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Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

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Hafner, Yvonne

: Rechtschreibung - der ewige K(r)ampf. (Schweizer Radio DRS 1), , sendung Treffpunkt
Wie schreibt man Rhythmus? Hat Karussell ein oder zwei «r»? Schreibt sich «des Weiteren» gross oder klein? Diese und ähnliche orthografische Fragen kennt (fast) jeder. Die Sendung «Treffpunkt» geht der Rechtschreibung auf den Grund.
: «Treffpunkt» zum Thema Rechtschreibung. Schweizer Radio DRS 1 (), , 9 bis 11 uhr (dauer 1h 4'), vormittags­sendung
DRS eis am mittwuch vormittag mit em «Träffpunkt». Jä, schriibt mä etz «herzlich willkommen» – beides gross, «Willkommen» gross oder chlii? Wänn ja, isch etz das äs subschtan­tivierts adjektiv? […] Oder dr Karl Heim hät es mail gschribe […]; er laboriert wägä eme protokoll schu de ganz wuche umenand a dr korräkte schriibwiis vum woort «Kunden­akquisition». Antwoorte uf die frage gits bi üs im «Träffpunkt» zum tema rächtschriibig. En schprachwüsseschaftler [Rudolf Wachter] git antwoort; er seit üs, worum s überhaupt d rächtschriibig bruucht. Und schpitzet Si jetz schu dr bleischtift bezieigswiis fared Si ire computer ufe. Mir bittet nämli im lauf vu dere sändig zum diktat. […] Am mikrofon d Ladina Spiess – mit 2 s. […] Worum bruuchts dänn d rächtschriibig, herr Wachter? [Wachter:] Ich glaube, d rächtschriibig bruuchts drum, damit mir bim läse vu täggscht nid abglänkt wärdet. Ich sälber bi am glücklichschte, wänn ich en täggscht lise und d rächtschriibig überhaupt nid waarnime. Und jetz, i de letschte füfzä, sächzä jaar, dur de reform […] sind varianteschriibige uuftaucht und au offiziell legalisiert woorde. Nid jede läser reagiert gliich uf de variante. Es gi sonigi, wo eender moderner, reformistischer dänked, anderi – vier feuftel vo dr bevölkerig händ vor nünze­sächse­nünzg gleert schriibe und läse –, die reagiered eender negativ uf de reformschriibige. Drum isch es im grund gnuu am beschte, wänn d ortografii möglichscht unsichtbar bliibt.

Die anschliessende frage der moderatorin, ob er damit eine möglichst einfache rechtschreibung meine, konnte Wachter natürlich nicht bejahen. Denn so ganz war ihr anscheinend nicht klar, wer da ihr gast war. Wachter ist kein ortografiespezialist und kein praxisberater (was nicht verborgen blieb), sondern befasst sich mit historisch-vergleichender sprachwissenschaft und seit ein paar jahren mit der begründung einer kategorischen ablehnung jeglicher recht­schreib­reformen. Wo die moderatorin eine «liechti kritik gägeüber dr neue tütsche rächtschriibig» heraushörte, ging es um handfeste agitation und unverhüllte reklame für die SOK. Übrigens: Wenn das lesen durch varianz beeinträchtigt würde, dürften wir überhaupt nichts lesen ausser ganz wenigen zeitungen und büchern (Fundsachen). Und die bevölkerung besteht nicht mehr zu 80 prozent aus «alten», sondern mittlerweile zu 70 – und das auch nur, weil wir schweizer so alt sind. In Nigeria wären es 34 prozent. – Siehe auch zitat.


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