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Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

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2020-4-13
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Isensee, Josef

: Staatsziel Quäntchen. Die Rechtschreibung und die Verfassung. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , s. 33, Feuilleton (1407 wörter)
Doch die schwierigen verfassungs­rechtlichen Probleme, wie grund­rechtliche Freiheit zu sichern, föderale Einung zu bewerk­stelligen, demokratische Legitimation zu aktivieren ist, er­ledigten sich ganz einfach, wenn der Staat sich über­haupt jedweder Regelung enthielte, die Sprache sich selber regelte und die Schreibenden unter sich den Konsens über die Regeln her­stellten […]. In diesem kultur­anarchischen Verfahren, an Freiheitlich­keit überlegen jed­wedem Verfahren der Demokratie, hat sich Jahr­hunderte hindurch die deutsche Sprache entwickelt: im tag­täglichen, offenen Plebiszit, an dem alle mitwirken, die des Wortes mächtig sind und die deutsche Schrift­sprache beherrschen. Die unsicht­bare Hand, die Adam Smith im Markt­geschehen walten sah, leitet auch das Sprach­geschehen und bringt, alles in allem, vernünftige, verständigungs­förderliche Normen hervor. Die Selbst­regulierung der Sprach­gemeinschaft ermöglicht Tradition und Evolution, Eigen­willigkeit und Anpassung. Sie weiß autonome Durchsetzungs­mittel auf ihrer Seite: Kommunikations­bedürfnisse und Isolierungs­furcht.

Tolle idee, aber leider die übliche verwechslung von sprache und schreibung (stichwort schichtenmodell). Es gibt keine amtliche sprache, aber eine amtliche rechtschreibung.


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