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Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

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2020-4-13
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Glück, Helmut

: Die Ersatzreligion der sprachlichen Anbiederung. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 44, s. 7, Bildungswelten
Die Stadt Hannover hat auch dem Wort "Wort" eine neue Bedeutung gegeben. Ein Wort war bisher dadurch definiert, dass es durch Leer­stellen von seinen Nachbar­wörtern getrennt und dadurch identifizier­bar war. Innerhalb eines ge­schriebenen Wortes hatten Zeichen, die nicht zu seinem Buchstaben­bestand ge­hören, nichts zu suchen. Die amtliche Recht­schreibung lässt nur zu, dass innerhalb von Wörtern Klammern oder Schräg­striche verwendet werden dürfen (Förster(in), Förster/in). Das Binnen-I und der "Gender­stern" (FörsterIn, Förster*in) verstoßen gegen diese Regel.
: Dringende Kaufwarnung. Eine missglückte Einführung in die Sprachkritik. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 234, s. 10, Feuilleton
Hans Jürgen Heringer und Rainer Wimmer: "Sprachkritik". […] Die Rechtschreib­reform wird als Bagatelle abgetan, da sie nur Äußerlich­keiten betreffe; das ist mitnichten der Fall.
: Im Schuldturm. Pleite gehen (4). Die Welt, , nr. 87, s. 29, Feuilleton
Zwischen einer Pleite und der Rechtschreibreform besteht übrigens ein innerer Zusammenhang, denn letztere hat nicht verstanden, dass erstere sowohl Substantiv (eine Pleite hinlegen) als auch Adjektiv ist (pleite gehen, sein). Deshalb sollen wir schreiben "er ist pleite", aber "er geht Pleite".
: Mexiko vor! Sprach Spiele. Die Welt, , s. 29, Feuilleton
Die weitere Entwicklung ist absehbar: Wir werden einen Reformschub bekommen. […] und wir haben endlich wieder junge Lehrer. Die werden in die Ganztagsschulen strömen, ganzheitlichen Unterricht in reformierter Recht­schreibung erteilen und dafür sorgen, dass beim nächsten Pisa-Termin Mexiko an uns vorbeigezogen ist.
: Von A bis Z. Nicht zu knapp. Die Welt, , nr. 142, s. 30, Feuilleton
ß ist der deutscheste aller Buchstaben […]. Seit der Rechtschreibreform darf man ß auch als Großbuchstaben verwenden […] Die Rechtschreibreform hat die Regeln für die Schreibung des ß vereinfacht. […] Dass man statt daß jetzt dass schreiben muss, ist keine Erleichterung, sondern ein Taschenspielertrick, denn die Kinder machen nun keine das/daß-Fehler mehr, dafür aber das/dass-Fehler, und das nicht zu knapp.
: Von A bis Z. Kakanisch. Die Welt, , nr. 94, s. 31, Feuilleton
Im Deutschen wird das K nur in wenigen Fremdwörtern verdoppelt, wenn es gleichzeitig zu zwei Silben gehört, zum Beispiel in Sakko und Stukkateur. Normalerweise wird es als ck geschrieben und nur bei der Silbentrennung in k-k aufgelöst: backen, Socken und bak-ken, Sok-ken. Die Rechtschreib­reform schreibt die merkwürdigen Trennungen ba-cken, So-cken vor.

Da liegt wohl eine verwechslung von «merkwürdig» und «ungewohnt» vor.

: Das Übel mit dem Umlaut oder Wie die EU "Göthes Pösie" schuf. Die Welt, , s. 30, Feuilleton, Glosse
Nun ist man in Brüssel (!) auf eine brillante Idee gekommen. Man hat den dortigen Computern beigebracht, die Buchstabenfolgen AE, UE und OE immer dann, wenn Namen aus den genannten Sprachen vorkommen oder wenn sie ganze Sätze in einer dieser Sprachen von sich geben, durch Ä, Ü und Ö zu ersetzen. Nun heißt Joenkoeping wieder Jönköping […]. Jene wussten offenbar nicht, dass nicht jedes deutsche Wort, das die Buchstabenfolgen AE, OE oder UE enthält, mit Umlaut zu gelesen und geschrieben werden darf. […] Nur ein paar baürnschlaü Italiener oder Briten, deren Schrift­systeme in dieser Hinsicht ärmlich sind, neiden den anderen ihre grafischen Farbtupfer. Sie sind es, die alle Versuche hintertreiben, den Eurocomputern so einfache Dinge wie Ä, Ö und Ü beizubringen.
: Von Weiber-Seelen im Liebes-Fieber. Alter Zopf an neuem Kopf: In der Wortbildung geht die Rechtschreibreform auf uralten Pfaden. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , s. 54, Feuilleton (1947 wörter)
Sprachreformen können vielerlei betreffen: den Wortschatz, die Sprachverwendung in einzelnen Bereichen, die Grammatik und natürlich die Rechtschreibung. Rechtschreib­reformen gehören zu den sensibleren Spielarten von Sprach­reformen, denn sie betreffen die äußere Gestalt der Sprache […]. Um so vorsichtiger muß man sie betreiben. Von Sprach­reformen muß man die natürliche, spontane Sprach­entwicklung unterscheiden. […] Sprachwandel spielt sich ab, ohne daß jemand ihn will, plant, bestellt und durch irgendwelche "Maßnahmen" umsetzt. Das unter­scheidet ihn von Sprachreformen. In der Rechtschreibung war das bis 1996 genauso: Sie veränderte sich von Jahrzehnt zu Jahrzehnt, und zwar in kleinen Schritten. Sie wurden von der Sprach­gemeinschaft kaum wahrgenommen, weil frühere Rechtschreib­reformer nicht versuchten, der Sprach­gemeinschaft Neuerungen vorzuschreiben, sondern bestrebt waren, den bestehenden Usus zu erfassen, zu systematisieren und in Regeln zu fassen. Sie haben sich — erfolglose Ausnahmen bestätigen die Regeln — nicht angemaßt, eine "ideale" Orthographie durchzudrücken.

Da kann man einiges diametral entgegengesetzt sehen.

: «Wir brauchen eine Sprachakademie.» Denn unsere Sprache ist zu wichtig, um sie Kultusministern und ihren Experten zu überlassen. Die Welt, , nr. 175, s. 31, Feuilleton
Die Einheit der Schreibung unserer Sprache ist abhanden gekommen: Wir haben Zustände wie um 1780. […] Wir brauchen eine Sprachakademie, die gegen politische Einflüsse und gegen die Lobbyarbeit von Lehrer­verbänden und Wörterbuch­verlagen immun ist. Wie sollte eine solche Sprach­akademie beschaffen sein? Sie sollte sich nicht auf die Regelung und Entwicklung der Rechtschreibung beschränken, sondern sich auch um die Entwicklung von Terminologien kümmern, in denen man schon heute keine vollständigen deutschen Wortschätze mehr hat. […] Die gescheiterte Rechtschreib­reform sollte ein Anlass sein, über diese Alternative nachzudenken.
: EisenBahnRechtSchreibung. Sprach Spiele. Die Welt, , nr. 299, s. 34, Feuilleton
Die Deutsche Bahn AG hat ein Herz für MitMenschen, die das Lesen langer Wörter anstrengt. Deshalb schreibt GroßBuchStaben, wenn ein neuer WortBestandTeil anfängt.

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