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Gehrs, Oliver

: «Eine Sprache muss sich ständig verändern.» Fachhefte grafische Industrie (), , nr. 5, s. 6 bis 8, Interview
Den Sprachwissenschafter Harald Haarmann, 64, zu erwischen, ist nicht ganz einfach – schliesslich ist er ständig rund um die Welt unter­wegs, um dem Rätsel der Sprachen auf die Spur zu kommen. […] [Haarmann:] Eine Sprache lebt in ihrer Zeit, es gibt keinen Stillstand. Eine Sprache, die sich nicht ändert, wird zum Fossil – wie das Lateinische. Die Römer hatten eine extrem puristische Sprachpoli­tik. Sie haben ständig Wörter ausgesiebt und keine Vulgarismen erlaubt. [Gehrs:] Auch bei uns gibt es manchmal Sprach­wärter. Beim Protest gegen die Recht­schreibreform waren sie laut zu verneh­men. [Haarmann:] Die Rechtschreibreform war vor allem ein Lehrstück, wie Demokratie zur Stagnation werden kann – zur Unfähigkeit, etwas zu­stande zu bringen. Heute lässt jeder Verlag oder jede Zeitung anders schreiben. Wenn man so eine Reform machen will, kann man nicht so kurz springen und lauter Kompro­misse machen.
: Der liebe Herr Blumencolo. Die neuen "Spiegel"-Chefs. taz.de, , Medien
Nun geht es darum, ob vom vernünftigen Ton im Inneren des Magazins auch die Leser profitieren. Ob etwa der Hang zu leidigen Geschichten über irgendwelche gesellschaftlichen Trends, die meist nur eine Halbwertzeit von einer Woche haben, verschwindet und der Gestus des allwissenden Journalisten gleich mit - der besser als die Politiker weiß, was für das Land gut tut oder der sich im Zweifelsfall selbst zum Politiker aufschwingt wie der geschasste Stefan Aust weiland im Kampf gegen die Rechtschreibreform.
: Es war nicht alles schlecht. Rauswurf von "Spiegel"-Chef Aust. taz.de, , Leben, Medien
Der Kampf gegen die Windkraft, das Gerede vom "neuen Bürgertum", der nicht nachlassende Furor gehen die politischen Gutmenschen, die es in der Zahl, wie sie der Spiegel bekämpft, ja nie gegeben hat - wen interessierte das denn noch? Was hatte das mit der Realität außerhalb des Restaurant Borchardt zu tun, in dessen Sesseln Aust, Schirrmacher und Springer-Chef Mathias Döpfner einst den Sturm auf die Rechtschreib­reform planten. Dass sich Aust in dieser Situation zum Büttel von Bild-Chef Kai Diekmann und dem Springer-Verlag hat machen lassen, ist eigentlich der größte Sündenfall in seiner Spiegel-Karriere. Mit dieser Männerbündelei, die sich um eine eigenständige publizistische Haltung nicht mehr scherte, hat er dem Ansehen des Blattes nachhaltig geschadet.

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