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Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

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Wer ist wer in der reformdiskussion? Institutionen, zitate, anmerkungen.

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Frankfurter Allgemeine Zeitung

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FAZ
untertitel
Zeitung für Deutschland
BVR-schreibweise
Frankfurter allgemeine zeitung
adresse
Hellerhof­strasse 2—4, D-60267 Frankfurt am Main
telefon
+49 (0)69 75 91-0
elektronische post
redaktion
faz.de
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erscheinungs­weise
täglich, montag bis samstag
auflage
830’000 leser (2020); verkaufte auflage 199’899 ex., –50% seit 1998
ausgaben

Deutschland-ausgabe
Rhein-Main-ausgabe
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

FAZ.NET

gründung
1. 11. 1949
besitzverhältnisse
Verlagsgruppe Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH
weltanschauliche ausrichtung
konservativ
profil

Die F.A.Z. ist eine unabhängige Tages­zeitung und weist eine Besonder­heit auf: Nicht ein einzelner, ein Chef­redakteur, bestimmt die Linie der Zeitung, sondern ein Gremium von fünf Heraus­gebern, die nach dem Kollegialitäts­prinzip zusammen­arbeiten.


Zitate

, der Freitag, ,

Nach alter, wohl nicht falscher Ein­schätzung der Linken ist sie das Zentral­organ der Groß­bourgeoisie in Deutsch­land.

Umstellung auf die neue rechtschreibung

Thomas Steinfeld, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 2. 8. 1999

Noch unvernünftiger, als es diese Reform schon ist, wäre der Versuch, das Alte um jeden Preis bewahren zu wollen und das Neben­einander von mehreren Recht­schreibungen zu forcieren. Die Niederlage der Vernunft ist da, das Durch­einander ist groß, und der Groll macht es nicht besser. Vom heutigen Tag an wird diese Zeitung nach den Regeln der neuen Recht­schreibung redigiert.

Borghild Niemann, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 8. 7. 2000, Briefe an die Herausgeber

Warum eigentlich hat die F.A.Z. jahrelang kritische Artikel veröffentlicht, um dann mit faden­scheinigen Gründen umzufallen?

Rückkehr zur alten rechtschreibung

Kurt Reumann, Frank­furter All­gemeine Zeitung, 27. 7. 2000

Schluß damit: Die Reform stiftet nur Verwirrung. […] Die "Frank­furter All­gemeine Zeitung" wird vom 1. August an zur alten Recht­schreibung zurückkehren. […] Die neue Recht­schreibung rettet die Ein­heitlichkeit nicht, vielmehr zerstört sie sie.

Kurt Reumann, Frank­furter Allgemeine Zeitung, 7. 8. 2000

Täglich beweisen Glückwunsch­adressen, Anrufe, Leserbriefe, aber auch Umfragen, daß die Frank­furter Allgemeine Zeitung mit der Rückkehr zur bewährten Recht­schreibung auf Zustimmung stößt. Zwei Drittel bis drei Viertel begrüßen diesen "Befreiungs­schlag".

, ,

Die Leser­briefe glücklicher Leser an die F.A.Z. nach Bekannt­werden der Um­stellung zum 1.8.2000 und der in den Redaktionen aus­gebrochene Jubel sprechen für sich.

, ,

Mit dem Beschluß der "Frank­furter All­gemeinen Zeitung", die "alte" (d. h. moderne) recht­schreibung wieder­einzuführen, ist der Durchbruch geschafft. Alle anderen Zeitungen werden sich an­schließen.

Stuttgarter Nach­richten, 28. 7. 2000

Man durfte das erwarten. Die Zeitung, die dafür bekannt ist, dass sie zwar kluge, aber keines­wegs dem schwankenden Zeitgeist verfallene Leser anspricht, verbannt die neue Recht­schreibung aus ihren Spalten. […] Wer sich der Reform freiwillig an­geschlossen hat, darf auch jederzeit aus­steigen. Doch wohin führt ein Schritt zurück? Ein Jahr nach Übernahme der neuen Regeln durch die Zeitungs­verleger wäre die allgemeine Verwirrung komplett, wollte man das Rad der Reform zurückdrehen, gar die neue Recht­schreibung an den Schulen in Frage stellen.

Eckhard Henscheid, Die Zeit, 3. 8. 2000

Zeitung für Deutschland — wenn je der stolze Blatt­untertitel Sinn gezeigt und -zeugt hat, dann an jenem Tag.

Erich Böhme, Berliner Zeitung, 5. 8. 2000

"Schluß damit" fordert die Frankfurter All­gemeine […]. Spalten­lang gra­tulieren ihr Deutschlands Schrift­steller "herzlich" zu dem mutigen Schritt […]. Ich bin für diesen Quatsch so wenig zu haben wie für den Quatsch, den uns die Kultus­minister […] eingebrockt haben. Wer aber hat die Damen und Herren Laureaten gezwungen, sich den neuen Sprachregeln zu unter­werfen, wer die FAZ, den Unfug mitzumachen. […] Die Regeln waren offenbar so einfältig wie der Aufstand der Frank­furter Allgemeinen dagegen. […] Nicht alles was Minister anordnen ist sacrosankt - schon gar nicht das, was Kultusminister beschließen. Und schon gar nicht, was die FAZ urbi et orbi kundtut.

Alexander Barti, Junge Freiheit, 11. 8. 2000

Wie weit die geistige Umnachtung vorgedrungen ist, wird der aufmerk­same FAZ-Leser in der Ausgabe vom 5. August bemerkt haben: Dort prangt auf Seite 7 eine ganzseitige, farbige Anzeige des Duden Verlages, in der "das umfassende Standard­werk auf Grundlage der neuen amtlichen Regeln – jetzt noch benutzer­freundlicher" angepriesen wird. Wenn man diesen Akt der völlig fehl­geleiteten Werbung in die politische Landschaft projiziert, käme das einer ganz­seitigen Anzeige der NPD in der tages­zeitung gleich.

Jürgen Pöschel, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10. 8. 2004, Briefe an die Heraus­geber

Ich finde es bedauerlich, daß sich die F.A.Z., die sich doch als Zeitung für ganz Deutsch­land versteht, in derart ein­seitiger Weise der Agitation gegen die Rechtschreib­reform verschreibt. Es fällt auf, daß manche Argumente gegen die Rechtschreib­reform mit um so größerer Emphase vorgebracht werden, je schwächer sie sind.

Wolfgang Sauer, Die Welt, 24. 8. 2000

Der Glaubenskrieg um die rechte Orthografie ist wieder aufgeflammt. Das schwerste Geschütz hat die "Frank­furter Allgemeine Zeitung" auf­gefahren, indem sie seit dem 1. August zur alten Recht­schreibung zurück­gekehrt ist und sich für diese Maßnahme byzantinistisch feiern ließ.

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16. 2. 2006, s. 1

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung begrüßt die Vorschläge des Rates für deutsche Recht­schreibung, sofern sie die bis­herige Recht­schreibung wieder­herstellen.

Hans Maier, Reiner Kunze, Ralph Giordano, Hans Krieger, Frankfurter All­gemeine Zeitung, 27. 3. 2006

Mit ihrer Rückkehr zur bewährten Recht­schreibung im August 2000 hat die Frankfurter Allgemeine Zeitung ganz erheblich dazu beigetragen, daß eine Revision der mißratenen Rechtschreib­reform möglich wurde. Der Gewinn dieses beispiel­haften Engagements darf jetzt nicht durch einen voreiligen Kompromiß verspielt werden. […] Das Eintreten der F.A.Z. für die bewährte Schreibung zeugte von Sprach­bewußtsein und bildungs­politischer Ver­antwortung. Wir bitten die Heraus­geber der F.A.Z mit aller Dringlichkeit, sich in diesem vorblildlichen Engagement für die Sprach­kultur nicht irremachen zu lassen.

, Berliner Zeitung,

Die FAZ behauptet, 90 Prozent der Deutschen seien gegen die Schreib­reform […]. Außerdem ist die FAZ eine Zeitung, die von 90 Prozent der Deutschen nicht gelesen wird; schon allein deshalb wird ihr keine weitere Zeitung nachfolgen und sich mit einem Reform-Ausstieg blamieren.

Umstellung auf die neue rechtschreibung

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 2. 12. 2006, s. 1
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung wird ihre Recht­schreibung vom 1. Januar 2007 an den in den Schulen ge­bräuchlichen Schreibweisen weitgehend anpassen. Die Redaktion wird dabei nach Möglichkeit die wieder zu­gelassenen Schreib­weisen der bewährten Recht­schreibung verwenden.

Eberhard Kleff­mann, Deutsche Sprach­welt, frühling 2007

In Antwort­schreiben verteidigte sich FAZ-Heraus­geber Wer­ner D’Inka: „Wir wissen, daß viele unserer Leser jeden Kompromiß in dieser Frage strikt ablehnen. Im Privat­leben ist eine solche rigorose Haltung möglich, denn privat kann zum Glück nach wie vor jeder­mann so schreiben, wie er es für richtig hält. Aber für eine Zeitung verhält sich die Sache anders: Wir tragen eine Ver­antwortung der Öffentlich­keit gegen­über.“

Richtiger schritt – mit fal­scher begründung (stich­wort zuständig­keit).

Angela Stachels, Frankfurter All­gemeine Zeitung, 5. 1. 2007, Briefe an die Heraus­geber

[…] etwas klein(laut) wurde der Wechsel zur neuen Rechtschreibung ja angekündigt, aber das ist nach dem großen Protestgeschrei menschlich nur verständlich. Ebenso, dass die große F.A.Z. wie ein kleines Kind ein bisschen recht behalten will […].