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Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

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März, Andreas

: Olivenhain und Sprache. Merum, , s. 3 (664 wörter)
Sicher ungewollte, aber wirkungsvolle Wegbereiter der modernen Sprach­verwirrung sind diejenigen, von denen wir eigentlich den Schutz der Sprach­kultur erwarteten: die Gelehrten nämlich, die die Reform der deutschen Rechtschreibung zu ver­antworten haben. Zwar dürfte kein Deutsch­lehrer Probleme gehabt haben, die neuen Regeln und all ihre Änderungen jeweils rasch in seinen täglichen Sprach­gebrauch zu integrieren, doch für all diejenigen, denen es schon vor der Reform Mühe bereitet hatte, einen fehler­freien Satz hin­zukriegen, für die gabs nun gar keinen Halt mehr. Richtig? Falsch? Die von der Schule durchs Leben ge­schleppte Demütigung der un­genügenden Deutsch­noten durfte einem Gefühl der Befreiung weichen: Spätestens seit Mitte der 2000er Jahre schreibt jeder anders, selbst die Journalisten, gefühlt gibts kein Falsch mehr. Nur der ungeliebte Deutsch­lehrer kann noch sagen, was in dem Durch­einander wirklich falsch ist. Vor allem bei den Nutzer-Kommentaren im Internet zeigt sich, wie weit die Ver­wahrlosung der Sprache fort­geschritten ist. Grammatik­regeln, Zeichen­setzung und Recht­schreibung sind dem Zufall überlassen, zu den klassischen Konflikten mit der Rechtschreibung gesellen sich wirre Inter­pretationen der Rechtschreibe­reform.

Waren die internet­kommentare vor 1996 besser?


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