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Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

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Stosch, Stefan

: Schreib, wenn du kannst. Die Rechtschreibreform war erfolgreich – jedenfalls die von Konrad Duden vor 100 Jahren. Hannoversche Allgemeine Zeitung, (), Kultur
1880 erschien schließlich das erste „Vollständige orthographische Wörterbuch“ im Verlag des Bibliographischen Instituts Leipzig. […] Es dauerte allerdings bis zum 1. Januar 1903, bis sie im Deutschen Reich, in Österreich und der Schweiz in Kraft trat. Der Umgang mit der deutschen Sprache war schon vor einem Jahrhundert mindestens so kompliziert wie die Sprache selbst. Das zeigt sich auch heute wieder – in den Jahren der permanenten Rechtschreibreformreform seit 1995. Die Experten überbieten sich gegenseitig mit immer neuen Vorschlägen. […] Otto Normalschreiber hat die Reform längst seinem Computer-Rechtschreibprogramm überantwortet oder folgt mal dieser und mal jener Regel. […] Schriftsprachliche Veränderungen werden sowieso stärker von der Praxis als von Kommissionen bestimmt: Im Internet […] tippt jeder auf seine Tastatur ein, wie es ihm gefällt. Ganz abgesehen von verkümmerten SMS-Meldungen, die den Gymnasialrektor Duden vermutlich hätten erschauern lassen.
: Die neue Leidwährung. Hannoversche Allgemeine Zeitung,
So glatt ist die Rechtschreib­reform aber nicht abgelaufen. Inzwischen muss man sich sogar fragen, ob sie überhaupt statt­gefunden hat. […] Gerade kursiert ein vertraulicher Bericht der „Zwischen­staatlichen Kommission für deutsche Recht­schreibung“, wonach die sowieso schon bescheidenen Neuerungen noch immer nicht in der Schrift­sprache verankert seien. Die Umstellung in Schulen, Behörden und Medien sei nicht abgeschlossen. Hinzuzufügen wäre: Alle anderen schreiben sowieso, wie sie wollen – nach bestem Wissen und nur mit begrenzt schlechtem Gewissen.
: Schreiben heißt zweifeln. Hannoversche Allgemeine Zeitung, (603 wörter)
Die 22. Auflage des Dudens erscheint am morgigen Freitag. Dokumentiert das Werk nun das Scheitern der Rechtschreib­reform, wie Kritiker, allen voran der Erlanger Sprach­wissenschaftler Theodor Ickler, behaupten? […] Das diffuse Gefühl der Un­sicherheit kann aber auch der neueste Duden nicht beseitigen. Aller­dings hat es Recht­schreibungs­sicherheit nie gegeben – auch nicht zu einem Zeitpunkt, als die Experten noch nach einer Rechtschreib­reform riefen, die sie nun nicht mehr (wahr)haben wollen. Jetzt tut mancher so, als sei früher im Deutschen alles glasklar geregelt gewesen.

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