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Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

stichwort → rechtschreibung, amtliche
nachgeführt
ortografie.ch ersetzt sprache.org ortografie.ch ersetzt in zukunft sprache.org

rechtschreibung, amtliche

definition
Durch den staat fixierte norm der ortografie.
geltungsbereich diachron

1876: I. ortografische konferenz

1880: schul­ortografien in Bayern und Preussen

1892: An den schweizerischen schulen gilt der duden.

1901: II. ortografische konferenz

1996: wiener absichtserklärung

geltungsbereich synchron

Verbindlich für verwaltung und schulen der beteiligten staaten (geregelt auf der stufe verordnung).

Für alle übrigen bereiche — also für die allermeisten schreibenden, auch für schüler ausserhalb der schule — gilt sie nicht. Sie nimmt einen «vorbildcharakter» für sich in anspruch.

zuständigkeit in bezug auf die schule

Deutschland: die kultusministerien der länder; ständige konferenz der kultusminister der länder der Bundesrepublik Deutschland als beratungsgremium.

Österreich: bundesministerium für unterricht, kunst und kultur (www.bmukk.gv.at).

Schweiz: erziehungsdirektionen der kantone; schweizerische konferenz der kantonalen erziehungsdirektoren als beratungsgremium.


Zitate

, Frank­furter All­gemeine Zeitung,

Man kann die Recht­schreibung nicht auf dem Weg einer amtlichen Ver­ordnung regeln.

Reinhard Neudorf, Frank­furter All­gemeine Zeitung, 27. 8. 1997

Wenn Staatsorgane eine Entscheidung treffen, die für Schul­note, somit Zulassung zum Studium und Zugang zu Berufen oder Ämtern maß­geblich ist, handelt es sich selbst­verständlich um eine rechtliche Regelung.

Ernst Gott­fried Mahren­holz, Süd­deutsche Zeitung, 23. 8. 1997

[…] gibt es kein Recht, über die Schule die Gesellschaft an­zuleiten, wie sie richtig zu schreiben hat. Dies ist aber unaus­weichliche Folge der Änderung der zu lehrenden Schrift­sprache an den Schulen. Denn der Duden schwenkt um.

Wenn die folgen unaus­weichlich sind, dann ist das ent­weder die er­kenntnis, dass ände­rungen un­möglich sind (stichwort zuständig­keit) oder dass die recht­liche situation der wirk­lich­keit an­gepasst wer­den muss (stel­lung­nahmen von 1997 und 1998).

Ernst Gott­fried Mahren­holz, Süd­deutsche Zeitung, 23. 8.

Natürlich behält der Bürger die Freiheit, etwa das „ß“ in seiner per­sönlichen Korrespondenz so zu ge­brauchen wie bisher. Hat er sich aber in seinem Beruf zu äußern, muß er duden­gerecht schreiben […].

Im beruf muss man tun, was der chef sagt – wenn man einen chef und nicht viel einfluss in der firma hat. Siehe unsere stellung­nahme zu den nöten einer biblioteka­rin, FAZ, 30. 3. 2002