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Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

stichwort → ä
nachgeführt 2020-2-20
ortografie.ch ersetzt in zukunft sprache.org ortografie.ch ersetzt in zukunft sprache.org

ä

ä, Ä, a-umlaut

entstehung

Unter bestimmten umständen gab es einen laut­wandel, eine auf­hellung von a zu e, z. b. bei der mehrzahl: alt­hochdeutsch *gasti zu gesti (gäste).

probleme

  • Der lautwandel schlug sich in der schreibung nicht konsequent und nicht immer korrekt nieder. (Siehe zitat Lötzsch.)
  • Unterschiedliche aussprache des grafems <e>: [vɛk] (weg = engl. away), [ve:k] (der weg = engl. way). Dieses problem stellt sich bei <o>/<ö> und bei <u>/<ü> nicht.
  • Analog beim umgelauteten diftong: <eu>/<äu>.

leipziger plan von 1931

Vor­schlag des leip­ziger lehrer­vereins, III. stufe: keinerlei stamm­silben­schreibung mehr: statt ä nur noch e, statt äu nur noch oi — auch eu wird zu oi — ei wird zu ai

buchausschnitt

neu­regelung von 1996

Ausdehnung der stamm­silben­schreibung: bändel, stängel, über­schwänglich (letz­teres auch vorher bei der NZZ prakti­ziert).


Zitate

Jedermann weiß, daſs es genau derſelbe vokali­ſche Laut iſt, welchen wir in Ställe und Stelle, Wälle und Welle das einemal mit ä, das andremal mit e be­zeichnen. Und nicht immer iſt es für den Schreiben­den ſo leicht und einfach ſeine Wal zu treffen wie in dieſen Beiſpielen, wo Stall und Wall den Dienſt eines Weg­weiſers verſehn. Ob man z. B. Eltern oder Ältern, Ermel oder Ärmel, Seckel oder Säckel ſchreiben ſoll, iſt bis auf den heutigen Tag eine un­gelöſte Streit­frage.

Dabei wird merkwürdiger­weise überhaupt nicht thematisiert, daß die Be­gründer der angeblich historisch gewachsenen deutschen Recht­schreibung im 17. und 18. Jh. in einigen Fällen völlig will­kürliche Fest­legungen getroffen haben. So hat der Wort­stamm Bär nie ein /a/ ent­halten, während heutiges Beere mit gotischem -basi (bezeugt in weinabasi ›Wein­beere‹) verwandt ist, das ee ge­schriebene /e:/ also auf Umlaut zurück­geht.

Wurzel, Wolfgang Ullrich, Neues Deutsch­land,

Im Deutschen wird der kurze e-Laut teils als e, teils aber als ä ge­schrieben. Die e-Schreibun­gen über­wiegen bei weitem, die ä-Schrei­bungen bilden die Ausnahmen. Ent­sprechend sollte die Schreibung zu­gunsten des e ver­einheitlicht werden, wenn die be­treffenden Wörter nicht von Wörtern mit einem a abgeleitet sind wie Bälle und Bällchen von Ball. Doch das Reform­konzept sieht gerade eine Aus­dehnung der ä-Schreibung vor […]. So soll zum Beispiel statt Gemse künftig Gämse geschrieben werden, weil.es daneben ein ober­deutsches Wort Gams gibt, von dem Gemse aber gar nicht ab­geleitet ist.

, Neue Zürcher Zei­tung,

Ursprünglich allerdings hat das Quentchen alias Quäntchen nichts mit dem lateini­schen Quantum zu schaffen […]. Schade, dass der neue Duden diese falsche Fährte jetzt rot aus­geschildert und damit die richtige Fährte zu dem alten Quent vollends verwischt hat. Und geradeso schade, dass diese Flur­bereinigung zwischen «e» und «ä» nun umgekehrt eine andere falsche Fährte hat bestehen lassen und nicht aus dem pedantischen Pädagogen einen bezüglich sprechenden pädantischen gemacht hat. Tatsächlich ist der Pedant ein naher Sprach­verwandter […] des Pädagogen.