwa bei einem Zahlennotationssystem. […] Tatsache ist freilich, dass sich die Menschen davon viel weniger leicht überzeugen lassen als im Falle von Zahlennotationssystemen oder dass sie weniger darum geben, dass eine Schrift besser ist als eine andere. Wenn man sich daran erinnert, wie viele durchaus vernunftbegabte (wenn auch nicht immer vernünftige) Menschen sich darüber ereifern konnten, ob man «Schifffahrt» mit zwei oder drei «f» schreiben soll, erkennt man sofort, dass hier technische, kulturelle und soziale Aspekte der Schriftlichkeit ineinander greifen und dass sich Schrift nicht so leicht auf eine reine Technik reduzieren lässt.
: Den Korsen fehlen die Worte. Aber im "Büro für weniger verbreitete Sprachen" werden sie mit dem Europagedanken versöhnt. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , s. N6, Natur und Wissenschaft, Geisteswissenschaften
Das interessanteste Konzept, das die Fachleute beschäftigt, ist das eines neuen Mediävismus, nämlich eines Gesellschafts­systems, in dem die inter­nationalen Dimensionen der politischen und der Rechts­ordnung anerkannt und in den Vorder­grund gestellt werden. Das Rechts­monopol des Staates wird gebrochen, und über­greifende Formen der Autorität werden akzeptiert. Die neue Mittel­alterlichkeit ist vor allem für Minderheiten in Grenz­gebieten attraktiv. Sie würde es zum Beispiel den Basken und Katalanen auf beiden Seiten der spanisch-französischen Grenze erleichtern, auf be­stimmten Ebenen wie Kultur und Schule Verwaltungs­einheiten zu bilden. Die nieder­ländisch-flämische Sprachunion ist eine grenz­übergreifende Organisation, die auf die Sprach­gemeinschaft, nicht die nationale Gemein­schaft bezogen ist. Die deutsche Rechtschreib­reform wurde von Vertretern aller deutsch­sprachigen Länder beraten.

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