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Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

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Knecht, Doris

: Die Wahl der Mittel. Doris Knecht stellt fest, dass Trotzkinder und Erwachsene meist aus den gleichen Gründen in Rage geraten. Das Magazin (Tages-Anzeiger), , nr. 34, s. 35
[…] bin ich stets aufs Neue überrascht, wie unter­schiedlich die Menschen in Rage geraten: Da unterscheiden sich Erwachsene oft kaum von Zweijährigen; auch nicht in der Unverhältnis­mässigkeit ihrer Gründe. Zum Beispiel habe ich an einem Abend Michael Moores «Fahrenheit 9/11» gesehen und am darauffolgenden eine Fernsehdiskussion über die Rechtschreib­reform. Im Verlauf der Debatten­beobachtung wandelte ich mich zur entschiedenen Verfechterin der Beibehaltung der neuen Rechtschreibung, unter anderem, weil der Chefredaktor von «Bild am Sonntag» entschieden für die Wieder­einführung der alten eintrat. Er tat das mit Argumenten, deren bildungs­bürgerlicher Impetus mit dem intellektuellen Anspruch seines Blattes meiner Ansicht nach nur mässig korrespondiert, und mit einem Ausdruck gelangweilter Arroganz in seinem arttypischen Jungmanager-Gesicht, wo ich sagen muss, da packt mich spontane Gewalt­bereitschaft.
: Vorsicht: Schmerz! Doris Knecht verteidigt die neue Rechtschreibung, wird dabei ihr Opfer und flieht vor Pipilotti Rist. Tages-Anzeiger, , nr. 5, s. 48, Knecht
Es ist wegen meiner letzten Kolumne, «Madonna im Slip», und wegen der zahlreichen Leser­zuschriften, die ich seit ihrem Erscheinen erhalte. Die sind durchgängig und mit vollem Recht des Inhalts, ob ich jetzt deppert geworden bin und dass ich gefälligst erklären soll, was im zitierten Philippe-Djian-Satz aus dem neuen, demnächst bei Diogenes erscheinenden Roman jetzt eigentlich bitteschön nicht der neuen Rechtschreibung entspricht. Wo ich nur sagen kann: Liebe Leserin, lieber Leser, na, gar nichts. Es war alles total richtig. Und deshalb komplett falsch. Und zwar, weil irgendwo zwischen mir und der Druckerei ein heimliches, aber gnadenloses Rechtschreibgericht sitzt, das in seinem Fanatismus nicht davor zurückschreckte, das in meiner Kolumne gebrandmarkte Beispiel für falsche Rechtschreibung dudenkonform zu korrigieren, worauf es nicht mehr falsch war, wodurch die Brandmarkung jeglichen Sinn verlor. Der inkriminierte Satz enthielt: «...aber seine krasse Unwissenheit zeigte, daß er nicht zu retten war», welchem meine beinharte Verurteilung folgte: «Daß! Und das von einem Schweizer Verlag!», was für Sie, Leserschaft, in der korrigierten Fassung («..., dass...» und «Dass!») natürlich nicht mehr zu erkennen war.
: Madonna im Slip. Doris Knecht hat Ferien, liest und legt sich mit Frau Geiger vom Diogenes-Verlag an. Tages-Anzeiger, , nr. 2, s. 40
«Ich fragte Patrick, ob er Frauen kenne wie P. J. Harvey, Pipilotti Rist oder Maggie Cheung, aber seine krasse Unwissenheit zeigte, dass er nicht zu retten war.» Dieser Satz ist aus zwei Gründen bemerkenswert, erstens, weil der Diogenes-Verlag sich, und ich finde das erbärmlich, noch immer gegen die neue Rechtschreibung stemmt: Dass! (Und das von einem Schweizer Verlag! Und nein, nur weil es die «FAZ» auch tut, wird es nicht ehrenhafter.)

2. 2. 2002.


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