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Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

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2020-4-13
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Kahl, Reinhard

: Der deutsche Rechtschreibkrieg … und die Aussicht auf Frieden. Erziehung und Wissenschaft (), , nr. 9, s. 32f, Essay
Natürlich, man könnte sagen, alles nur Sommer­theater. Aber in diesem Stück geht es so bitter ernst und humorlos zu, wie das wohl nur teutonische Stämme fertig bringen. Es droht wieder mal Chaos. […] Wer Deutschland in diesen Tagen nur aus dem Feuil­leton kennt, der müsste tatsächlich glauben, die Basis der Kultur würde weggeätzt, das Schlimmste droht: Beliebigkeit. Am Ende weiß nie­mand mehr, woran er sich halten soll. Und, das scheint dort nun wirklich das Aller­schlimmste, jeder macht, was er will.
neu : Das letzte Gefecht? Der endlose Rechtschreibkrieg und das Land der ABC-Schützen. Universitas (), , 59. jg., nr. 10
Die komplizierte deutsche Recht­schreibung steht ja nicht erst seit gestern am Pranger. Denn Normal­sterbliche wie Stefan Aust und Peter Müller mussten sich nicht nur als Schüler, sondern lebenslang mit einem Schreib­system quälen, dessen Regeln oft nur für 60 Prozent der Fälle galten und daneben 40 Prozent Ausnahmen produzierten. Deshalb war zunächst ja auch fast jedermann für eine Reform.
: Lob des Skandals. die tageszeitung, , nr. 6351, s. 14
Der Skandal, ausgerechnet der Skandal, wird zum wichtigsten Portal, durch das heute Themen und Stimmungen hindurch müssen, um in die Arena zu gelangen, in der die großen Debatten geführt werden. Ob Kampfhunde oder Spendenbetrug, ob Rechtschreibung oder Rechtsradikale, jedes Mal gibt es ein schlummerndes Thema hinter dem Thema, das nach Artikulation drängt, ja oftmals zum Himmel schreit und sich häufig der martialischen Skandalmaske nur bedient, um für sich Aufmerksamkeit zu erringen.
: Der Posse letzter Akt. Rechtschreibreform: Kiel will den Volksentscheid verhindern. die tageszeitung, , nr. 5582, seite 10, Meinung und Diskussion, Kommentar
Der völlig unbeabsichtigte, aber um so wirksamere Effekt des deutschen Rechtschreib­krieges war allerdings die befreiende Entdeckung des "tertium datur". Wenn man ein Wort so und anders schreiben darf, vielleicht gibt es dann auch eine dritte, meine eigene Möglichkeit - immer vor­ausgesetzt, daß der Text lesbar bleibt.

Die kleinschreibung der substantive!

: Angst vor Fehlern. die tageszeitung, , nr. 5581, seite 15, Kultur
Heute entscheidet das Bundesverfassungsgericht über die Rechtschreib­reform. Über Rechthaber, Eindeutigkeit, Kontingenz und die abhanden gekommenen Kläger - zum Subtext einer deutschen Debatte. […] Tatsächlich geht es im deutschen Rechtschreibkrieg gar nicht nur um Orthographie. Es geht ums Aufbrechen mentaler Orthodoxie. An die Stelle von striktem richtig oder falsch tritt das Wörtchen "und". In einem Aufsatz mit dem merkwürdigen Titel "Und" fragte bereits der abstrakte Maler Wassily Kandinsky nach dem Wort, das das 20. Jahrhundert vom 19. Jahrhundert unterscheidet. Es sei das Wort "und", das an die Stelle der zweiwertigen Logik von "ja - nein" und der Moral "ich oder du" tritt. Wie wir wissen, hat das 20. Jahrhundert das Entweder-oder-Denken noch einmal blutig radikalisiert. Vielleicht gelingt es ja nun im Übergang zum 21. Jahrhundert, dem "und" die Ehre zu verschaffen?
: Sieg für Göte. Schleswig-Holstein: Das Volk entscheidet über die Recht­schreibung. die tageszeitung, , nr. 5547, s. 1, Kommentar
Aber wie immer der Volksentscheid nun ausgehen wird, das enge Orthographie-Korsett ist aufgeschnürt. Bei diesem Zivilisationsgewinn wird es bleiben. 30 Gerichte wurden bemüht, und siehe, alle entscheiden etwas anders. So hat der Streit der Rechtschreiber, Rechthaber und Rechtsprecher etwas nicht Beabsichtigtes bewirkt: Der Heiligenschein der einen Recht­schreibung ist dahin. Vor 100 Jahren verlangten Lehrer und Drucker nach eindeutiger Schreibweise und bekamen sie. Jetzt löst sich diese Eindeutigkeit wieder auf. Das Jahrhundert der Disziplin, der Stechuhr und des Rotstifts läuft aus.
: Eine ziemlich deutsche Rebellion. die tageszeitung, , nr. 5314, s. 12, Kultur
Die Rechtschreib­reform wühlt die Volksseele auf. Darin äußert sich ein paradoxes Verhältnis zum Staat. […] Der Anführer der Rechtschreib-Rebellen, CSU-Mitglied Friedrich Denk, der immerzu betont, er habe noch nie dem Staat zuwider­gehandelt oder auch nur wider­sprochen, ist der Prototyp der Recht­haber und Recht­schreiber. Er behauptet doch tatsächlich, wenn die Anrede Du und Sie klein geschrieben wird, ginge ein Stück Höflichkeit flöten, und deshalb werde - so folgerten zuletzt Kläger vor dem Verwaltungs­gericht in Dresden - das Erziehungs­recht der Eltern berührt.

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