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Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

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Harmsen, Torsten

: Die ungeliebte Rechtschreibreform. , , Politik
Zugegeben, es hätte noch schlimmer kommen können. Denn im ersten Entwurf für eine Rechtschreib­reform blieb kaum ein Stein auf dem anderen: Der „Kaiser“ wurde zum „Keiser“, der „Staat“ zum „Stat“, der „Frevel“ zum „Frefel“. Fremdwörter erschienen in Pseudo-Eindeutschung: „Hobbi“, „Träner“, „Schossee“, „Restorant“ oder „Pitza“. Gott sei Dank wurde dieser Reform­entwurf einer Professoren­kommission aus den 80er-Jahren noch abgeschmettert.

Kaum ein Stein auf dem anderen? Kaum ain štain auf dem anderen sääe fiil šlimer aus!

: „Große Verwirrung angerichtet.“ , , Politik
Der Erlanger Germanist Theodor Ickler war von Anfang an ein engagierter Kritiker der Rechtschreib­reform. […] Was er gegen die Reform hat, erklärt er hier im Inter­view. […] Dennoch haben Sie jetzt mit dem Verleger Matthias Dräger und dem Autor Friedrich Denk einen Vorschlag gemacht, den Sie als „menschen­freundlich“ für die Schüler bezeichnen. [Ickler:] Wir schlagen vor, in den Schulen auch die bisherige Recht­schreibung von vor 1996 gelten zu lassen und nicht als Fehler anzu­streichen. Für eine Übergangs­zeit muss es verschiedene Recht­schreibungen geben, die dann allerdings in sich konsistent sein sollten. […] Ich finde, unser Vor­schlag vereinfacht vieles. Die Kultus­minister müssten nur über ihren Schatten springen und sagen: Dieses Toleranz­edikt wird jetzt in die Öffent­lichkeit gebracht. Und dann lassen wir es gut sein und mischen uns nie wieder ein.

Tolle idee! Da kann man ja die toleranz gleich auf die noch ältere eigen­namen-gross­schreibung aus­dehnen. Wir können aller­dings nicht ver­sprechen, dass wir uns nie wieder ein­mischen. Kein mensch, der an einer sache und nicht nur am eigenen stand­punkt interes­siert ist, kann das.

: Trügerischer Rechtschreibfrieden. Berliner Zeitung, , Tagesthema (504 wörter)
Die letzte Reformfassung, an der sich auch die Berliner Zeitung orientiert, macht es allen nicht einfach - vor allem Lehrern und Schülern nicht. Was gilt jetzt als richtig, was als falsch? Welche Zensur kriegt man wofür? Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten. Denn im Ergebnis der reformierten Reform hat man nun viele verschiedene Wahlmöglichkeiten. Die etwa 3000 Varianten, die Silbentrennung nicht eingerechnet, die im neuen Duden zu finden sind, entstanden vor allem durch die vielen nachträglichen Korrekturen des Reformwerks seit 1996.
: Die neuen Regeln. Berliner Zeitung, , Tagesthema (731 wörter)
I. Neue Schreibung von Wörtern: Die Reform soll das Schreiben einfacher machen. […] II. Gross- und Kleinschreibung: Es wurde versucht, klare Kriterien zu gewinnen […]. III. Getrenntschreibung: Tendenz: Zusammenschreiben. […] IV. Worttrennungen: Die Abtrennung einzelner Vokale am Zeilenende soll vermieden werden […]. Ebenso soll es keine sinnwidrigen Trennungen mehr geben […]. V. Zeichensetzung: Bei mit "und" verbundenen Sätzen soll wieder das Komma auf selbstständige Sätze beschränkt werden […]. Bei Infinitivsätzen […] bleibt das Komma freigestellt.
: Die Bildung als Geisel der Politik. Durch das Scheitern der Föderalismuskommission gerät die Reform nach Pisa in Gefahr. Berliner Zeitung, , Meinung
Aber wie anfällig die KMK ist, hat man letztes Jahr gesehen, als Niedersachsen plötzlich seinen Ausstieg aus dem Gremium ankündigte - ein Profilierungsversuch seines CDU-Ministerpräsidenten. Immer wieder funken Ministerpräsidenten dazwischen, wenn ihre Kultusminister bereits abgestimmt haben - so wie auch im Sommer bei der Rechtschreib­reform.
: Reformer der Reform. Berliner Zeitung, , Politik (366 wörter)
Es ist zu bezweifeln, dass es tatsächlich bis zum 1. August 2005 - dem Tag des Inkrafttretens - zu einem Konsens zwischen den Reformern und ihren erbitterten Gegnern kommt. Doch Zehetmair scheint es ernst zu sein mit dem Versuch, "die deutschsprachigen Menschen mit der Rechtschreibung zu versöhnen". Was die nötigen Korrekturen betrifft, hat er sofort Vorschläge parat.

Letzteres war zu befürchten. — An der aufgabe, «die deutschsprachigen Menschen mit der Rechtschreibung zu versöhnen», ist schon Konrad Duden gescheitert.

neu : Unerträglichkeit des Jeins. Berliner Zeitung, , s. , Feuilleton (373 wörter)
Sie ist das älteste Ministergremium der Bundesrepublik, und sie hört wenig Schmeichel­haftes: rückwärts kriechende Schnecke, griechische Landschildkröte, reaktionärer Club – so hat man die Kultus­minister­konferenz (KMK) genannt. […] Der Deutsche Kulturrat […] will das Prinzip der Ein­stimmigkeit aufheben, das die Minister der 16 Bundes­länder in ihren Entscheidungen lähmt. Künftig soll es nur noch Mehrheits­entscheidungen geben. Anlass ist die Entscheidungs­schwäche der Kultus­minister in der Rechtschreib­reform.
: Zur Einstimmigkeit gezwungen. Hans-Joachim Meyer ist neuer KMK-Präsident. Berliner Zeitung, , Feuilleton
In der KMK, die 1998 fünfzig Jahre alt wurde, einigen sich die Länder-Kultusminister über Fragen wie bundeseinheitliche Abschlüsse, die Abitur-Neuordnung oder die Rechtschreibreform. Wegen ihres Arbeitstempos und des Zwangs, alle Beschlüsse einstimmig fassen zu müssen, wurde die KMK des öfteren kritisiert.

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