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Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

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Hintermeier, Hannes

: Ich weiß überhaupt nicht, ob die Bayern ein Gen haben. Ein Gespräch mit dem Satiriker Gerhard Polt. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 249, s. 40, Feuilleton
Wie lang hat die Rechtschreibreform gedauert? — Zehn Jahre. — Und das Ergebnis? Die Politik schreibt vor, wie man zu schreiben hat. Der Duden macht Reklame mit dem Spruch, jetzt stehe fest, wie man "amtlich" schreibt. Ich schreibe, wie ich mag, und nicht amtlich.

Wir auch. Kleiner irrtum: Dass die politik vorschreibt, wie die schule (nicht «man») zu schreiben hat, ist ein ergebnis der allgemeinen schulpflicht, nicht der reform.

: Sprachdiktat. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 25, s. 35, Feuilleton (744 wörter)
[…] zwölf Apostel, die bislang in Anbindung an die Kultusministerkonferenz eine Botschaft in die deutschsprachige Welt hinaustragen. Jetzt will sich die Kommission dieser Aufgabe völlig losgelöst von irgendwelchen lästigen Rückbindungen widmen können, Ergebnisse sollen nur noch alle fünf Jahre berichtet werden. Dieser absonderliche Plan […] führt den Gedanken der beratenden Kommissions­arbeit endgültig ad absurdum — und sorgt auf seiten derjenigen, die zualler­erst mit der deutschen Sprache umgehen, für Bestürzung. Der Lyriker Reiner Kunze […] hat sich jetzt mit einem offenen Brief quasi auf die Barrikaden begeben. […] Die eminent politische Frage nach dem Umgang mit der Sprache wird nach Enzensbergers Beobachtung "hinter verschlossenen Türen abgehandelt — wie zu Metternichs Zeiten". […] Die Berliner Schrift­stellerin Monika Maron fühlt sich durch die "Entscheidungsherrlichkeit" der Kommission gar an DDR-Zeiten erinnert […]. Siegfried Lenz, von Beginn an scharfer Gegner der Rechtschreib­reform, quittiert die Angelegenheit mit einer gewissen Fassungs­losigkeit.
: Wer Nachhilfe braucht, soll den Primus nicht belehren. Edelstoff Geist: Hans Zehetmair, bayerischer Kunstminister, vor dem Ende einer langen Amtszeit. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 55, s. 42, Feuilleton
"Viel Wirbel machen" — Zehetmair war immer für einen Aufreger gut, aber er versteht es auch, Aufregung produktiv zu machen. Die Liste der Feldsteine, die er dem politischen Gegner in den Vorgarten warf, ist lang. […] In der unendlichen Geschichte der Rechtschreibreform fuhr er Slalom […]. Wenn er etwas bereut, dann seine Haltung in der Rechtschreibreform. Flapsigkeiten von einst — es sei ihm "wurst, wieman ,Ketchup' schreibe, er möge es ohnehin nicht" — können heute nicht darüber hinwegtäuschen, daß die Reform ihr Ziel verfehlte. Aber "Schwarzer Peter" hin, "Heiliger Vater" her, die tiefste Dimension hat für Zehetmair das Urteil des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 1996, Kreuze in Schulen dürften nicht vorgeschrieben werden.

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