Leonardo da Vinci
Einfachheit ist die höchste stufe der vollendung.
Anlässlich der vereinsgründung 1924 wurden ein kurz- und ein langfristiges ziel definiert:
Eigennamengrossschreibung
(= substantivkleinschreibung, gemässigte kleinschreibung)
Abschaffung von th, ph und rh.
Regeln und begründung zum ausdrucken als 2-seitiges A4-blatt (unveränderte reproduktion nach belieben gestattet): acrobat-datei, 42 kB
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Leonardo da Vinci
Einfachheit ist die höchste stufe der vollendung.
Florian Coulmas, Neue Zürcher Zeitung,
Die Schrift ist ein Artefakt, und das bedeutet, eine Schrift kann gut oder schlecht sein, was man von einer Sprache nicht so ohne weiteres würde sagen wollen.
Robert G. Ingersoll (1833–1899), amerikanischer rechtsanwalt, politiker, redner und freidenker
Gib mir den sturm und ungewitter des denkens und handelns statt die flaute von unwissenheit und glauben! Vertreibe mich aus dem paradies, wenn es sein muss; aber lass mich zuerst von den früchten des baumes der erkenntnis essen! stellungnahme zu Josef Lange
Der Spiegel (spiegel.de), , s. 28
Der Streitfall ist nicht neu. Ihm liegt zugrunde, daß sich die Sprache fortwährend verändert, daß aber ihr «Sprachbild», die Schrift, hinter dieser Entwicklung zurückbleibt und mitunter eigene Wege geht. Die starr beibehaltenen Schreibregeln führen von der sich wandelnden Sprache immer weiter weg und schließlich zur «Versteinerung» der Schrift, die – vom natürlichen Sprachleben getrennt – praktisch abgestorben ist und damit nicht mehr die gesprochene Sprache abbildet, sondern einen ganz anderen Sachverhalt. Dies scheint das Schicksal der Buchstabenschrift zu sein, die feste Buchstabenkombinationen für wandelbare Sprachformen setzt.
Ronald Lötzsch, Utopie kreativ (rosalux.de), , s. 44
Charakteristisch sind für die deutsche Rechtschreibung somit Dutzende von völlig überflüssigen Regeln, von denen jede noch die abwegigsten Ausnahmen zuläßt.
Otto Back, Interlinguistische Informationen, Beiheft 4 (interlinguistik-gil.de),
Eine ortografiereform zählt zu den dingen,
- die lästig und nötig sind;
- die man aufschieben, aber nicht unterlassen darf;
- die weniger den jetzigen als den künftigen zuliebe geschehen.
Paul Eisen, Herr Professor von Raumer und die Deutsche Rechtschreibung, , 54
Wenn aber auch feſtſteht, daß eine Änderung in unſerer hergebrachten Schreibung dringend geboten iſt, ſo beginnt doch die Hauptſchwierigkeit erſt da, wo eben die Änderung beginnen ſoll. Es fragt ſich vor Allem, wie weit ſich dieſe Änderung zu erſtrecken habe!
Man muß nicht Alles auf Ein Mal thun wollen, wenn es glücklich von Statten gehen ſoll. Die Mißbräuche eines Tyrannen, wie der Sprachgebrauch iſt, laſſen ſich nur nach und nach untergraben und auswurzeln. Sobald aber die geſunde Vernunft ſie wirklich für Mißbräuche erkennt, ſo muß man es nicht immer gleichgültig oder zaghaft bei dem Alten bewenden laſſen, ſondern anfangen, fortfahren und enden.
Heinrich Erdmann, Zur orthographischen Frage,
Den anderen, ſchreienden Uebelſtänden unſerer Schreibung gegenüber, welche die Sprache ſelbſt ſchwer ſchädigen, iſt der Misbrauch der großen Anſtäbe für alle Hauptwörter etwas rein äußerliches und darum minder ſchwer wiegendes. Gewis ſoll dieſer „berechtigten Eigenthümlichkeit“ nicht das Wort geredet werden, aber ihre gänzliche Entfernung dürfte zur Zeit zu gewagt ſein […]. – Darum erwarten wir auch hier das Beſte von der Zukunft: iſt das orthographiſch-gebildete Publicum, deſſen Erziehung unſere angelegentlichſte Sorge ſein muß, erſt vorhanden, ſo wird dieſer Zopf ſang- und klanglos fallen, wie ihrer ſchon ſo viele gefallen ſind.
wir bekommen das heutige volk eher dazu, sich zur einschrift zu bekennen (sie wird ja allenthalben bereits angewendet); schwerer dagegen wird eine rechtschreibverbesserung durchzusetzen sein . hierfür sind noch nicht genügend köpfe reif . […] jedenfalls ist die einschrift der erste, der leichteste, der schmerzloseste schritt . ihn kann jeder ohne gesetz und ohne nicht verstanden zu werden aus eigenstem entschluß heraus bereits gehen .