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Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

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2020-4-13
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Schneider, Wolf

: Manbrif in Sachen Murks. NZZ Folio (nzzfolio.ch), , nr. 7, s. 51 (686 wörter)
Die 1996 beschlossene Reform der deutschen Rechtschreibung ist ein Unfug. Ausser ein paar Linguisten und Bürokraten wollte sie niemand – für alle, die schreiben, ist sie eine Belästigung. […] Zwei Fragen bleiben. Was eigentlich trieb die Reformer an? Nun: Der Wunsch, irgendwas zu reformieren, war schon immer stärker als der Bedarf der Gesellschaft an Reformen, und zumal an der Sprache herumzufummeln ist ein alter Kinderspass. […] Die andere Frage: Wie haben sie es geschafft, ihre Bastelei dem klaren Mehrheitswillen aufzunötigen? Erstens dadurch, dass sie sich sogleich mit der Kultusbürokratie verbündeten; als das Misstrauen zu keimen begann, waren die Weichen schon gestellt. Und zweitens durch den kalkulierten Verzicht auf allzu rabiate Vorschläge: Die Urheber der «Stuttgarter Empfehlungen» von 1954 wurden sofort ausgelacht, als sie die to­tale Kleinschreibung propagierten und obendrein das Dehnungs-h und das Dehnungs-e abschaffen wollten: manbrif hätten wir schreiben sollen, birhan auch.

Stellungnahme

: Fiel Spass im Kaos. NZZ-Folio, , nr. 1, s. 57, Sprachlese (744 wörter)
Während Anhänger und Gegner der Rechtschreibreform sich noch über deren Vorzüge und Nachteile streiten, werden sie längst von einer anderen Entwicklung überrollt: dass rapide die Zahl der Schulabgänger wächst, die nach den neuen Regeln ebenso falsch schreiben wie nach den alten. […] Richtig zu schreiben ist eine Kulturtechnik im Dienst unserer grossartigsten Erfindung, der Sprache eben.

Ein schöner auswuchs der falschen gleichsetzung von sprache und schreibung: Der mensch hat die sprache erfunden! Dann hat er wohl auch hände und füsse und vor allem das gehirn erfunden. Das ist eben der unterschied: Die schrift ist eine bewusste menschliche schöpfung, die sich von der ursprünglichen idee entfernen und auch wieder ihr angenähert, also verändert werden kann.

: Wie man drei Völker belästigt. NZZ-Folio, , nr. 9, s. 60, Sprachlese (785 wörter)
Leser haben sich noch nie gewünscht, dass die vertrauten Wortbilder sich ändern.

Man hat eben noch nie gehört, dass einem Drittel der Schulabgänger selbst die elementaren Lesefähigkeiten abgehen, Legasthenie werde in einigen Sprachen durch besonders komplizierte Rechtschreibung "forciert", so mancher schreibt nämlich schon heute nach neuen Regeln, ohne es zu ahnen; zur Erleichterung des Lesens sollte die Schriftsprache so weit wie möglich an die gesprochene Sprache angelehnt werden.

: Wie man seine Mitmenschen mobbt. Warum eine Rechtschreibreform nur Scherereien bringt. Focus, , nr. 39
Manche Reformen sind nützlich, andere wenigstens diskutabel; für die dritten gilt, daß sie Genugtuung und Belästigung redlich verteilen, wie die drohende Rechtschreibreform dies tut: 100 Reformer sind hochzufrieden, und von den 100 Millionen Menschen deutscher Muttersprache, die sich der Reform nun unterwerfen sollen, haben 98 Millionen den Ärger. […] Mindestens sollte es uns stutzen machen, daß in England und Frankreich eine Rechtschreibreform gar keine Chancen hat, obwohl dort Sprache und Schrift viel weiter auseinanderklaffen.
: Ein Kaubeu am Rein. NZZ-Folio, , nr. 4, s. 75, Sprachlese (843 wörter)
Dass wir eine Lautschrift hätten […], wird gern gesagt und ist doch in doppelter Hinsicht irre­führend: Weder sind unsere Laute geeignet, das, was sie benennen, halbwegs sinnvoll abzubilden, noch sind unsere Buch­staben imstande, die gesprochenen Laute in schlüssige Symbole umzusetzen. […] Nun sollen wir uns, wenn es nach den Reformern geht, um die Jahrtausend­wende 12 500 Wortbilder einprägen, Alfabet zum Beispiel oder Stängel, weil der eigentlich eine kleine Stange sei. Eine Umgewöhnung, eine Belästigung also wird uns zugemutet, und der Vorteil, der sie aufwiegen soll, liegt auf einem Feld, auf dem die Schrift ohnehin wenig zu vermelden hat: der Logik.

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