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Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

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2020-4-13
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Kaube, Jürgen

: Aussprache des Gender-Sterns: Ein kurzes Stocken. (Frankfurter Allgemeine Zeitung), , Feuilleton
„Das Sternchen“, schreibt der Anglist Anatol Stefanowitsch […], werde „durch einen stimm­losen glottalen Verschluss­laut wieder­gegeben“. So könne man auch den Stern aussprechen, als Pause. Sie machte dann aus der Nachsilbe lautlich ein eigenes Wort. Also: „Ärzt in“ […]. Ob es allerdings jemals zum Ruf „Ist eine Ärzt in im Zug?“ […] kommen wird, […] dürfen wir der weniger moralischen als sprachlichen Empfindlich­keit überlassen.
: Butter bei die Fische. Kennenlernen und schwimmen lernen: Linguistik als Waffe gegen die Rechtschreibreform. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 112, s. 32, Feuilleton (389 wörter)
Als Peter Eisenberg Linguist wurde, blühte sein Fach. […] Dann kam die Rechtschreibreform als schwere Prüfung. Hier musste der Autor einer Duden-Grammatik und eines Zweifelsfälle-Dudens erfahren, wie viele Fachkollegen durch seine Grundstudiumsklausur geflogen wären, wenn sie etwa keinen Unterschied zwischen "kennenlernen" und "schwimmen lernen" sehen konnten. Eisenberg - "Aus der Geschichte des Deutschen ist kein vergleichbarer Angriff auf das Sprachsystem bekannt" - verließ unter Protest die zwischenstaatliche Kommission, die für die Umsetzung der Reform zuständig war […]. Am 18. Mai wird Peter Eisenberg siebzig Jahre alt.
: Orthographie nach Zehetmair. Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, , nr. 8, s. 4, Politik (1063 wörter)
Zehetmair ist jemand, der bewiesen hat, in sprachlicher Hinsicht mit fast allem leben zu können, außer damit, daß "Philosophie" mit "f" geschrieben wird und der "Heilige Vater" klein. Die Absurditäten des Vorgangs, an dem er sich beteiligt, ohne etwas dafür können zu wollen, lassen sich inzwischen nicht mehr an einer Hand abzählen. Es handelt sich um die seit 1996 fünfte als endgültig bezeichnete Regelung der deutschen Orthographie. Eine "Kommission" aus zwölf Schriftrichtern, denen eine stalinistische Zärtlichkeit beim Umgang mit widerborstigen Schreibweisen, überzähligen Kommata und unbotmäßigen Worten nicht abzusprechen war, wurde durch jenen "Rat" aus 36 Nach­besserern ersetzt, in dem sich nur ein einziger Verteidiger der her­kömmlichen Orthographie befand, dafür aber sieben von jenen zwölf Sprach­regulierern, die das Problem geschaffen hatten. Daneben vor allem wirtschaftliche Interessen­vertreter und Bildungs­lobbyisten sowie einzelne Wissenschaftler, die uns auch nicht werden erklären können, wem gedient ist, wenn "hier zu Lande" geschrieben werden kann.
neu : Realitäts Prinzip. Endlich verwildert: Deutschunterricht nach der Reformreform. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 50, s. 45, Feuilleton (486 wörter)
Den Einwänden der Kritiker am Recht­schreib­regel­änderungs­werk wird von der Kommission zu­gestanden, was für jegliches Argument unter der Sonne gilt: Sie alle hätten ihr Für und Wider. Darum soll, dem Vernehmen nach, eine "Toleranz-Metaregel" die neuen Regularien wieder ab­schwächen, indem die Anwendung der Regel selbst in be­grenztes Belieben gestellt wird. […] Die Schulen sollen nach wie vor die neuen Regeln unterrichten und ihre Anwendung sanktionieren, draußen aber, im wirklichen Leben, soll Meta­toleranz herrschen. […] Welchen Eindruck müssen Schüler von einer Vorschrift gewinnen, von der sie täglich erleben, daß sie außerhalb des Klassen­zimmers meta­tolerant behandelt wird?
: Rechtschreiber. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 173, s. 12, Zeitgeschehen
Noch bevor die so genannte "Puttkamer-Ortographie" als amtliches Regel­buch erschien, lag 1880 Dudens "Voll­ständiges ortho­graphisches Wörter­buch der deutschen Sprache" vor. Dabei handelte es sich allerdings weder um ein sprach­wissenschaftlich kontrolliertes Regel­werk noch um das Dokument einer Rechtschreib­reform. Duden war ab­gleichender Sammler und Sortierer mehr als Normgeber.

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