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2020-4-13
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Leemann-van Elck, P.

: Antiqua. Neue Zürcher Zeitung, , 167. jg., s. a12, scan
Der Anteil der Antiqua an den Druck­werken deutscher Zunge erlangte bei Ausbruch des ersten Welt­krieges den Hö­hepunkt. Langsam und in der Zeit Hitler­deutschlands in steigendem Maße und durch Verbote beschleunigt, sank der Anteil der Antiqua am Schrift­tum im Deutschen Reich auf ein Minimum. Erinnern wir uns nur an die schöne Goethe-Monumental­ausgabe, die in An­tiqua be­gonnen, auf höheren Befehl ein­gestampft und in Fraktur neu gedruckt werden mußte. Fraktur und Antiqua stehen sich heute als feindliche Brüder gegenüber; sie sind zum symbolischen Ausdruck zweier Welt­anschauungen ge­worden. Unter dem Einfluß der europäischen Kultur folgte der Gebrauch der Antiqua im heutigen Gebiet der Schweiz demjenigen in den geistes­verwandten Nachbar­ländern; Genf hielt sich an Frankreich, und Basel sowie Zürich folgten im großen ganzen und mit Ausnahme des letzten Jahr­zehnts den reichs­deutschen Strömungen. […] Seit der Mitte des 18. Jahr­hunderts machte sich besonders in Zürich unter dem Einfluß des Klassizismus eine Vorliebe für die Antiqua geltend. […] Unter dem zunehmenden Einfluß des reichs­deutschen Verlags­wesens folgte die deutsch­sprachige Schweiz der Ent­wicklung im Reich, machte sich aber während des zweiten Welt­krieges frei. Damit gelangte die Antiqua bei uns zur Vor­herrschaft.

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