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Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

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2020-4-13
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Klonovsky, Michael

: Rechtschreibreform gescheitert?: Aber nicht doch! ,
Aber nein, sie ist wie keine zweite Reform gelungen! Wer die Völker gleich Zuckerwürfeln zunächst im europäerlosen Europa und sodann in der multikulturellen Weltgesellschaft auflösen will, tut gut daran, ihnen neben dem Heimatgefühl vor allem die Behausung in ihrer Sprache zu nehmen – nicht auf einmal, vielmehr schrittweise: da eine Unsicherheit, dort eine Spur Ent­differenzierung, an anderer Stelle ein bisschen Müll... […] Es sei an dieser Stelle daran erinnert, dass bereits eine aggressive Unterart von Sozialisten, die Nationalen nämlich, eine ähnlich vereinfachende, nivellierende, dem Horizont ihrer Anhänger angepasste Schreibreform durchführen wollte; Joseph Goebbels notierte weiland, dies sei die anmaßendste und ungebildetste Idee gewesen, welche sein Verein je gehegt hätte.

Zum nationalsozialismus: stellungnahme von 2000, Der Sprachdienst, 9. 2001.

: Bestes Globalesisch. Denglisch, Rechtschreibstreit, Wissenschafts-Anglisierung: Nicht nur Puristen sorgen sich um die Zukunft des Deutschen. Focus, , s. 62 bis 66, Kultur (2181 wörter)
Die umstrittene Rechtschreibreform mit all ihren Nachbesserungen und Sowohl-als-auch-Regelungen war der Sprachkultur bislang auch nicht eben dienlich. Speziell die Groß- und Getrenntschreibungsregeln haben dem geschriebenen Deutsch ästhetisch-grammatikalische Missgeburten beschert wie etwa "sehr Zeit raubend" oder "eine Hand voll Frauen" (selbst King-Kong hatte an einer genug). "Der Nobelpreis für Günter Grass war wohl verdient", stand in der "Süddeutschen Zeitung" zu lesen (der Kritiker Joachim Kaiser hatte gemeint: wohlverdient); in einem Geschichtsbuch des Cornelsen Verlags erfahren die Schüler, dass sich Menschenaffen und Menschenvorfahren "auseinander entwickelt" hätten (tatsächlich haben sie sich auseinander­entwickelt). Inzwischen sind die meisten Zusammenschreibungen allerdings wieder zulässig.
: "Täglicher Sprachdreck." Der Satiriker Eckhard Henscheid fände Spitzendeutsch — aber nur das! — auch auf Englisch allenfalls okay. Focus, , s. 68, Kultur, Interview
Sie registrieren also einen Verfallsprozess? Henscheid: Mir scheint, brennende Fragen um die allseits rasend interessierende Duden-Reform beziehungs­weise -Reformreform werden fast läppisch angesichts wirklich bedrohlicher Dinge, etwa des aktuell grassierenden Sprachdrecks der Art, wie er tagtäglich von der "Bild"-Zeitung ausgebrütet wird: orwellsches Neusprech als Doppelmoppel-Stummel der Pop-Art.

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