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Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

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Nutt, Harry

: Die zersetzende Kraft von Debatten. Berliner Zeitung, , s. 16, Feuilleton
Die Redaktion der Berliner Zeitung erhält regelmäßig Manuskripte, die voll und ganz und überaus akkurat nach den alten Rechtschreib­regeln abgefasst sind. Oft stammen sie von älteren Autoren. Die Unter­stellung, dass diese sich noch immer in einem längst vergeblichen Kampf gegen die 1996 vollzogene Rechtschreib­reform befinden, geht jedoch fehl. Die entsprechenden Korrekturen in ihren Texten nehmen sie in der Regel unkommentiert hin, sie scheinen lediglich für sich und ihr Schreiben befunden zu haben, sich nicht mehr an das neue Regelwerk anzupassen. Die Wirklich­keit der geschriebenen Sprache gibt ihnen recht. Was seit der sogenannten Rechtschreib­reform im all­täglichen Schrift­verkehr umgesetzt wird, ist wenig kohärent und folgt vielmehr dem Wildwuchs beliebiger An­wendungen. Das gilt nicht zuletzt auch für Versuche, der Geschlechter­diskriminierung in der Sprache Einhalt zu gebieten und sie durch Doppel­punkt, Stern oder andere schrift­symbolischen Setzungen nicht nur kenntlich zu machen, sondern gleich zu beheben.
: Bilanz der Rechtschreibreform: Auch nach 20 Jahren macht jeder, was er will. , , Politik
Nicht wenige gingen dazu über, das „ß“ ganz aus ihren Überlegungen zu tilgen, obwohl es doch, weiß Gott, seine Existenz­berechtigung nicht vollends verloren hat. Für diejenigen, die Rechtschreib­regeln ohnehin als lästige Pflicht verachteten und sich ungern von Besser­wissern belehren ließen, wurde die Reform zum Freibrief, alles anders zu machen.

Die deutsche angst vor dem verlust von sekundär­tugenden.

: Kulturkampf um Delfin und Känguru. Kölner Stadt-Anzeiger, , s. 20, Kultur (612 wörter; = berliner-zeitung.de 1. 8. 2018)
20 Jahren wurde die umstrittene Rechtschreib­reform auf den Weg gebracht – Eine Bilanz in digitaler Zeit.
neu : Vom Wert der Sauklaue. (Frankfurter Rundschau), , Meinung, Leitartikel
Wer die Schreib­schrift aus der Schule verbannt, trägt zum Ver­schwinden einer nützlichen Kultur­technik bei. Sie ist durch die Digitalisie­rung ohnehin schon stark bedroht. […] Die umständliche Reform der öffentlichen Recht­schreibung vor einigen Jahren hat zahlreiche neue Regeln formuliert und alte Überein­künfte aufgehoben. Am Ende aber hat diese Rechtschreib­reform vor allem bewirkt, dass jeder machen kann, was er will. In der digitalen Kommunikation wird klein geschrieben, abgekürzt und je nach Bedürfnis­lage neu montiert.
: Überforderte Kultusminister. Frankfurter Rundschau, , nr. 175, s. 3, Die Seite Drei (604 wörter)
Die Einschränkungen und Relativierungen, die zur korrekten Beschreibung des inhaltlichen und politischen Rahmens der Neuregelung erforderlich sind, deuten darauf hin, dass eher ein Flicken­teppich zusammengenäht als ein großes Reformwerk in die Spur gesetzt wird. […] Trotz alledem ist das verbindliche Inkrafttreten der neuen Regeln im Sinne gleich mehrerer Jahrgänge von Schülern zu begrüßen […]. Vom 1. August an wird zwar nicht große Gewissheit über den korrekten Gebrauch von Schreibungen und Inter­punktion herrschen, aber es gelten verbindliche Regeln, denen sich zu einem späteren Zeitpunkt wohl auch die Abweichler Bayern und Nordrhein-Westfalen anschließen. Selbst wenn sie es nicht tun, dürfte das Chaos ausbleiben. In einer Zeit, in der die geschriebene Sprache gegenüber dem von elektronischen Medien verbreiteten gesprochenen Wort immer mehr auf dem Rückzug ist, haben Veränderungen der schriftlichen Konventionen allenfalls marginale Bedeutung. […] In der bizarren Debatte über die Rechtschreib­reform war wiederholt vom Scheitern die Rede. Gescheitert ist am Ende jedoch weniger die Reform selbst als das politische Verfahren, das sie zu durchlaufen hatte.
: Operation am offenen Wort. Frankfurter Rundschau, , s. 2, Thema des Tages (539 wörter)
Ignoranz allent­halben: Die Be­fürworter der Rechtschreib­reform übersahen das Vermittlungs­problem, die Gegner tauchten spät auf.
neu : In der Endlosschleife. Frankfurter Rundschau, , 3, Die Seite Drei, Kommentar (506 wörter)
Inzwischen kommt die politische Trachten­gruppe, die gegen den Föderalismus antritt, unmittelbar aus den Ämtern der Landes­hauptstädte, ja aus den höchstens Ratszimmern selbst. In einer konzertierten Aktion haben die Minister­präsidenten Stoiber (Bayern), Wulff (Nieder­sachsen) und Müller (Saarland) das formal durch die Kultusminister besiegelte Verfahren zur Verabschiedung der Rechtschreib­reform wieder auf die Tagesordnung gesetzt. Was jahrelang die Gemüter der Schrift­benutzer erhitzt und die zum Umlernen gezwungenen Schüler gequält hat, soll nun durch ein ministerielles Machtwort in die Revisions­schlaufe geschickt werden.
neu : Reformmüde. Frankfurter Rundschau, , 60. jg., nr. 127, s. 17, Feuilleton (335 wörter)
Ohne Not hat man mit allerhand sozial­technologischem Brimborium an etwas herum­gedoktert, was auch ohne Reform ganz gut funktio­nierte.

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