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Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

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2020-4-13
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Gallmann, Peter

: Varianz in der Rechtschreibung. Sprachspiegel, , 60. jg., nr. 2, s. 38 bis 47 (2813 wörter)
Der Neuregelung ist vorgeworfen worden, in einigen Bereichen zu viel, in anderen hingegen zu wenig Varianz vorzusehen. […] Es gibt unterschiedliche Arten orthografischer Varianz. […] Varianz, die ihre Grundlage im Sprachsystem oder in der Sprachentwicklung hat, lässt sich nicht vermeiden und kann meist auch nicht durch Konventionen zum Verschwinden gebracht werden. Unvermeidbar in einem Regelwerk, das sich primär an die Schule und an die Verwaltung richtet, sind ferner Varianzen, die mit der Komplexität mancher Sachbereiche zusammenhängen. Eine eindeutige, sachgemässe Regelung wäre in solchen Bereichen zwar möglich, ihre Beherrschung wäre aber mit einem unvertretbar hohen Lernaufwand verbunden. In solchen Bereichen sind Konventionen meist zu willkürlich, so dass der Ausweg nur in der Zulassung mehrerer Schreibungen liegen kann. Anders liegt der Fall bei Varianzen, denen Konzessionen an die Tradition oder an uneinheitliche Auffassungen in der Wissenschaft zugrunde liegen. Hier kann die Varianz mittelfristig zugunsten der jeweils systematischeren Schreibungen abgebaut werden.
: Gegenreformator der Recht­schreibung. «Absonderliche Kommaregeln», Leserbrief von Theodor Ickler, SN vom 11. August. Schaffhauser Nachrichten, , nr. 199, 139. jg., s. 2, Meinungen, Leserbriefe
[…] Leserbriefschreiber Theodor Ickler […] ist Sprach­wissenschaftler an der Universität Erlangen und kämpft seit fünf Jahren gegen die Rechtschreib­reform. Das bedeutet für ihn nicht etwa die Rückkehr zur früheren Schreibung, sondern die Entscheidung für die selbstentwickelte «Ickler-Orthographie».
: Neue Rechtschreibung wird sich durchsetzen. Tages-Anzeiger, , nr. 226, 108. jg., s. 2
Ich bin sicher, in zehn Jahren werden viele Formen der alten Rechtschreibung den meisten Lesern schon so merkwürdig vorkommen wie heute Thüre, That und Rath (so die vor 1901 gebräuchlichen Schreibweisen).
: "Wir haben vorwiegend an die Lernenden gedacht." Tages-Anzeiger,
Keiner, der das neue Regelwerk ernsthaft prüft, wird mit dem erreichten Ergebnis bis in alle Einzelheiten einverstanden sein. Das gilt auch für uns. Insgesamt haben wir mehr gewollt, einiges wollten wir anders, manches wollten wir nicht. Dies ändert aber nichts an unserer Über­zeugung, dass die neue Regelung als Ganzes der bisherigen klar überlegen ist: Sie ist einfacher handhabbar — dies gilt für Kinder wie für Erwachsene —, und sie ist besser lehrbar und lernbar.
: Warum die Schweizer weiterhin kein Eszett schreiben. Sprachspiegel (), , 52. jg., nr. 4, s. 124 bis 130
Eisenberg geht davon aus, dass die Verdoppe­lung von Konsonanten­buchstaben nicht primär mit der Vokal­kürze, sondern mit der Syllabierung in gesprochener Sprache zusammen­hängt: Ein Konso­nant, der an einer Silben­grenze steht, gehört unter bestimmten Bedingungen beiden Silben an, er bildet ein Silben­gelenk. Ein Vergleich mit der Schreibung schweizer­deutscher Dialekte kann diesen Ansatz bestätigen. […] Die anders­artige Phonologie der schwei­zer­deutschen Dialekte schlägt auch auf die schweizerische Variante der Stan­dard­sprache durch; sie ist unter anderem auch der versteckte Grund, dass die Schweiz weiter­hin auf das Eszett ver­zichtet.
: Wer diktiert die Rechtschreibreform? Eine Stellungnahme aus sprachwissenschaftlicher Sicht. Neue Zürcher Zeitung, , 216. jg., nr. 269, s. 46
Unklar ist, wie denn die Entscheidungs­prozesse in der Bundes­republik verlaufen.
: Der Duden, nicht das Amtsblatt. Neue Zürcher Zeitung, , 216. jg., nr. 256, s. 79, Briefe an die NZZ
Diese verlegerischen Freiheiten werden — wenn es denn zu einer neuen amtlichen Regelung kommen soll — auch in Zukunft erhalten bleiben. Man wird bei Rechtschreib­fragen also weiterhin im Duden, in einem anderen Wörterbuch oder auch in einer geeigneten Grammatik nachschlagen und nicht im Amtsblatt.
: Zu den Bemühungen um eine Reform der deutschen Rechtschreibung. Deutsch als Fremdsprache, , nr. 2, s. 72 bis 84
Abstract: Die Vf. erläutern Vorschläge zur Neuregelung der deutschen Recht­schreibung, die von Experten­gruppen aus den deutsch­sprachigen Ländern an die Regierungen übergeben wurden. Veränderungen soll es in folgenden Be­reichen geben: Laut-Buchstaben-Zu­ordnungen, Getrennt- und Zusammen­schreibung, Schreibung mit Binde­strich, Groß- und Kleinschreibung, Zeichen­setzung und Worttrennung am Zeilen­ende.
: Wohin steuert die deutsche Rechtschreibung? Zum Stand der Reformbemühungen. Neue Zürcher Zeitung, , nr. 217, s. 25 bis 26, Zeitfragen, scan (3736 wörter)
Weitgehend unbeachtet von der öffent­lichen Diskussion ist in den letzten Jahren die wissen­schaftliche Arbeit an einer Reform der deutschen Recht­schreibung voran­getrieben worden. […] Aus lebhaften Reform­diskussionen (in der Schweiz hat sich hierbei besonders der Bund für vereinfachte rechtschreibung hervorgetan) entstanden zahlreiche Reform­vorschläge. […] Die Fortschritte in den gemeinsamen wissen­schaftlichen Bemühungen legten den Grund für die Möglichkeit politischer Vor­entscheidun­gen, wie sie in Wien getroffen worden sind; und diese wiederum geben den Wissen­schaftern die Möglichkeit zu sinnvoller Weiterarbeit. […] Der erste Block der Reform­vorschläge soll von den Fachleuten bis Ende 1988 verabschiedet sein. Dann werden die politischen Instanzen entscheiden, ob es eine Reform geben soll – eine zweite Wiener Konferenz ist für Dezember 1988 geplant. Auch wenn dieser Zeitplan vielleicht nicht ganz eingehalten werden kann: Die Chancen für eine positive Entscheidung – wir haben es am Anfang aus­gesprochen – sind nicht schlecht.

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