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Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

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2020-4-13
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Margolina, Sonja

: Die Buchstaben und der Geist. Wie die Bolschewiki 1918 die Orthographiereform durchsetzten. Neue Zürcher Zeitung, Samstag, , nr. 1, s. 43, Feuilleton
Gezielte Eingriffe in die Recht­schreibung sind immer ein Politikum. In der Einstellung zur Rechtschreibereform teilen sich die Menschen in «Radikale» und «Konservative». Die ersten wollen die Schriftsprache dem «Volk» näherbringen, indem sie sie «demokratisieren»; die letzteren sehen darin die Gefahr der Simplifizierung. So ist es heute in Deutschland, so war es vor achtzig Jahren in Russland, als die Bolschewiki per Dekret die neue Orthographie einführten. […] Das profane Russisch führte bis ins 20. Jahrhundert hinein Reste von Kirchenslawisch mit sich: mehrere Schriftzeichen, die entweder nicht ausgesprochen wurden […], oder […] Buchstaben […], die fast gleich ausgesprochen wurden, sollten auf nur einen Buchstaben reduziert werden. […] Erst nach der Machtübernahme der Bolschewiki wurde die Reform in abgemilderter Form, aber mit diktatorischen Mitteln umgesetzt.

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