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Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

presseartikel → 2022
nachgeführt , 2022-10-11
ortografie.ch ersetzt sprache.org ortografie.ch ersetzt in zukunft sprache.org

Aus presse und internet

2022-11-18

neu : Ein Wort mit ppp. , , Kolumnen
Es gibt nicht viele Wörter, die drei p hinter­einander enthalten. Für manche gilt das erst seit der Recht­schreib­reform 1996. Da lief die Drei­konsonanten­regel zu neuer Höchst­form auf. Krepppa­pier und Papppla­kat hielten jedenfalls relativ lange die Spitzen­plätze im Bekanntheits­grad der Begriffe mit dieser orthografischen Be­sonderheit. […] Doch nun taucht zunehmend ein Wort auf, das in der Häufigkeit seiner Verwendung all die anderen ppp-tragenden Benennungen bei weitem übertrifft. Es ist das moderne Wort Kipppunkt.

2022-11-11

neu : Wolf Schneider ist tot. , , Kultur (263 wörter)
Die Recht­schreib­reform sah er als »Be­schäftigungs­therapie für unter­beschäftigte Germa­nisten«.
neu : Mario Barth begeistert Fans in der Erfurter Messehalle. , , Erfurt
Ob zum Thema Layla, Recht­schreib­reform, Geburten während Corona oder Umbenennung von jahrzehnte­langen Namen von Gerichten Barth hat zu allem eine Meinung.

2022-10-30

neu : Gerichte mit Geschichte. Das Archiv der Kulinarik in Dresden hat eröffnet. Der Tagesspiegel, , s. S4, Mehr Genuss
Eckhardt Witzig­mann, er war der Erste, der in Deutsch­land drei Sterne holte […]. Denn nicht alle hatten eine so schön lesbare Hand­schrift wie Witzig­mann, der in seiner Menü­karte im „Auber­gine“ vom 15. Juli 1987 die Recht­schreib­reform von 1996 vorweg­nahm („Rote Beete“).

2022-10-03

: Rechtschreibrat tagte in Südtirol. , , Kultur, Bildung
Am ver­gangenen Freitag (30. Sep­tember) hat der Rat für deutsche Recht­schreibung in Süd­tirol, und zwar im Landhaus 1 in Bozen, getagt. Es war das dritte Mal, dass der Rat südlich des Brenners zusammen­gekommen ist: zuvor hatten im Jahr 2009 eine Rats­sitzung in Bozen statt­gefunden und 2015 in Brixen.

2022-10-01

neu : Warum ist es notwendig, das und dass zu verwenden? , , Linguistik (307 wörter)
Eine Abschaffung der Schreibung dass hat aber natür­lich keinerlei Aus­sicht auf Erfolg. Die Wider­stände des "Publikums" wären viel zu gross. Das "Reförm­chen" von 1996 gibt ja auch heute noch zu reden!

2022-09-25

neu : Man darf von Lesern mehr Anstrengung verlangen. NZZ am Sonntag (), , s. 4, beilage Bildung (1728 wörter)
Sprachprofessor Peter Gall­mann vom Rat für Deutsche Recht­schreibung über richtiges Deutsch. […] Warum ist Sprache oft gleich so ein hoch­emotionales Thema? [Gall­mann:] Sprache ist eine Grund­eigenschaft des Menschen und ein wichtiger Teil unserer Identität. Etwas, das wirklich jeder Mensch besitzt. Und wir lassen uns nicht gerne etwas nehmen, da kriegen wir Verlust­ängste. Das war auch der Haupt­grund, warum die Recht­schreibe­reform am Anfang Mühe hatte. Es ging gar nicht um den Inhalt. Die Leute hatten Angst, dass ihnen etwas weg­genommen würde. Ob das be­rechtigt war, ist eine andere Frage. Die Recht­schreibereform wollte ja nichts wegnehmen, sondern bloss leicht vereinfachen.

Eine mögliche antwort auf die frage wäre auch: Warum nicht? Die emotionen gehen nicht häufiger hoch und nicht höher als bei anderen temen: abtreibung, gentechnik, impfen, atom­kraftwerke, klima, migration, jagd …

2022-09-06

Orthographe rectifiée: motion UDC refusée. Keystone / Agence Télégraphique Suisse, , politique (282 wörter)
Contraire­ment aux cantons de Genève ou du Jura, le Grand Conseil neuchâte­lois a refusé mardi une motion de l’UDC deman­dant d’aban­donner l’ortho­graphe rectifiée. […] La con­seillère d’Etat a rappelé que l’ortho­graphe rec­tifiée a déjà été acceptée en France, au Québec, en Belgique et dans des cantons romands.

2022-09-05

: Hätten Sie es gewusst? Warum man „Angst und Bange“ groß und klein schreiben kann. , , Panorama (339 wörter)
Spätestens seit der Recht­schreib­reform gibt es immer wieder Ver­wirrung um die Schreib­weise vieler Wörter und Rede­wendungen. Ein Bei­spiel dafür ist der Begriff „Angst und Bange“ - für den es tat­sächlich ver­schiedenen Lösungen gibt.

2022-09-03

: Ruchs Rubrik: Aneignung. Südostschweiz am Wochenende, , nr. 205, s. 22, Kolumnen (392 wörter)
Unerhörtes ereignet sich derzeit in unseren westlichen Landes­teilen […]: Die edelste Sprache der Welt – richtig: Französisch – soll ortho­grafisch ver­einfacht werden. Das ist ehrenwert, geht aber nicht weit genug. Ich wäre dafür, dass die Grande Nation ihre zweifellos wunder­baren Laute inskünftig so unter die Mensch­heit bringt, dass man sie so schreibt, wie man sie spricht. Der Unlust, diese Sprache zu erlernen, würde das sicher abhelfen.

2022-08-27

: Westschweiz will Französisch vereinfachen. Schweiz am Wochenende, , s. 23, Nachrichten Inland & Ausland (644 wörter)
Der Vorschlag stösst auf grossen Wider­stand: Die West­schweizer Erziehungs­direktoren­konferenz will ab 2023 an den Schulen eine neue, ver­einfachte Recht­schreibung lehren. […] Obwohl die alte Recht­schreibung weiterhin toleriert würde, haben bürger­liche Politike­rinnen ­und Politiker ver­schiedener Kantone Vor­stösse ein­gereicht, um die Reform zu verhindern.

2022-08-23

: Deutschstunde: Als Opa erst Hallo und dann Tschüs sagte. , , Meinung
Als der Duden noch die alleinige Entscheidungs­gewalt über die Schreib­weisen hatte, war nur „tschüs!“ möglich. Die Reformer ließen auch „Tschüss“ zu, was nicht nach­vollziehbar ist, denn das „ü“ wird ja nicht kurz, sondern ganz lang ge­sprochen.

2022-08-20

: Grüße aus der Hausmeisterloge. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 193, s. 27, Briefe an die Herausgeber (409 wörter)
Es ist vielleicht das Beste, was man von der F.A.Z. behaupten kann, dass sie eine sehr sprach­sensible Redaktion auf­weist. Ob in den zurück­liegenden Debatten zur Recht­schreib­reform oder den gegen­wärtigen zum Thema Gendern kann sich der Leser stets darauf ver­lassen, bisweilen sehr differen­zierte und oft auch er­freulich diver­gierende Stellung­nahmen zu erhalten, die seine eigene Auf­merksamkeit gegen­über der Thematik noch erhöhen.

2022-08-09

: Spielerischer Sprachterrorismus. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 183, s. 6, Briefe an die Herausgeber (316 wörter)
Am 4. August waren wieder einmal zwei Leserbriefe in dieser Zeitung über das Thema Gender […]. Im F.A.Z.-Archiv gibt es drei­tausendachthundert­undneunund­dreißig Treffer darüber. Das sind noch über tausend Einträge mehr als über das seiner­zeit & ihrer­zeit schon überaus viel­fältig ab­gehandelte Thema Recht­schreib­reform.

2022-08-08

Gender-Gutachten von Hans-Jürgen Papier: Sprache muß verständlich und lesbar sein. , , Genderdeutsch
Auch eine Recht­schreib­reform, welche die Schüler zu Gender­schreibweisen zwingt, wäre verfassungs­rechtlich unan­gemessen und somit un­zulässig, da sie nicht den allgemein üblichen Sprach­gebrauch nach­zeichnete.

2022-07-30

: Das Gendersternchen leuchtet auf. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 174, s. 29, Briefe an die Herausgeber (175 wörter)
In den letzten Jahren wurden Dutzende Artikel und Leserbriefe zum Thema Gendern ver­öffentlicht, von denen der Großteil auf die Un­sinnigkeit und Schädlich­keit dieses gesellschafts­politischen Hypes hin­wiesen. So hat es die F.A.Z. vor Jahren auch mit der Recht­schreib­reform gehalten – und ist dann doch nach eindrucks­voller Ziererei ein­geschwenkt.

2022-07-25

: Ein Hoch auf die Prinzipien der Rechtschreibung. Der Bund, , s. 9, leserbrief (163 wörter)
Kann man einem belämmer­ten Tollpatsch die Recht­schreibung ein­bläuen? Die Recht­schreibe­reform wollte es den Chillenden in der Hänge­matte einfach machen. Sie setzte stark auf das Laut­prinzip […].
: Miese Rechtschreibung: Und was das mit 1968 zu tun hat. , , Lernen & Arbeiten
Früher wurde zu viel auf eine elegante Hand­schrift und eine gute Recht­schreibung geachtet, heute viel zu wenig. […] Ich verstehe, dass Eltern und Lehrer im Zuge der 68er-Bewegung den Drang verspürten, sich von dieser Pädago­gik des Drills und einer zwang­haften Fixierung auf die äußere Form des Geschrie­benen los­zusagen. Zugleich sind wir jetzt am Ende einer gegen­läufigen Bewegung an­gekommen, die erneut nach einem dialekti­schen Umschlag verlangt.

2022-07-22

: Äs isch, wes isch: Alphabet kürzen. Die Südostschweiz, ausgabe Glarus, , nr. 169, s. 3, Region (283 wörter)
Irgendwann einmal während dem Scrabbeln erwähnte jemand, dass es im Alphabet doch zu viele un­nötige Buch­staben habe. Es wäre einfacher, das Deutsch zu erlernen, wenn es das Q und Y nicht gäbe oder nur das F oder V. Psüchologie, Kwelle, Kwadrat oder kwer­feldein, könne man doch ver­stehen. Und was wäre, wenn Vögel vliegen würden oder Fögel fliegen?

2022-07-11

: Verkatert in der Hängematte – eine Affenschande! Tages-Anzeiger, , s. 23, Kultur & Gesellschaft
Interessant ist auch, dass sich die viel gescholtene Recht­schreib­reform des Jahres 1996 offen für volks­etymologische Erklärungen zeigte. Ein «Toll­patsch» ist etymolo­gisch betrachtet kein toller Mensch (das Wort stammt aus dem Ungari­schen), dennoch schrieb man es fortan mit zwei l. «Belämmert» schrieb man nach der Reform neu mit ä statt mit e, obwohl es nichts mit «Lamm» zu tun hat. Genauso wenig wie «ein­bläuen» mit «blau».

2022-06-28

: Deutschstunde: Einige Lehrer sitzen auf einem Vorrat an roter Tinte. Hamburger Abendblatt, , s. 2, Meinung (628 wörter)
Als wenn es nichts Wichtigeres gegeben hätte, wurde die Änderung von „belemmert“ in „belämmert“ von den Reform­gegnern zum ortho­grafischen Welt­untergang hoch­stilisiert. Schließlich stamme die Schreib­weise mit „e“ vom nieder­deutschen Verb „be­lemmeren“ (hindern, lähmen) und nicht etwa von den Lämmern […]. Sicher, diese etymologi­sche Erklärung ist Allgemein­gut ...! Wir werden Klein Fritzchen erst in ein alt­sächsisches Pro­seminar schicken, damit er die Schulreife für die 1. Klasse erlangt. Be­lämmert, in der Tat!

2022-06-24

: An Actual Good English Spelling Reform. ,
English spelling sucks and we all know it […]. Let me introduce you to how to kind of solve English spelling a little bit by making it optionally marginally easier and thereby hopefully making children suffer a little less when learning to read and write. […] Using these accents to teach children and English second language speakers will improve pronun­ciation and reading skill.

2022-06-15

: Wie ist es um die Rechtschreibung bei Schülern bestellt? , , Unterricht
Ausbildungs­betriebe und Hoch­schulen mahnen schon seit Jahren, dass junge Menschen immer mehr Fehler beim Schreiben machen. Woran liegt das? […] Andere machen die Recht­schreib­reform für nach­lassende Recht­schreib­kenntnisse mit­verantwortlich.

2022-06-14

: Deutschstunde: Unsere Sprache ist ein Ausbund an Irrtümern. Hamburger Abendblatt, , s. 2, Meinung (662 wörter)
Seit 62 Jahren habe ich als Journalist Zig­tausende von Leser­briefen emp­fangen, be­arbeitet und be­antwortet, […] Leserin­nen und Leser nach der Lektüre des Horoskops beruhigt und jahre­lang die Prügel für die Recht­schreib­reform ein­gesteckt […].

2022-06-13

: „In der Schule war ich leider faul.“ Sonja Zietlow über ihren hohen Intelligenzquotienten, Wissenslücken und Günther Jauchs Gehirn. Berliner Morgenpost, , s. 9, Kultur
Sie präsen­tieren bei RTL insgesamt drei Test-Shows – neben dem „IQ-Test“ geht es im „Großen Deutsch-Test“ um Grammatik, Recht­schreibung und Zeichen­setzung. Wie sattel­fest sind Sie selber in diesen Dingen? [Zietlow:] Bis zur Recht­schreib­reform war ich wohl ganz gut. Mittler­weile bin ich nicht mehr so sattel­fest.

2022-06-09

: Gutmenschen, die Böses bewirken. Die Weltwoche (), , s. 63 (509 wörter)
«Eine neue Religion spaltet die Ge­sellschaft unter dem Deck­mantel des Anti­rassismus.» Das ist die Grund­these von John McWhorter in seinem Buch über Rassismus und Anti­rassismus. […] Die über­grosse Mehrheit der Be­völkerung hat nicht nur kein Interesse an identitäts­politischen Fragen, sondern ist inzwischen zunehmend ab­gestossen, empört und frustriert. Das gilt zum Beispiel für neue Recht­schreibe­regeln, für die Säuberung der Sprache generell oder die neue Political Correct­ness […].

2022-06

: Die Rechtschreibreform und die Folgen im Spiegel der öffentlichen Wahrnehmung. Eine Perspektive aus Österreich. Sprachreport (), , 38. jg., nr. 2, s. 22 bis 30 (4343 wörter)
Theoretisch wäre also viel mehr möglich gewesen. Praktisch brach jedoch ein Protest­sturm gegen „das Kleine“ los, das offen­bar doch zu groß – oder nach Meinung mancher über­haupt unnötig – war. […] Über viele Monate war die neue Recht­schreibung eines der be­herrschenden Themen der medialen Bericht­erstattung in Deutsch­land wie auch in Öster­reich. Dabei fanden sich die Zeitungen in einer interessan­ten Doppel­rolle wieder, die sie im Zusammen­hang mit jeglichen Über­legungen zur Reform der Ortho­grafie niemals ab­legen können: Sie waren und sind einer­seits der Spiegel des öffentli­chen Diskurses über die Recht­schreibung, und anderer­seits zählen sie mit ihren massen­weise produzierten Publikationen zu den wichtigsten Multiplikato­ren in der Anwendung und Verbreitung der ge­schriebenen Sprache.
: Auswirkungen der Rechtschreibreform auf das Schweizer Schulsystem. Sprachreport (, pdf), , 38. jg., nr. 2, s. 32 bis 40 (4545 wörter)
Der Autor und die Autorin waren als Akteur und Akteurin bei der Reform 1996 und deren Ein­führung in der Schweiz sowie als Mit­glieder des Rats für deutsche Recht­schreibung bei der Über­arbeitung des Regel­werks 2006 involviert. Sie be­richten aus ihrer Perspektive, in welchen Dimensionen und in welchem Umfang die Recht­schreib­reform Aus­wirkungen auf die Volks­schule gehabt hat, und ziehen dafür im Wesentlichen Dokumente der beiden schulischen Akteure EDK (Schweize­rische Konferenz der kantonalen Erziehungs­direktoren) und LCH (Dach­verband Lehrerin­nen und Lehrer Schweiz) bei, welche sich auf die Reaktion und Wirkung der Reform mit Blick auf die Schulen beziehen. […] Aus unseren Aus­führungen sollte deutlich geworden sein, dass die Recht­schreib­reform von 1996 wie auch die Über­arbeitung von 2006 höchstens indirekt Aus­wirkungen auf das Lehren und Lernen in den Schweizer Volks­schulen gehabt hat. Eine der wichtigsten Aus­wirkungen der Recht­schreib­reform war, dass die EDK – als politisch legitimierte, inter­kantonal zuständige Instanz für die Schweizer Schule – mit dem Dossier 42 (2006) ein Recht­schreib­curriculum emp­fohlen hat, das schliesslich in die Schweizer Bildungs­standards und den inter­kantonalen Lehr­plan 21 Eingang fand. Offen bleibt weiter­hin die bereits 1996 geäusserte Forderung nach einem reflektierten Umgang mit Rechtschreib­normen […].
: Schulische Rechtschreibleistungen unter Beobachtung – Schlaglichter aus der Untersuchung eines österreichischen Deutschmatura-Korpus. Sprachreport (, pdf), , 38. jg., nr. 2, s. 42 bis 47 (2542 wörter)
Dass die Menschen in unserer Gesellschaft auch im Sinne der gesell­schaftlichen Teilhabe möglichst gut recht­schreiben können sollten, ist in erster Linie Sache der Schule und Bildungs­institutio­nen und nicht unbedingt des Recht­schreib­rates. Dessen Aufgabe ist es vielmehr, die Regeln fest­zulegen, sie im nötigen Ausmaß weiter­zuentwickeln und in eindeutig ver­ständlicher Form in ein amt­liches Regel­werk zu gießen.

Das «nötige ausmass» sollte sich allerdings von der erkenntnis leiten lassen, dass es der schule in den letzten 200 jahren nicht gelungen ist, die recht­schreibung einzupauken.

2022-05-20

: Darf ich von meinen Freunden eine bessere Rechtschreibung beim Chatten erwarten?. , , Hat das Stil?
Der Rechtschreib­zug in Chats ist ab­gefahren, und er wird nie wieder zurück­kommen. Mit den Gründen kann man Germanistik­seminare füllen, es sind so viele, dass ein Auf­lehnen sinnlos ist.

Zurück wohin? Stichwort schreiben.

2022-05-19

: Analphabetismus im Norden: "Teilversagen in unserem Schulwesen". (Norddeutscher Rundfunk), , Kultur, Interview
Herr Meidinger, wie kann es sein, dass Menschen einen Schul­abschluss machen, aber trotz­dem nicht richtig schrei­ben und lesen können? [Meidinger:] Das ist ein Zeichen für ein Teil­versagen in unserem Schul­wesen. Die Er­kenntnis haben wir schon länger, dass ein Teil der Schülerinnen und Schüler nach Abschluss der Grundschule, aber auch ein Teil der 15-Jährigen, dermaßen schlechte Lese­fähigkeiten hat, dass sie grund­sätzlich in ihrem späteren Leben keine Chance haben, einen passenden Beruf zu finden oder am politischen oder kulturellen Leben teil­zunehmen. Das sind rund 20 Prozent.

2022-05-10

: Warum Rechtschreibung wichtig ist (aber nicht immer). , , Blog, Schreiben
Vor Kurzem fragte in einer Face­book-Gruppe jemand, warum die Recht­schreib­reform aus den 90ern noch immer einige Leute aufregt. […] Und während sich einige die Köpfe ein­schlugen über die Frage, wie schlimm oder gut die Recht­schreib­reform war, habe ich ein bisschen intensiver über Recht­schreibung nach­gedacht. Spielt Recht­schreibung außer­halb der Schule über­haupt eine Rolle? Muss ich immer und überall korrekte Recht­schreibung anwenden? Warum ist Recht­schreibung wichtig?

2022-04-27

: Sehnsucht nach dem ß. Salzgitter Zeitung, , 14, Salzgitter (200 wörter)
Dieser Buch­stabe existiert nur in der deutschen Sprache. Er sieht lustig aus und be­reichert das Schrift­bild.

2022-04-25

: Heinz Rudolf Kunze: Gendern ist wie eine neo-mittelalterliche Tollwut. , , Kultur & Vergnügen, Interview
[…] SPD. Sie sollen selbst bis in die 1990er-Jahre Mitglied der Partei gewesen sein. Wie kam es, dass Sie ein­getreten, und vor allem: Wie kam es, dass Sie wieder aus­getreten sind? [Kunze:] Wie es kam, dass ich ein­getreten bin, weiß ich gar nicht mehr. Das war in der Studenten­zeit. Das machte man halt damals so. Aus­getreten bin ich wegen der Rechtschreib­reform.

2022-03-22

: Deutschstunde: Manche Post ist wirklich das Letzte. Hamburger Abendblatt, , s. 2, Meinung, Kolumne (647 wörter)
Wer wie ich seit mehr als 60 Jahren im täglichen Streit und Streben des Journalismus steht, darunter vor der Pensionie­rung im Auftrag des damals größten Zeitungs­hauses im Kampf für und gegen die neue Recht­schreibung, der härtet ab, den kann so leicht nichts mehr er­schüttern.

2022-03-20

: Die Erfinder unserer Sprache: Martin Luther. Welt am Sonntag, , nr. 12, s. 14, Thema (419 wörter)
Luthers Deutsch hatte nicht nur Aus­wirkungen auf den Wort­schatz, den er mit Begriffen wie Feuer­eifer, Herzens­lust, Macht­wort, Schau­platz, geist­reich, Sün­den­bock be­reicherte, sondern auch auf Grammatik und Ortho­grafie. Seine Recht­schreibung ver­einheitlichte er mit jeder neuen Bibel­ausgabe im Zusammen­spiel mit Witten­berger Druckern. Während er im „September­testament“ noch zwi­schen zeytt und zeyt oder vnnd und vnd geschwankt hatte, entschied er sich zu­nehmend für die jeweils kürzere Variante.
: Die Erfinder unserer Sprache: Johann Christoph Gottsched. Welt am Sonntag, , nr. 12, s. 15, Thema (442 wörter)
Gottsched setzte die Regeln für die Groß­schreibung der Haupt­wörter (den Aus­druck erfand er) durch. Auch das Stammwort­prinzip machte er endgültig zur Norm. […] Wie Duden oder Luther hat Gottsched nichts radikal Neues erfun­den. Er orientierte sich an Vor­denkern, etwa dem Recht­schreib­theoretiker Hiero­nymus Freyer und dem Grammatiker Justus Georg Schottelius. Und an teil­weise schon etabliertem Sprach­gebrauch.
: Die Erfinder unserer Sprache: Konrad Duden. Welt am Sonntag, , nr. 12, s. 15, Thema (347 wörter)
Doch das, was ihm zu Beginn seiner Lauf­bahn als Rechtschreib­reformer vor­schwebte, hatte vorerst wenig mit dem zu tun, was er später in seinem Wörter­buch propagierte. Duden war zu­nächst ein Radikaler. Auf der Berliner Konferenz zur „Her­stellung größerer Einigung in der deutschen Recht­schreibung" im Jahr 1876 kämpfte er für ganz neuartige Regeln. Bei seinen ortho­grafischen Ideen sträuben sich Sprach­ästheten heute die Haare.

2022-03

: Grundlagen, Ziele und Ergebnisse der Orthografiereform 1996–2006. Sprachreport (), , 38. jg., nr. 1, s. 8 bis 15 (3609 wörter)
Die jetzige Neuregelung von 1996 bis 2006 trägt ähnlich kompromiss­hafte Züge wie die alte Regelung. […] Anfang der 90er Jahre begann dann der politi­sche Entscheidungs­prozess […]. Das mün­dete dann in die Wiener Ortho­grafie­konferenz vom Juli 1996, auf der […] eine Orthografie­reform auf der Grundlage einer über­arbeiteten Fassung der Regelungs­vorlage des Arbeits­kreises be­schlossen wurde. Die über­arbeitete Fassung wich vor allem aufgrund einer Stellung­nahme der Kultus­minister­kon­ferenz und einer öffentli­chen Anhörung in Bonn im Mai 1993 darin von der ur­sprünglichen Fassung des Neurege­lungs­vorschlages ab, dass die vom Ar­beits­kreis empfohlene Einführung der „gemäßigten Klein­schreibung“ […] durch eine modifizierte Groß­schreibung […] ersetzt wurde. Die Einführung dieser Neu­regelung in den Schulen und in den Schreib­gebrauch der Behörden und da­mit auch den öffentlichen Schreib­ge­brauch führte dann neuerlich zu teil­weise heftigen Auseinander­setzungen in der Öffentlich­keit […]. Daran beteiligt waren natürlich Sprach­wissenschaftler, aber auch Journalisten, Schrift­steller, Leh­rer, Politiker und viele andere An­gehörige der deutschen Sprach­gemein­schaft. In den Wort­meldungen wurden mit unter­schiedlicher Ge­wichtung und Heftigkeit die erwähnten Aspekte und Be­stimmungs­faktoren einer Orthografie­reform thematisiert und die jeweils für aus­schlag­gebend gehaltenen Gesichts­punkte mit mehr oder weniger großer Intensität vertreten. Die Spannbreite der Äußerungen reichte vom rationalen und abwägenden Diskurs bis zur Ver­absolutierung der eigenen Position und zu emotionalen Bekundungen, die jeder Sachkunde und rationalen Grundlage entbehrten. In Anbetracht der Heftigkeit des Wider­stands gegen die Neu­regelung in den Medien und speziell von Seiten mancher Schrift­steller wurde von den zu­ständigen Institutionen der Bundes­republik Deutschland mit Zustimmung Österreichs und der Schweiz, um den „Recht­schreib­frieden“ wieder her­zustel­len, 2004 anstelle der bisher für die Neu­regelungs­fassung zuständigen, rela­tiv kleinen und nur aus Sprach­wissen­schaftlern und Didaktikern be­stehenden Zwischen­staatlichen Kom­mission […] ein wesentlich größerer Rat für deut­sche Recht­schreibung geschaffen […]. Danach ebbte die öffentliche Aus­einander­setzung deutlich ab […] und die Neu­regelung setzte sich relativ rasch und geräusch­los im öffentlichen Sprach­gebrauch durch. Schon deshalb kann man nicht, wie es in konservativen Presse­organen immer mal wieder ge­schieht, von einem allgemeinen Katzen­jammer über die Reform oder gar von ihrem völligen Miss­lingen spre­chen. Diese Ansicht gibt es offen­sicht­lich vor allem bei den ent­schiedenen Gegnern einer Orthografie­reform. Un­ge­achtet solcher Behauptun­gen festigt sich die Neu­regelung mit jedem Jahr­gang, der die Schule verlässt, im öffentlichen Sprach­gebrauch weiter und wird dann allmählich ebenso selbst­verständlich, wie das seinerzeit mit der Neuregelung von 1901 der Fall war.
: Auf dem Weg zum Rat für deutsche Rechtschreibung: Geschichte und Geschichten. Sprachreport (), , 38. jg., nr. 1, s. 16 bis 25 (5950 wörter)
Der öffentliche Streit tobte, vor allem in Deutschland, viel weniger in Österreich oder in der Schweiz. Die ‚Frankfurter All­gemeine Zeitung‘, die intern diskutier­te, was zu dieser Zeit noch ‚konservativ sein‘ bedeute, beschloss und verkündete, zur alten Recht­schreibung zurück­zukeh­ren […]. Die Kultus­minister­konferenz wollte am Be­schlossenen festhalten, doch auch sie geriet immer mehr in die Defensive. In dieser Situation wurde im Jahre 2004 der ‚Rat für deutsche Recht­schreibung‘ ein­gerichtet, der die Zwi­schen­staatliche Kommission ab­löste und nicht mehr nur aus Sprach­wissenschaftlern bestand. […] Man kann heute rück­blickend sagen, dass zahl­reiche Mitglieder des Rats sich über ihre Rolle nicht im Klaren waren.
: Der Rat für deutsche Rechtschreibung im Spiegel von Sprach-, Norm- und Schreibwandel. Sprachreport (), , 38. jg., nr. 1, s. 26 bis 37 (5325 wörter)
Die Einrichtung des Rats für deutsche Recht­schreibung im Dezember 2004 be­zeichnet einen Aufbruch und Neubeginn in mehr­facher Hinsicht. Nicht nur er­folgte ein Paradigmen­wechsel in der Perspek­tive auf die deutsche Recht­schreibung und ihre Normierung, auch die institutio­nelle Ver­antwortung für die amt­lichen Regeln und die ent­sprechend zu kodifizie­renden Schreibungen wurde einem 40-köpfigen Gremium von Ver­trete­rinnen und Vertretern aus den Län­dern und Regionen des gesamten deut­schen Sprach­raums über­tragen, welche „die wichtigsten wissen­schaftlich und praktisch an der Sprach­entwicklung beteiligten Gruppen re­präsentieren“ (Rat für deutsche Recht­schreibung 2015) sollten.

2022-02-25

: Niedersachsens Schüler dürfen bei Abiturprüfungen gendern. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 47, s. 7, Politik (446 wörter)
Nach den traumatischen Erfahrungen mit der Rechtschreib­reform hat die Kul­tus­minister­konferenz (KMK) den Rat für deutsche Rechtschreibung etabliert, um die Einheitlich­keit der Ortho­graphie für Verwaltung und Schule im deutsch­sprachigen Raum zu sichern. Doch die Autorität des Rates, der sich im vergangenen Frühjahr aus­drücklich ge­gen gegenderte Schreib­weisen mit Doppel­punkten, Sternchen (Asterisk) et cetera ent­schieden hatte, scheint zu schwinden.

2022-02-22

: Rechtschreib-Quickie: Schreibt man ph oder f? , , Blog
Wenn zwei Schreib­weisen erlaubt sind, macht die Wahl der Form trotzdem oft einen Unter­schied in der Wirkung. Bei ph oder f ist das besonders gut sichtbar. Die alten Formen mit ph sprechen eher ältere und/oder kon­servativere Menschen an, weil sie ihnen aus der Kindheit und Jugend so geläufig sind. Wenn das deine Ziel­gruppe oder Leserschaft ist, dann kann es sinnvoll sein, „Photo­graphie“ oder „Mikro­phon“ zu schreiben. Wenn du dich eher an eine jüngere oder pro­gressivere Ziel­gruppe wendest, solltest du die Schreib­weise mit f wählen.
: Aufgrund des Sprachgefühls, kommt hier ein Komma hin: Das Vorfeldkomma. (Ein Blog über Sprache), , Graphematik
Die Komma­setzung im Deutschen hat den Ruf, kompli­ziert und voller Aus­nahmen zu sein. Viele sagen des­halb von sich, dass sie Kommas „nach Gefühl“ setzen. Wir schauen uns heute an, was passiert, wenn viele Menschen das gleiche Gefühl bei der Komma­setzung haben und dadurch ein neuer Typ der Komma­setzung entsteht: das Vorfeld­komma.

2022-02-05

: Was verraten all die Zeichen über China? Neue Zürcher Zeitung, , 243. jg., nr. 30, s. 48 bis 48, Wochenende, Kultur (2594 wörter)
Bei aller Idealisierung, welche dieses Zei­chen­system erfahren hat, von Gottfried Wilhelm Leibniz bis Ezra Pound, haben Linguisten gezeigt, dass diese logo­grafische Schrift in mehr­facher Hinsicht für die Ver­schriftung einer Sprache un­zureichend und einer Alphabet­schrift unter­legen ist. Daher auch haben Chinas Reformer in der ersten Hälfte des letzten Jahr­hunderts die Einführung einer Latein­schrift gefordert. […] Noch 1936 betonte Mao Zedong gegenüber seinem Biografen Edgar Snow: «Wir glauben, dass wir früher oder später ohnehin das chinesische Schrift­zeichen­system aufge­ben müssen, wenn wir eine neue Kultur schaffen wollen, an der die Massen voll und ganz teilhaben.» Warum hatte dann trotz so vielen Be­fürwortern das Vor­haben doch keinen Erfolg?

2022-01-18

: Deutschstunde: Als ein Komma eine Person verschwinden ließ. Hamburger Abendblatt, , s. 2, Meinung, Kolumne (650 wörter)
Ich kann in einer Folge der „Deutsch­stunde“ unmöglich alle Bei­spiele zur Zeichen­setzung aufführen. Deshalb be­ginnen wir mit einer guten Nachricht für die Älteren: Auch nach der Recht­schreib­reform können Sie 99 Prozent der früheren Interpunktions­regeln weiter­hin anwenden.

2022-01-17

: Die ewige Angst vor dem Sprachverfall. Neue Zürcher Zeitung (), , 243. jg., nr. 13, s. 6, International (1622 wörter)
Die erste Pisa-Studie von 2000 war für die deutsch­sprachigen Länder ein Weck­ruf – doch das Sprach­defizit ist seither noch grösser geworden. […] Wenn in Deutschland von der deutschen Sprache die Rede ist, wittern Untergangs­prophe­ten regel­mässig den allgemeinen Kultur­verfall. Die schriftlichen Fertig­keiten der Jugend sind seit je Gegenstand grösster Sorgen um die Bildung des Landes, und seit es Social Media gibt, gesellt sich zur Diagnose einer drastisch gesunkenen All­gemein­bildung sowie nach­lassender Lese-, Schreib- und Rechen­kompe­tenzen das Phänomen von Auf­merksam­keits- und Konzentrations­störungen.
: Wie die Rechtschreibreform für erhitzte Gemüter sorgte. , , Kreis Main-Spessart
Im Besitz des Lohrer Schul­museums sind drei Rechtschreib­tafeln aus den 1970er-Jahren. Seit der Recht­schreib­reform haben sich die Regeln grund­legend geändert.

«Grund­legend» ist stark übertrieben.

2022-01-14

: Der „Mohrenkopf“ ist nur der Anfang: Wie die Regierung unsere Sprache und unser Denken „dekolonisieren“ will. , , Deutschland
Die neue Bundes­regierung hat sich die „Auf­arbeitung der deutschen Kolonial­geschichte“ als Ziel in ihren Koalitions­vertrag geschrieben. […] Als De­koloni­sierungs-Institut läuft sich aber auch das staatlich finanzierte Institut für Deut­sche Sprache (IDS) warm. Es emp­fiehlt sich der Regierung bereits dadurch, dass es seiner­zeit den Kultus­ministern dabei half, die Rechtschreib­reform gegen den Willen der meisten Bürger durch­zusetzen.

2022-01-04

: Wie Corona zum Booster für Denglisch wurde. (WELTplus), , Kultur (1300 wörter)
Nur eines wird hoffentlich unter­bleiben: ein Sprach­diktat durch Behörden oder Gesetze. Das benötigt und das wünscht unsere Sprach­gemeinschaft nicht. Die Politiker seien hier an die miss­ratene Rechtschreib­reform erinnert.

Diese «erinnerung» fehlt in der gedruckten ausgabe.