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Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

stichwort → komma
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komma

regeln
duden.de/sprachwissen/rechtschreibregeln/komma
regeln vor der neuregelung
duden 1991
Die änderungen durch die neu­regelung betreffen …
  • das komma bei der reihung von sätzen
  • das komma bei infinitiv-, partizip-, adjektiv- und entsprechenden anderen wortgruppen
  • das komma bei der anführung der wörtlichen rede zusammen mit ausrufe- oder fragezeichen
verweise

Zitate

, ,

  • Nehmen Sie den Satz: "Ihm gefällt der Film, den er gestern gesehen hat, besser als der Roman." Hier ist das Pronomen "den" eine Art Signal­wort. Die meisten Schüler setzen deshalb davor ein Komma. Beim zweiten Komma, das den Relativ­satz abschließt, wird es schon schwieriger. Hier fehlt das Komma heute weit häufiger als vor 50 oder 60 Jahren.
  • Der erweiterte Infinitiv ist das Schreck­gespenst der deutschen Komma­setzung. Aber auch hier steigt die Fehler­häufigkeit schon seit den Siebziger­jahren kon­tinuierlich an. Einen Satz wie "Er liebte es, keine Kommas zu setzen" würde heute wahr­scheinlich jeder zweite Abiturient ohne Komma schreiben. In den Fünfziger- und Sechziger­jahren wäre es nur jeder Zehnte gewesen. […] Bis zur Rechtschreib­reform 1996 musste vor jedem er­weiterten Infinitiv ein Komma gesetzt werden, danach kaum noch. Dann kam die Reform der Reform 2006 und jetzt verlangen Sätze wie der genannte wieder ein Komma.

Dietz-Rüdiger Moser, Frank­furter All­gemeine Zeitung,

Ebenso haben die neuen Komma­regeln, etwa die Auf­hebung des Kommas zwischen selb­ständigen Haupt­sätzen, die Les­barkeit von Texten stark be­einträchtigt.

Manfred Riebe, ,

[…] große Hürden für das Lese­verständnis haben die «Reformer» bei der Komma­setzung auf­gebaut: zum Beispiel braucht vor «und» und er­weitertem In­finitiv kein Komma mehr zu stehen: Der Vater schlachtete eine fette Gans und Peter lud er ein am Fest­mahl teil­zunehmen.

, Frank­furter Rund­schau,

Ich habe 26 Jahre lang Se­mester für Se­mester Se­minar­arbei­ten korri­giert, und zwar von Stu­dierenden, die Deutsche Sprache und Literatur studierten, von denen man also am ehesten erwarten konnte, dass sie die "alte" Rechtschreibung kapiert hätten. Aber es war eine Katastrophe. Kaum jemand kam zum Beispiel mit dem erweiterten Infinitiv zurecht. Wenn aber 95 Prozent der Deutschen das Gefühl haben, dass hier kein Komma stehen soll, dann ist es nötig, dass man die Regel ändert. Jetzt ist das kein Problem mehr.