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2020-4-13
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Munske, Horst Haider

: Murks ohne Ende. Die Weltwoche (), , nr. 33, s. 55, Kritiken
Vor 20 Jahren wurde die Rechtschreib­reform in Kraft gesetzt. Die Verwirrung ist grösser denn je. Ich war bei der Erarbeitung der Reform dabei – es war ein Fiasko.
: Katzenjammer. Die Rechtschreib­reform ist zwanzig Jahre alt. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 138, s. 6, Bildungswelten
Geht es denn bloß ums Schreiben? Sind wir nicht in erster Linie Leser des Deutschen und außer uns noch viele Millionen in der ganzen Welt? Ihnen allen bietet das gedruckte Deutsch der Gegenwart ein lächerliches Chaos. Dies hat seinen Ursprung in den zahlreichen Ent­stellungen, welche die amtlich ver­ordneten Schreib­regeln der deutschen Sprache bescherten.

Stellungnahme

: Eine Sprachkritiküberprüfungsmaßnahme. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 294, s. N5, Natur und Wissenschaft
Der "Erste Bericht zur Lage der deutschen Sprache", herausgegeben von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt sowie der Union der deutschen Akademien der Wissen­schaften, zwingt alle Diagnosen des Sprachzerfalls, etwas präziser zu sagen, was sie denn damit meinen. […] Debatten ums Deutsche hat es seit Beginn des 19. Jahrhunderts gegeben. […] Mehr als zehn Jahre dauerte die Auseinandersetzung um eine Rechtschreibreform, eine wahre Sprachkulturdebatte, die mit einer umstrittenen Neuregelung endete. Ein Dauerbrenner ist die Anglizismenfrage. […] Das jüngste Debattenthema hat den Namen "Kiezdeutsch". […] Das Gemeinsame dieser Themen ist das öffentliche Interesse, das sie finden in den Medien, in Bürgerinitiativen und in neuen Sprachvereinen. Wohingegen sich Parteien und politische Institutionen bisher für unzuständig erklärt haben. Und wo sie sich einmischten, bei der Rechtschreibung, haben sie es längst bereut.
: Wundersame Wortvermehrung. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 40, s. 34, Neue Sachbücher
"Fremdwörter sind Wörter der deutschen Sprache" - so beginnt dieses Buch des bekannten Potsdamer Linguisten Peter Eisenberg. […] Besonders auffällig sind die ph, th, rh, ch in Graezismen, die übers Lateinische transferiert wurden wie "Philosophie", "Theater", "Rhythmus", "Christ", deren Integration in der Rechtschreib­reform entschieden abgelehnt wurde.
: Variantensalat. Warum die Reform der Rechtschreibreform scheitert. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 51, s. 37, Feuilleton (1044 wörter)
Viele fragen sich heute: Wie konnte es bloß zu einer derartigen Beschädigung einer bewährten Norm kommen? […] In den großen und traditionsreichen Sprachen Europas, im Englischen, Französischen und Deutschen, sind bisher alle Rechtschreibreformversuche am Widerstand der Betroffenen gescheitert. […] Auf einem anderen Blatt steht das Verfahren einer solchen Reform. Es ist langwierig und kompliziert - wegen der Vielzahl Beteiligter, Betroffener und wirtschaftlich Interessierter. […] Kernstück der hiesigen Reform war ein Nebeneinander vorbereitender Fachkommissionen und eigens eingerichteter Arbeitsgruppen aus Beamten der Kultusministerien. […] Diesen Kommissionen fehlte von Anfang an die fachliche und im weiteren Sinne kulturelle Legitimation.
: Selbsthaß der Deutschsprecher. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 11, s. 9, Briefe an die Herausgeber (333 wörter)
[…] zur Geltung des Deutschen in Europa. Könnten sich doch alle ehemaligen und alle amtierenden deutschen Kultusminister derart für unsere Sprache engagieren. Warum haben sie nicht nach dem Vorbild der skandinavischen Länder einen "deutschen Sprachrat" gegründet, zuständig für alle Fragen der Bewahrung und der Förderung des Deutschen? […] Statt dessen quälen sich die Kultus­minister mit der mißlungenen Rechtschreib­reform herum und richten eigens dafür ein 37 Mitglieder umfassendes Gremium ein, das für diese Aufgabe weder repräsentativ noch kompetent ist.
: David gegen Goliath? Die Neuausgaben von „Ickler“ und „Duden“ markieren die Positionen im Rechtschreib-Streit. Süddeutsche Zeitung, , s. 16, Literatur, Buchkritik (867 wörter)
Abgesehen von diesen Neuerungen mit schätzungsweise zwei- bis dreitausend zusätzlichen Varianten bleibt auch dieser Duden der verordneten Reform treu. Erstmals in seiner Geschichte geriet der Duden damit in einen Konflikt zwischen Tradition und Obrigkeit und hat sich für letztere entschieden. Für alle, die diesen Weg nicht mitgehen möchten, bietet Theodor Ickler einen Ausweg. […] Kaufempfehlung des Rezensenten: Sprachinteressierte brauchen beide Bücher, für die anderen genügt das Rechtschreibprogramm im Computer.
: Lob der Rechtschreibung. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 231, s. 8, Die Gegenwart (3375 wörter)
Es gibt viele Versuche, die deutsche Rechtschreibung zu korrigieren. Alle leiden an zwei Mängeln. Übersehen wird die Bedeutung der Orthographie für Leser, ignoriert die Kontinuität der Schriftform und deren Symbolwert für die eigene Sprache. Eine Charakteristik und Verteidigung der bewährten Rechtschreibung. […] Warum eigentlich geben die Griechen nicht ihre griechische Schrift auf? […] Sie ist ein Identifikationsmerkmal der Nation, nach innen und nach außen. Einen ähnlichen Symbolgehalt haben die Besonderheiten unserer Orthographie. Rechtschreib­reformer haben stets das Ziel vor Augen, sie völlig zu beseitigen. […] Kontinuität wird erzielt durch Konservativität, durch das Festhalten am Schreibgebrauch über Jahrhunderte hinweg. Dauerhaftigkeit des Schriftkodes ist eine Grundbedingung jeder Schriftkultur. Deshalb nimmt die Schrift keine Rücksicht auf Veränderungen der Lautsprache, sondern gibt den üblichen Zeichen eine neue Interpretation. […] Oft kommt es zu Rechtschreib­reformen, weil die Orthographie fälschlicher­weise für ein "Kleid der Sprache" gehalten wird. […] Ich will der irreführenden Metapher vom "Kleid der Sprache" eine andere entgegensetzen: Die Rechtschreibung einer Sprache ist die "Haut der Sprache". Sie ist untrennbar mit ihr verbunden, mit der Sprache gewachsen und gealtert.

Also sprache = schrift = rechtschreibung. Dagegen gilt für Leiss nicht einmal die zweite gleichung: «Die Verschriftung ist nicht notwendigerweise mit Rechtschreibung verbunden. Es handelt sich um ein relativ junges kulturelles Phänomen, etabliert durch Sprach- und Schriftverbesserungsstrategen.» – «Dabei hätten Sprachwissenschaftler das nötige Wissen, um eine gesunde Skepsis gegen die Rechtschreibnormierung zu entwickeln: Sie wissen, dass Rechtschreibnormen nicht ‹ewig› sind, daß sie historisch entstanden und damit datierbar sind und daß sie in engem Zusammenhang mit der Herausbildung der Nationalstaaten stehen.» Skepsis ist im lichte der jüngsten vergangenheit auch gegenüber «nationalen identifikationsmerkmalen nach innen und nach aussen» angebracht. Dazu passt die munskesche geschichtsfilosofie: geschichte als erklärung des heutigen zustands, aber nicht als kontinuum. Denn gerade jetzt ist die geschichte an ihrem ende angelangt; zukünftige veränderungen wären «zerstörung». Zum glück hat uns das ende der geschichte erst nach dem verschwinden der fraktur ereilt. Diese wurde genau mit Munskes argumenten verteidigt. Munske beweist unfreiwillig, dass man das unverzichtbare schon nach kurzer zeit klaglos verschmerzt.

: In der Rechtschreibung floriert die Schattenwirtschaft. Die Richtung stimmt: Zum Reformvorschlag der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 77, s. 40, Feuilleton (1250 wörter)
Spät kommt er, doch er kommt — der lang angekündigte Vorschlag der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung zur Reform der Reform in Sachen Orthographie […]. Im Jahre 2005 endet die Übergangszeit. Dann wird der Streit um die Rechtschreibung aufs neue entbrennen, wenn nicht rechtzeitig eine Verständigung gelingt. Deshalb begrüße ich den Akademievorschlag. […] Über manches Detail in den Akademievorschlägen könnte man trefflich streiten. Ich tue es nicht. Denn die Richtung dieser Vorlage stimmt. Das gilt auch für die Umsetzung, den empfohlenen Rückbau. […] das kann uns blühen: Die Rechtschreibkommission gibt in ihrem nächsten Bericht wieder ein kleines Stückchen nach, erklärt aber im übrigen die Reform von 1996 für erfolgreich. Die KMK setzt alles in Kraft und ist froh, die Rechtschreibreform endlich vom Hals zu haben. Was dann, verehrte Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung?
: Sprachgeschichten. Sogenannt wird so genannt. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 97, s. 12
Wir trauern um das Wörtchen sogenannt, das lebendig begraben wurde. Es lebt in unserem Sprachschatz, wurde aber durch die Rechtschreibreform behördlich für tot erklärt […]. Viel Lärm um nichts? Ein Einzelfall, der sich beheben läßt? Mitnichten.

Die von Munske aufgelisteten belege aus anderen sprachen sind gewiss ein argument, aber die gekuppelten unter ihnen schwächen es eher wieder ab. Aber besteht wirklich ein anlass, um wörter zu trauern? «Die sprachl. Grundeinheit Wort läßt sich (ebensowenig wie Satz und Text) nicht allgemeingültig, sondern immer nur im Rahmen von lexikolog. Theorien definieren, wobei die Definitionen je nach Bestimmung des Gegenstandsbereichs, sprachtheoret. Annahmen und theoret. und/oder prakt. Zielsetzungen notwendig differieren.» (Metzler-Lexikon Sprache) Die prakt. zielsetzung der reformgegner ist bekannt.

: Rückzugsgefechte. Die Rechtschreibkommission lobt sich für ihre Verdienste; gibt es dafür auch gute Gründe? Der Tagesspiegel, , Kultur
Im Kontakt zwischen gebildeten Autoren und gebildeten Lesern ist so bereits Ende des 18. Jahrhunderts ein recht kompliziertes Regelsystem deutscher Schriftkultur entstanden, das 1901 weitestgehend staatlich abgesegnet wurde. Dies sind die Hintergründe für eine differenzierte Bewertung der Rechtschreibreform. Jetzt ist Halbzeit zwischen Beginn und Ende der Übergangsfrist. Da sollte man abwägen, was überwiegend Zustimmung und was weithin Ablehnung erfahren hat. Zum ersten gehört sicherlich die ss- statt ß-Schreibung, die ja 90 Prozent aller Änderungsfälle ausmacht. Auf der anderen Seite stehen die selteneren Neuregelungsfälle bei getrennt und zusammen sowie groß und klein. Hier haben sich die Rechtschreibkommissionen vergaloppiert.
: Scheitern oder weiterwursteln? Die Halbzeitbilanz der Rechtschreibreform. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 66, s. 8, Die Gegenwart
Im Jahr 2005 muß der Streit über die Rechtschreibung beendet werden. Ein Zurück zur alten Rechtschreibung wird die Politik nicht zulassen. Aber alle neuen Regeln werden sich in der Sprachgemeinschaft nicht durchsetzen — es sei denn, man stellt sich auf Jahrzehnte konkurrierender Rechtschreibung ein.

Es mag sein, dass einem wissenschafter zur rechtschreibdiskussion nur das wort «streit» einfällt, aber will er wirklich sich und uns sagen lassen, wann sie beendet werden «muss»? Was die politik zulässt, pflegt davon abzuhängen, wer gewinnt; dem verlierer bleiben das jammern und vielleicht der wille, weiterzumachen. Ob sich alles neue durchsetzt, wird man sehen. Den «streit» gibt es, weil sich nicht alles alte durchgesetzt hat. Auch wenn man annimmt, dass «konkurrierende rechtschreibung» etwas schlechtes ist (Leiss), ist doch festzuhalten, dass es immer konkurrenz gab, z. b. fraktur und substantivkleinschreibung. Das kann man natürlich ignorieren, aber dann hat man ja auch keine probleme damit.

: Was lernen eigentlich die Lehrer? Aus der Pisa-Studie müssen auch die Universitäten ihre Konsequenzen ziehen. Die Welt, , nr. 304, s. 2, Deutschland
Mängel im Qualitätsniveau eines Faches zeigen sich am Ende in ganz trivialen Fragen, zum Beispiel der Rechtschreib­reform. Sie wäre nicht so dilettantisch ausgefallen, hätten ihre Verfasser mehr gewusst über die Entstehung der Schreib­normen vom 16. bis 19. Jahrhundert. Mehr Wissen über die Geschichte der deutschen Sprache hätte sie bewahrt vor leichtfertigen Reformversuchen.

Es gibt verschiedene gründe, dass die neuregelung so herausgekommen ist, wie sie ist. Wissenslücken bei den verfassern standen für uns bisher nicht im vordergrund. Aber Munske muss es wissen — er war einer von ihnen.

: Das wohltemperierte Wörterbuch. Einfach weise: Theodor Icklers sanft reformierte Orthographie. Frankfurter Allgemeine Zeitung,
Es waren wenige bedeutende Germanisten, denen die Kodifizierung der deutschen Rechtschreibung zu danken ist: zunächst der Grammatiker und Lexikograph Johann Christoph Adelung, […] sodann Rudolf von Raumer, […]. Und schließlich Konrad Duden […]. In dieser Reihe könnte einmal Theodor Ickler genannt werden. […] Das Rechtschreib­wörterbuch von Ickler ist, verglichen mit dem Duden von 1991, ein echtes Reformwerk — allerdings eines, das keiner Durch­setzung per Verordnung bedarf. Ickler ist die sanfte Reform gelungen, die fast nichts kostet und doch vieles verbessert.
: Konrad Dudens Beispiel. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , Briefe an die Herausgeber (175 wörter)
Dank der F.A.Z., dass sie als Erste die Konsequenzen gezogen haben aus den Erfahrungen mit der missratenen Rechtschreib­reform. Sie üben damit Solidarität mit ihren Lesern und den allermeisten Buch­verlagen, mit Lehrern, Professoren und Schrift­stellern, die seit vier Jahren Widerstand leisten.
: Ein Stimmzettel verwirrt die Bürger; Sonntag entscheiden die Schleswig-Holsteiner über die Schreibreform - Was ist allgemein üblich? Die Welt, , Deutschland
Sind Sie für die "allgemein übliche Rechtschreibung"? Oder sind Sie für die "allgemein übliche Recht­schreibung"? Oder lehnen Sie beides ab? So etwa mögen dem schnellen Leser in der Wahlkabine die Fragen erscheinen, über die die Schleswig-Holsteiner am 27. September entscheiden sollen. […] Die Kieler Landes­regierung versucht offensichtlich den Wähler in die Irre zu führen. […] Die Arroganz, mit der die Kultus­bürokratie in der Bundes­republik Deutschland alle Kritik auch der Gutwilligsten beiseite gewischt hat und jeder demokratischen Behandlung des strittigen Themas aus dem Weg gegangen ist, und die Demagogie, mit der jetzt die Wähler Schleswig-Holsteins hinters Licht geführt werden sollen: das hat eine Abfuhr von den Bürgern verdient.
: Kontrapunkte zur Rechtschreibreform. Die Welt, , nr. 108, s. 4, Forum, Die andere Meinung
Der Kernpunkt der Kritik ist die Frage nach der Legitimation der Kultusbürokratie, die neuen Rechtschreibregeln kurzerhand auf dem Verordnungswege und insbesondere zwei Jahr vor dem vereinbarten Termin in den Schulen einzuführen.
: Wenn Reformen zum Rohrkrepierer werden. Die Welt, , Forum, Die andere Meinung
Nicht gefragt wurden die Träger deutscher Schriftkultur, die Journalisten und Schriftsteller, Wissenschaftler, Juristen, Verleger. Mit dem Trojanischen Pferd der Verordnung für die Schule soll ihnen eine Recht­schreibung aufgezwungen werden, nach der keiner verlangt hat und die die allermeisten ablehnen.
: Goethe kann sich nicht mehr wehren. Der Tagesspiegel, , Literaturspiegel
Auslöser der Proteste war zweierlei: Die neuen Rechtschreibwörterbücher, die nach dem Reformbeschluß der Kultusminister­konferenz in Millionen­auflage auf den Markt kamen, sowie die sofortige Einführung der Reform an den Schulen Bayerns und anderer Bundesländer, zwei Jahre vor dem vereinbarten Termin im Herbst 1998. […] Am schwersten wiegen die Einwände gegen die Ausrichtung der Reform: Für vermehrte Großschreibung und vermehrte Getrennt­schreibung, die - nach meiner Meinung - gegen die Grundstruktur unserer Orthographie und gegen die Sprach­entwicklung verstoßen und darum intuitive Ablehnung erfahren. […] Rechtschreib­reformen sind […] immer ein Gegenstand öffentlicher Debatte. Sie können nur erfolgreich sein, wenn sie hinreichend legitimiert sind und zumindest von einer Mehrheit der gebildeten Öffentlichkeit akzeptiert werden. […] Der Protest der Schriftsteller, der gebildeten Öffentlichkeit, der Einspruch von Linguisten, Juristen, Verlegern und Lehrern richtet sich jedoch nicht allein gegen bestimmte Mängel der Rechtschreib­reform, sondern vor allem dagegen, daß diese Interessengruppen von der Willensbildung um eine Reform ausgeschlossen waren. […] Könnte man mit der Rechtschreib­reform von vorne beginnen, wäre ein repräsentatives, beratendes Gremium beim Bundespräsidenten das geeignete Instrument, die Neuregelung der deutschen Rechtschreibung aus der Sicht aller Betroffenen zu prüfen.
neu : Reform des Regelchaos war unerläßlich. Süddeutsche Zeitung, , s. 9, Leserbriefe (448 wörter)
Natürlich setzt die Kritik der Schriftsteller und aller Liebhaber deutscher Sprache dort ein, wo die Mehrheit der didaktisch aus­gerichteten Linguisten und Kultus­beamten einige Schritte zu weit gegangen ist: bei der schwierigen, bisher nirgends systematisch dar­gestellten Getrennt- und Zusammen­schreibung sowie einigen Neu­regelungen der Groß- und Klein­schreibung. […] Gleichwohl wäre es völlig verfehlt, das Kind mit dem Bade auszuschütten. Die deutsche Recht­schreibung gehört nicht den Schrift­stellern und Literatur­professoren, allerdings auch nicht den Rechtschreib­didaktikern.

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