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Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

→ ziel
ortografie.ch ersetzt sprache.org ortografie.ch ersetzt in zukunft sprache.org

Warum recht­schreib­reformen?

prämissen
  1. Die rechtschreibung ist eine von menschen gemachte norm. Von menschen gemachte normen können nie vollkommen sein, aber man kann sie immer verbessern.
  2. Rechtschreibung und sprache sind nicht dasselbe. (stichwort schichtenmodell.) Probleme mit schrift und schreibung haben – in unterschiedlichem ausmass – grundsätzlich sämtliche sprachen.
  3. Materiell sind ortografieprobleme sache der linguis­tik. Da der staat mit der obligatorischen schule die ortografie praktisch bestimmt, kommt die politik ins spiel, was leider viele linguisten von einer be­schäfti­gung mit der sache abhält.
  4. Ziel einer rechtschreib­reform ist eine zweckmässige und teoretisch fundierte rechtschreibung. Das wäre auch so, wenn es gelänge, die schüler auf eine weniger zweck­mässige zu dressieren.
  5. Aus dem vorherigen punkt ergibt sich: Die mangelhafte schreib­kompetenz ist zwar ein wichtiges argument für reformen. (Eine norm funktioniert nur, wenn sie lernbar ist.) Das pädagogogische argument steht aber nicht zuoberst.
  6. Den von reformgegnern postulierten interessen­gegen­satz zwischen schreiber und leser – was schlecht für den schreiber sei, müsse gut für den leser sein – be­streiten wir. Eine schlechte rechtschreibung ist für alle schlecht.

Unsere ziele

ziel einer reform
vereinsziele

Anlässlich der vereins­gründung 1924 wurden ein kurz- und ein lang­fristiges ziel definiert:

Kleines ziel

Eigennamen­gross­schreibung
(= substantiv­klein­schreibung, ge­mässigte klein­schreibung)

Abschaffung von th, ph und rh.

Regeln und be­gründung zum aus­drucken als 2-seitiges A4-blatt (un­verän­derte re­produk­tion nach be­lieben ge­stattet): acrobat-datei, 42 kB pdf.

Grosses ziel

Umfassende reform aller orto­grafischen bereiche


Zitate

Grundsätze

Leonardo da Vinci

Einfachheit ist die höchste stufe der voll­endung.

, Neue Zürcher Zeitung,

Die Schrift ist ein Arte­fakt, und das be­deutet, eine Schrift kann gut oder schlecht sein, was man von einer Sprache nicht so ohne wei­teres würde sagen wollen.

Gib mir den sturm und un­gewitter des denkens und handelns statt die flaute von un­wissenheit und glauben! Ver­treibe mich aus dem paradies, wenn es sein muss; aber lass mich zuerst von den früchten des baumes der er­kenntnis essen! stellung­nahme zu Josef Lange

Reformbedarf

Der Spiegel (), , s. 28

Der Streitfall ist nicht neu. Ihm liegt zugrunde, daß sich die Sprache fortwährend verändert, daß aber ihr «Sprachbild», die Schrift, hinter dieser Entwicklung zurückbleibt und mitunter eigene Wege geht. Die starr beibehaltenen Schreibregeln führen von der sich wandelnden Sprache immer weiter weg und schließlich zur «Versteinerung» der Schrift, die – vom natürlichen Sprachleben getrennt – praktisch abgestorben ist und damit nicht mehr die gesprochene Sprache abbildet, sondern einen ganz anderen Sachverhalt. Dies scheint das Schicksal der Buchstabenschrift zu sein, die feste Buchstabenkombinationen für wandelbare Sprachformen setzt.

, Utopie kreativ (), , s. 44

Charakteristisch sind für die deutsche Rechtschreibung somit Dutzende von völlig überflüssigen Regeln, von denen jede noch die abwegigsten Ausnahmen zuläßt.

, Inter­linguistische Infor­mationen, Bei­heft 4 (),

Eine ortografiereform zählt zu den dingen,

  • die lästig und nötig sind;
  • die man aufschieben, aber nicht unterlassen darf;
  • die weniger den jetzigen als den künftigen zuliebe geschehen.

Prioritäten

Wenn aber auch feſtſteht, daß eine Änderung in un­ſerer her­gebrachten Schreibung dringend geboten iſt, ſo beginnt doch die Haupt­ſchwierigkeit erſt da, wo eben die Änderung beginnen ſoll. Es fragt ſich vor Allem, wie weit ſich dieſe Änderung zu er­ſtrecken habe!

Man muß nicht Alles auf Ein Mal thun wollen, wenn es glücklich von Statten gehen ſoll. Die Mißbräuche eines Tyrannen, wie der Sprach­gebrauch iſt, laſſen ſich nur nach und nach unter­graben und aus­wurzeln. Sobald aber die geſunde Vernunft ſie wirklich für Miß­bräuche erkennt, ſo muß man es nicht immer gleich­gültig oder zaghaft bei dem Alten bewenden laſſen, ſondern anfangen, fortfahren und enden.

, Zur ortho­graphischen Frage,

Den anderen, ſchreienden Uebel­ſtänden unſerer Schreibung gegenüber, welche die Sprache ſelbſt ſchwer ſchädigen, iſt der Misbrauch der großen Anſtäbe für alle Hauptwörter etwas rein äußerliches und darum minder ſchwer wiegendes. Gewis ſoll dieſer „berechtigten Eigen­thümlichkeit“ nicht das Wort geredet werden, aber ihre gänzliche Entfernung dürfte zur Zeit zu gewagt ſein […]. – Darum erwarten wir auch hier das Beſte von der Zukunft: iſt das ortho­graphiſch-gebildete Publi­cum, deſſen Erziehung unſere an­gelegentlichſte Sorge ſein muß, erſt vor­handen, ſo wird dieſer Zopf ſang- und klanglos fallen, wie ihrer ſchon ſo viele gefallen ſind.

wir bekommen das heutige volk eher dazu, sich zur einschrift zu bekennen (sie wird ja allent­halben bereits angewendet); schwerer dagegen wird eine recht­schreib­verbesserung durch­zusetzen sein . hier­für sind noch nicht ge­nügend köpfe reif . […] jedenfalls ist die einschrift der erste, der leichteste, der schmerz­loseste schritt . ihn kann jeder ohne ge­setz und ohne nicht verstanden zu werden aus eigenstem entschluß heraus bereits gehen .