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Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

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2020-4-13
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Zielke, Anne

: Das Wortporträt. Verballhornen. Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, , nr. 21, s. 28, Feuilleton
Verballhornen ist der Beweis, dass man, wenn man es schlau anstellt, seinen Platz nicht nur in den Geschichts­büchern, sondern auch in den Wörter­büchern finden kann […]. Und man braucht dafür weder so anstrengende Aktionen wie einen Spartakus-Aufstand noch eine Wieder­vereinigung, nein, man muss sich nur eine Nische suchen. Um als Person endlich in die Sprache einzugehen und in einem Wort weiterzuleben. Mut zur Nische, Mut zur Spezialisierung - damit überlebt man jede Krise und auch jede Rechtschreib­reform und sogar den eigenen Tod.
: Das Wortporträt. Tipp. Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, , nr. 11, s. 36, Feuilleton
Tip, das schönere Wort für Ratschlag, Tip mit nur einem "p". Tip wie vor der Reform. […] Genau so sollte ein guter Tip unter Freunden sein: Ein Rat, der möglichst subtil den entscheidenden Ausschlag in eine Richtung gibt. Aber Tipp mit Doppel-p ist anders. Ein brutaler Ratschlag, von dem man sich nicht so schnell erholt.
: selbständig. Das Wortporträt. Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, , nr. 5, s. 30, Feuilleton
Inzwischen heißt es - seit der Rechtschreibreform - offiziell "selbstständig". Nur ist das ziemlich egal, weil sich die Schreibweise im Internet verselbständigt oder vielleicht auch verselbstständigt hat.
: funzen. Das Wortporträt. Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, , nr. 40, s. 34, Feuilleton
Die schlimmste Rechtschreibreform findet im Internet statt. Davon kann sich jeder überzeugen, der sich in ein Forum abseilt […]. Dort unten, im Abgrund des Netzes, kann man jene Dramen mitverfolgen, die sich immer nur um eines drehen: ob es "funzt" oder ob es nicht "funzt". Das nämlich ist alles, was vom ursprünglichen "funktionieren" übriggeblieben ist […].
: Das Wortporträt. Haß. Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, , nr. 14, s. 32, Feuilleton (437 wörter)
Schon vor der Rechtschreib­reform hat es das Wort in der Schreibweise mit "ss" gegeben. Das sonst geläufige "ß" am Wortende galt nur für den Lauftext mit gemischter Groß- und Kleinschreibung, es wirkte ein wenig rostig, antiquiert, es war wie der mißlingende Versuch einer Zähmung, und eine Regel warnte: "ss am Schluß bringt Verdruß." Da es das "ß" als Großbuchstabe aber nicht gibt, wurde der laute Haß, der aus Krawall­buchstaben gebildete HASS, immer mit dem Doppel­konsonanten "s" geschrieben.

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