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Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

institutionen → zwischenstaatliche kommission
2004-8-26

Wer ist wer in der reformdiskussion? Institutionen, zitate, anmerkungen.

ortografie.ch ersetzt in zukunft sprache.org ortografie.ch ersetzt in zukunft sprache.org

zwischenstaatliche kommission für die deutsche rechtschreibung

sitz, adresse

Institut für deutsche sprache, postfach 10 16 21, D-68016 Mannheim

elektronische post

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aufgaben

Die einheitlich­keit der deutschen recht­schreibung auf der grundlage des neuen regelwerks bewahren, die recht­schreibung im un­erlässlichen umfang weiter­entwickeln, die umsetzung der neu­regelung beratend begleiten und zweifels­fälle klären, die künftige sprach­entwicklung beobachten und empfehlungen zur anpassung des orto­grafischen regelwerks an den allgemeinen sprach­wandel erarbeiten.

gründung

25. 3. 1997 gemäss der wiener erklärung vom 1. 7. 1996.

mitglieder für Österreich

dr. Karl Blüml (Wien), mag. Ulrike Steiner (Wien), prof. dr. Richard Schrodt (Wien)

mitglieder für die Schweiz

prof. dr. Peter Gallmann (Schaffhausen/Jena), dr. Werner Hauck (Bern), prof. dr. Horst Sitta (Zürich)

mitglieder für Deutschland

prof. dr. Gerhard Augst (Siegen), prof. dr. Mechthild Dehn (Hamburg), dr. Klaus Heller (Mannheim), prof. dr. Rudolf Hoberg (Darmstadt), prof. dr. Dieter Nerius (Rostock)

ehemalige mitglieder

prof. dr. Peter Eisenberg (Potsdam), prof. dr. Horst Haider Munske (Erlangen), prof. dr. Franz Viktor Spechtler (Salzburg)

vorsitz

Karl Blüml

geschäftsführung

Klaus Heller


Zitate

Erklärung der Kultus­minister­konferenz, 278. plenar­sitzung, 27./28. 2. 1997, Bonn

Aufgabe der gemeinsam von Deutschland, Österreich und der Schweiz ein­gesetzten Experten­kommission, die ihre Arbeit im März 1997 beginnt, wird es sein, die Einführung der Neu­regelung zu begleiten und Zweifelsfälle auf der Grundlage des Regel­werks zu klären. Die Experten­kommission über­nimmt insgesamt in ihrer Besetzung durch Fachleute aus allen deutsch­sprachigen Ländern die Aufgaben, die bisher allein der Duden-Redaktion, also einem privaten Verlag, überlassen waren.

Horst Haider Munske, Der Tages­spiegel, 4. 4. 2002

Die Glaub­würdigkeit der Rechtschreib­kommission leidet jedoch vor allem an einem Handikap, das weit in die Vor­geschichte der Rechtschreib­reform zurückreicht. Es ist ihre Zusammen­setzung. Die meisten der 12 Mitglieder aus Deutsch­land, Österreich und der Schweiz haben bereits den früheren Rechtschreib­kommissionen angehört, die die neuen Regeln aus­gearbeitet haben. Zumal die Vor­sitzenden von damals sind jetzt wieder dabei. Jene Rechtschreib­kommissionen der 80er Jahre hatten sich im Wesentli­chen durch eigene Zuwahl konstituiert und erst nach­träglich den ministerialen Auftrag erhalten, Vorschläge zur Neuregelung der deutschen Recht­schreibung aus­zuarbeiten.

Stellung­nahme des BVR zum bei­rat.

Ludwig Schichtl, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Briefe an die Herausgeber, 28. 1. 2004

Laienbruderschaft ohne ausreichende Qualifikation […]

Hans Magnus Enzensberger, Frank­furter All­gemeine Zeitung, 30. 1. 2004

Es ist schon merkwürdig, daß so eine Mafia überhaupt existieren kann.

Monika Maron, Frank­furter All­gemeine Zeitung, 30. 1. 2004

Es ist doch idiotisch — eine Kommission, die keiner kennt und die sich hinsetzt und sagt, was Sprache ist! Wie kommt die Bürokratie denn dazu, mit ihrer üblichen Anmaßung auch noch Sprache kontrollieren zu wollen?

Joachim Nawrocki, Frank­furter All­gemeine Zeitung, Briefe an die Herausgeber, 12. 2. 2004

Ausgeburt einer Laienspiel­schar, über deren Kompetenz man gerne mehr wüßte […]

Rudolf Walther, die tages­zeitung, 19. 2. 2004

Aus historischen Gründen gibt es im deutsch­sprachigen Raum keine Institution, die befugt wäre, zu sagen, wie zu schreiben sei. […] Und das ist kein Nachteil, sondern eine Chance […]. Was die demokratische Legitimation der zwölf Sprach­beobachter betrifft, so sind sie darin dem französischen Elitegremium ebenso haushoch überlegen wie in der linguistischen Kompetenz.

Romanus Otte, Welt am Sonntag, 30. 7. 2006, Editorial

Kommissionen machten sich ans Werk. Niemand nahm ihre Arbeit wahr oder ernst. Ein Aufschrei folgte erst, als alles längst beschlossen war.